NightWatch-Armband: 30,2 Prozent der Fehlalarme häufen sich morgens

Eine Untersuchung dokumentiert gehäufte Fehlmeldungen beim NightWatch zwischen 06:00 und 09:00 Uhr; Wachheit gilt als möglicher Auslöser.

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Tragbare Detektoren zur Erkennung nächtlicher epileptischer Anfälle lösen in den frühen Morgenstunden besonders viele Fehlalarme aus. Zu diesem Ergebnis kommt eine wissenschaftliche Untersuchung zum NightWatch-Armband, die in der Fachzeitschrift Annals of Clinical and Translational Neurology (DOI: 10.1002/acn3.70530) veröffentlicht wurde.

Für die Auswertung wurden Daten aus zwei prospektiven Studien an niederländischen Epilepsiezentren herangezogen. Die untersuchte Population umfasste 65 Kinder im Alter von 3 bis 16 Jahren, bei denen mindestens ein nächtlicher schwerer motorischer Anfall pro Woche auftrat. Die Überwachungsdauer lag im Median bei 47 Nächten.

Deutliche Verschiebung im Zeitfenster von 06:00 bis 09:00 Uhr

Insgesamt analysierten die Wissenschaftler 2.876 Alarme. Davon ließen sich lediglich 742 Meldungen – was einem Anteil von 25,8 Prozent entspricht – als echte Anfälle verifizieren.

Auffällig war dabei die zeitliche Verteilung der falschen Warnungen: 30,2 Prozent aller registrierten Fehlalarme fielen in das Zeitfenster zwischen 06:00 und 09:00 Uhr.

Bei einer statistischen Gleichverteilung über den Erfassungszeitraum wäre ein Wert von 21,4 Prozent zu erwarten gewesen. Das tatsächliche Aufkommen lag damit um 40 Prozent über dieser Basislinie.

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Wer sein Kind nachts mit einem tragbaren Anfallsdetektor überwacht, kennt das Problem: Gerade am frühen Morgen schlägt das Gerät besonders häufig Alarm, ohne dass ein Anfall vorliegt. Eine Auswertung von 2.876 Alarmmeldungen zeigt, dass sich die Fehlalarme im Fenster zwischen 06:00 und 09:00 Uhr deutlich häufen. Unser kostenloser Ratgeber erklärt in drei Schritten, wie Sie diese Meldungen einordnen und was Sie beim Aufwachen zuerst prüfen sollten. Ratgeber für den Alltag mit Anfallsdetektoren jetzt anfordern

Auch das Verhältnis von Fehlalarmen zu tatsächlich aufgetretenen Anfällen verschob sich im Tagesverlauf deutlich. Während dieser Wert zwischen 20:00 und 22:00 Uhr bei 0,67 beziehungsweise 0,52 lag, kletterte er in den Stunden zwischen 06:00 und 09:00 Uhr auf 1,66, 1,70 und 2,56. Die ermittelten Konfidenzintervalle lagen in dieser Phase zu keinem Zeitpunkt unter 1,2. Berechnungen über ein GEE-Modell ergaben einen statistischen Wert von p < 0,001, wobei die Schiefe der Fehlalarme 4,12 Standardabweichungen von der Nullverteilung abwich.

Wachheitszustände als Auslöser identifiziert

Als Ursache für die morgendliche Häufung nennen die Studienautoren Wachheit sowie das Erwachen am Morgen. Die dabei typischen physiologischen Bewegungen und Arousals führten vermehrt dazu, dass der Detektor fälschlicherweise anschlug.

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Hinsichtlich der Aussagekraft verweisen die Forscher auf methodische Einschränkungen der Analyse: Das angewendete GEE-Modell bilde lediglich Effekte auf Populationsebene ab, zudem sei die Videoüberwachung ohne begleitende Elektroenzephalografie (EEG) erfolgt.

Trotz der technischen Verfügbarkeit solcher Systeme bleibt ihr alltäglicher Einsatz bislang eingeschränkt. Eine Erhebung am Universitätsklinikum Bonn unter der Leitung von A. Borho, veröffentlicht im Journal Epileptic Disorders (DOI: 10.1002/epd2.70346), zeigte, dass gegenwärtig nur wenige Epilepsiepatienten digitale Anfallsdetektoren nutzen. Gleichzeitig bestehe bei den Betroffenen jedoch ein anhaltend hoher Informations- und Beratungsbedarf bezüglich der mobilen Überwachungstechnologien.