Nigeria-Scam jagt jetzt über Smartphones

Sicherheitsbehörden warnen vor modernisierten Vorschussbetrügereien via WhatsApp und SMS, die bereits hohe finanzielle Schäden verursacht haben. Die Täter nutzen gefälschte Jobangebote und Phishing-Links.

Eine alte Betrugsmasche erobert Messenger und E-Mails: Der klassische Nigeria-Scam erlebt eine gefährliche Renaissance auf Smartphones. Sicherheitsbehörden in Deutschland und Österreich warnen vor neuen, mobilen Varianten, die bereits Millionenschäden verursacht haben.

Job-Angebote und Fake-SMS als neue Köder

Die Täter haben ihre Methoden modernisiert. Statt auf Erbschaften setzen sie nun auf gefälschte Jobangebote oder dringende Sicherheitswarnungen. Über WhatsApp, Telegram oder SMS locken sie Nutzer in die Falle.

Die Polizei Oberbayern Süd warnt besonders vor „Job-Scamming“. Dabei versprechen Betrüger einfache Nebenjobs mit hohem Verdienst – etwa das Liken von Social-Media-Posts. Anfangs zahlen sie sogar kleine Beträgen aus, um Vertrauen aufzubauen. Dann fordern sie plötzlich Vorauszahlungen für „Provisionen“ oder „Freischaltgebühren“.

Parallel grassiert „Smishing“ – Phishing per SMS. Das Landeskriminalamt Oberösterreich meldete allein innerhalb von zwei Wochen einen Schaden von über 800.000 Euro. Die Nachrichten behaupten, Banking-Zugänge müssten dringend aktualisiert werden. Die enthaltenen Links führen jedoch zu perfekt gefälschten Login-Seiten.

Immer dieselbe Psychologie: Vorschuss zahlen!

Der Kern der Masche bleibt der gleiche: der Vorschussbetrug. Nach dem ersten Kontakt folgt unweigerlich die Forderung nach Geld – für angebliche Gebühren, Steuern oder Investitionen. Die Täter setzen ihre Opfer unter Zeitdruck und drohen mit dem Platzen des „Deals“.

Warum fallen Menschen immer noch darauf herein? Die Verlockung ist einfach zu groß: ein schneller Gewinn, der Traumjob oder die große Liebe. Die Geschichten klingen oft zu fantastisch, um wahr zu sein. Doch genau das macht sie für manche so verlockend.

So schützen Sie sich vor den Betrügern

Die wichtigste Regel lautet: Leisten Sie niemals Vorauszahlungen für versprochene Gewinne oder Jobs. Weitere konkrete Tipps der Behörden:

  • Skepsis bei unerwarteten Kontakten: Misstrauen Sie grundsätzlich Nachrichten von Unbekannten, die Reichtum oder Jobs versprechen.
  • Daten sind tabu: Geben Sie niemals Passwörter, Bankdaten oder Ausweiskopien an Unbekannte weiter.
  • Links nicht anklicken: Öffnen Sie keine Links in verdächtigen SMS oder Mails. Sie führen zu Phishing-Seiten.
  • Kommunikation nicht wechseln: Betrüger wollen oft auf private Messenger umleiten. Bleiben Sie auf der offiziellen Plattform.
  • Recherchieren Sie: Googeln Sie Namen, Firmen oder Absenderadressen. Oft finden sich dort bereits Warnungen.

KI macht Betrug künftig noch gefährlicher

Die nächste Bedrohung ist bereits in Sicht: Künstliche Intelligenz. Kriminelle Netzwerke nutzen bereits KI-Tools, um ihre Masche zu perfektionieren.

Mit KI-generierten Stimmen oder Deepfake-Videos können sie täuschend echte Identitäten vortäuschen. Die Folge? Phishing-Nachrichten und Betrugsgespräche werden noch überzeugender – und schwerer zu durchschauen. Die Wachsamkeit der Nutzer ist daher wichtiger denn je.