Kliniken, Banken und Konzerne setzen zunehmend auf KI-Assistenten – doch die erhoffte Effizienzsteigerung bleibt bislang aus.
NHS startet Großoffensive mit Microsoft Copilot
Der britische Gesundheitsdienst NHS hat am heutigen Sonntag mit der Ausrollung von Microsoft 365 Copilot für 505.000 Mitarbeiter begonnen. Vorausgegangen war ein Test mit 30.000 Beschäftigten, bei dem der KI-Assistent durchschnittlich 43 Minuten pro Tag und Person einsparte. Umgerechnet entspricht das rund fünk Wochen pro Jahr.
Warum so viele Deutsche ChatGPT nutzen – aber kaum einer weiß, wie man es richtig anwendet: Ein kostenloser Ratgeber zeigt, wie Sie die KI sofort für Ihren Alltag nutzen können – ganz ohne Vorkenntnisse. Kostenlosen PDF-Report jetzt gratis herunterladen
Die Einführung erfolgt gestaffelt über zwölf Monate. Die ersten 200.000 Nutzer sollen innerhalb der nächsten sechs Monate aktiv sein. Zusätzlich erhalten die Mitarbeiter Zugang zu Copilot Studio, um maßgeschneiderte KI-Agenten für medizinische Aufgaben zu entwickeln.
Bank of Korea warnt vor Produktivitätslücke
Doch die Zeitersparnis allein ist kein Garant für mehr Output. Eine am selben Tag veröffentlichte Studie der Bank of Korea zeigt ein überraschendes Phänomen: Zwar reduzierten KI-Tools die Arbeitszeit um durchschnittlich 3,8 Prozent – das entspricht etwa 1,5 Stunden pro 40-Stunden-Woche. Die tatsächliche Produktivität stieg jedoch nur um rund einen Prozentpunkt.
„Es besteht eine Produktivitätslücke„, so die Forscher. Die Zeitgewinne schlügen sich noch nicht in messbarem Mehroutput nieder. Besonders betroffen sind Führungskräfte, Büroangestellte und Fachkräfte. Die Lösung? Eine grundlegende Neugestaltung von Arbeitsabläufen und leistungsorientierte Anreize.
Google und Shopify erweitern KI-Plattformen
Am Samstag brachte Google Gemini Enterprise auf den Markt – eine eigenständige Plattform unter Google Cloud zur Entwicklung spezialisierter KI-Agenten. Erste Kunden sind Klarna, Figma und Virgin Voyages, das bereits über 50 Agenten im Einsatz hat. Die Preise liegen zwischen 19 und 28 Euro pro Nutzer und Monat.
Ebenfalls am Sonntag integrierte Google Gemini seine Kontakte-App, sodass Nutzer Adressdaten per Sprachbefehl verwalten können. Dies folgt auf ein Update von NotebookLM Anfang Mai, das individuelle Mindmaps mit gezielten Abfragen ermöglicht.
Urlaub planen, Sprachen lernen, Zeit sparen: So erledigt ChatGPT Ihre Alltagsaufgaben in Sekunden. Der kostenlose PDF-Report mit fertigen Anleitungen und Beispiel-Prompts hilft Ihnen, das volle Potenzial von KI-Tools auszuschöpfen. Jetzt kostenlosen PDF-Ratgeber sichern
Im E-Commerce erreichte Shopify Flow 3.0 Ende Mai die allgemeine Verfügbarkeit. Die Automatisierungsplattform bietet zwölf Stufen bedingter Verzweigungen und Echtzeit-Inventartrigger mit Reaktionszeiten unter 400 Millisekunden.
Spezialwerkzeuge für Ingenieure und Forscher
Mehrere Unternehmen stellten diese Woche spezialisierte KI-Tools vor:
- Augment Code startete am Sonntag „Cosmos“, eine Plattform zur Koordination mehrerer KI-Agenten in kompletten Entwicklungsteams. Ein Prüfagent überwacht die Code-Spezifikationen, ein Berater weist Aufgaben zu.
- Cognition veröffentlichte ebenfalls am Sonntag „Devin Desktop“, das eine Entwicklungsumgebung mit einem Dashboard zur Steuerung mehrerer Coding-Agenten kombiniert. Die Effizienz soll um bis zu 30 Prozent über dem Vorgänger liegen.
- NVIDIA brachte am Donnerstag das offene Modell Nemotron 3 Ultra auf den Markt. Mit 550 Milliarden Parametern ist es für produktionsreife KI-Agenten ausgelegt und bietet eine fünffach höhere Inferenzgeschwindigkeit als frühere Versionen.
Die Investitionen in KI-Entwicklung bleiben enorm. Erst Mitte Mai kam das Startup Recursive Superintelligence mit 650 Millionen Euro aus der Stealth-Phase und will KI entwickeln, die eigene Forschung automatisieren kann.
Konzerne optimieren Arbeitsabläufe
Multinationale Unternehmen integrieren die Werkzeuge zunehmend in Kernprozesse. Der japanische Chemiekonzern ENEOS Materials meldete am Sonntag, dass ChatGPT Enterprise die Bearbeitungszeit im Personalwesen um 90 Prozent reduziert habe. Thomson Reuters und Fanatics setzen KI-Agenten als autonome Mitarbeiter ein, die Routineaufgaben übernehmen und nur Ausnahmen an Menschen weiterleiten.
Auch Einzelpersonen verfeinerern ihre KI-Nutzung. Statt umfangreicher Prompt-Bibliotheken setzen einige Experten auf „Skills“-Ordner – Sammlungen von Markdown-Dateien mit wiederholbaren Arbeitsabläufen. Bei Ford baute ein Direktor mit Anthropics Tools den persönlichen Assistenten „Claudette“, der Haushaltspläne und tägliche Briefings verwaltet. Ein Zeichen dafür, dass professionelle KI-Tools zunehmend in den privaten Alltag einziehen.

