Nigel AI: National Instruments automatisiert Code-Generierung um 75%

Spezialisierte KI-Tools von NI, ChipNexus und Google Cloud beschleunigen Entwicklungsprozesse drastisch und steigern die Produktivität massiv.

Software-Riesen setzen auf spezialisierte KI-Assistenten, die Entwicklungsprozesse radikal beschleunigen.

Die Industrie erlebt einen grundlegenden Wandel: Immer mehr Unternehmen integrieren künstliche Intelligenz direkt in ihre Entwicklungswerkzeuge. Gleich mehrere große Anbieter haben in dieser Woche neue KI-Lösungen vorgestellt, die komplexe Ingenieursaufgaben automatisieren sollen.

Nigel AI: National Instruments setzt neue Maßstäbe

Am 22. Juli 2026 brachte NI (National Instruments) mit Nigel AI das erste speziell für Test- und Messumgebungen optimierte KI-Tool auf den Markt. Die Software ist in die LabVIEW+ Suite integriert und nutzt OpenAI-Modelle, die auf Microsoft Azure gehostet werden. Besonders wichtig für Unternehmen: NI versichert, dass Nutzerdaten weder gespeichert noch für das Training der Modelle verwendet werden.

Nigel AI automatisiert die Code-Generierung für LabVIEW und die Sequenzerstellung für das TestStand-Entwicklungssystem. Die KI zielt gezielt auf Engpässe in der Validierungs- und Produktionstestphase ab. Erste Anwender berichten von beeindruckenden Effizienzsteigerungen: Die Entwicklungszeit soll sich um bis zu 75 Prozent verkürzen, der Wartungsaufwand um 67 Prozent sinken. Beim parallelen Testen seien sogar Produktivitätssteigerungen von rund 97 Prozent möglich.

Voraussetzung für den Zugriff ist eine LabVIEW Professional- oder TestStand-Entwicklungslizenz beziehungsweise ein aktiver Software-Servicevertrag innerhalb der LabVIEW+ Suite.

ChipNexus NEX: Vom 100-Stunden-Projekt zum 2,5-Stunden-Job

Nur zwei Tage später, am 24. Juli 2026, zog ChipNexus – ehemals Primis AI – mit der Plattform NEX nach. Das agentische KI-System unterstützt Halbleiterentwickler bei der RTL-Generierung, Simulation und Verifikation. Die Zahlen sprechen für sich: Ein Arbeitsaufwand, der normalerweise 100 Stunden verschlingt, ließ sich mit NEX auf weniger als 2,5 Stunden reduzieren – eine 43-fache Produktivitätssteigerung.

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Google Cloud macht AlphaEvolve allgemein verfügbar

Ebenfalls am 24. Juli 2026 gab Google Cloud bekannt, dass sein auf Gemini basierender Code-Assistent AlphaEvolve ab sofort allgemein verfügbar ist. Das Tool konzentriert sich auf Algorithmenoptimierung und wird bereits von namhaften Unternehmen eingesetzt. So nutzt der Chemieriese BASF AlphaEvolve für die Lieferkettenplanung, während PacBio die KI zur Fehlerreduzierung in der Genomsequenzierung einsetzt.

Physische KI: Partnerschaften für die Fabrik der Zukunft

Die Automatisierungswelle erfasst zudem die physische Fertigung und das Anlagenmanagement. Am 24. Juli 2026 gaben Rockwell Automation und Augury eine Partnerschaft bekannt. Ziel ist die Integration von Augurys Reliability Agent in Rockwells Wartungsmanagementsysteme. Der Hintergrund: Bislang werden nur 43 Prozent der gesammelten Industriedaten tatsächlich genutzt – hier soll die KI Abhilfe schaffen.

Parallel dazu unterzeichnete Siemens Digital Industries Software am selben Tag eine Vereinbarung mit HD Korea Shipbuilding & Offshore Engineering. Gemeinsam entwickeln sie eine maritime Plattform für autonome Fertigung. Kernstück ist eine 3D-Einheitsdatenplattform sowie eine virtuelle Werft, die simulationgestützten Schiffbau ermöglicht.

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Nvidia erweitert Agent Toolkit – Open Source boomt

Am 25. Juli 2026 legte Nvidia nach und erweiterte sein Agent Toolkit um Omniverse-Bibliotheken. Diese stellen simulationsbereite KI-Fähigkeiten für 3D-Design und autonome Systeme bereit – inklusive Sensordaten für Lidar und Radar. Zeitgleich veröffentlichten Moore Threads mit MusaCoder und Meituan mit LongCat-2.0 zwei Open-Source-Tools, die auf die Optimierung der Code-Generierung für leistungsstarke GPU-Operationen spezialisiert sind.

Die Entwicklungen zeigen: Die Industrie setzt massiv auf spezialisierte KI-Assistenten. Wer bei der Automatisierung nicht mitzieht, droht den Anschluss zu verlieren.