NIS-2-Richtlinie: Frist für 29.500 österreichische Unternehmen endet 31. Juli

Österreichs Unternehmen priorisieren KI und Cybersicherheit über Nachhaltigkeit. Die Horváth-Studie prognostiziert Wachstum ohne neue Stellen im Inland.

Künstliche Intelligenz rückt in den Vorstandsetagen österreichischer Unternehmen auf Platz zwei der strategischen Agenda – nur die Kosten- und Profitabilitätsoptimierung ist noch wichtiger. Das zeigt die Horváth CxO Priorities Study 2026, für die rund 100 Führungskräfte aus zwölf Branchen befragt wurden. Die Botschaft ist eindeutig: Die Firmen rechnen mit Wachstum, aber nicht mit neuen Jobs im Inland.

Wachstum ohne Personalaufbau

Die Studie prognostiziert für 2026 ein Umsatzplus von 4,7 Prozent für österreichische Unternehmen. Doch dieses Wachstum wird nicht von Neueinstellungen begleitet. Die Strategie lautet „Wachsen ohne zu wachsen“ – mehr Produktivität, aber kein Personalaufbau. Der Blick bis 2030 fällt für den heimischen Arbeitsmarkt noch düsterer aus: Die befragten Manager erwarten Stellenabbau in Österreich. Stattdessen sollen Betriebsabläufe zunehmend nach Osteuropa verlagert werden.

Digitalisierung verdrängt Nachhaltigkeit

Der Aufstieg von KI-Transformation und Cybersicherheit – nun auf Rang zwei und drei der Prioritätenliste – geht zulasten anderer strategischer Ziele. Besonders deutlich zeigt sich das beim Thema Nachhaltigkeit: Es fiel von einer vorderen Position auf Platz zwölf von 13 ab. Dahinter steckt der harte Wettbewerbsdruck: Hohe Energie- und Lohnkosten, überbordende Bürokratie und eine schwache Nachfrage zwingen die Unternehmen zum Umdenken.

Regulatorische Fristen rücken näher

Während die Firmen auf digitale Lösungen setzen, tickt die regulatorische Uhr. Die Anmeldefrist für die NIS-2-Richtlinie endet am 31. Juli 2026. In Österreich sind rund 29.500 Unternehmen betroffen. Bei Verstößen drohen Bußgelder von bis zu zehn Millionen Euro oder zwei Prozent des weltweiten Jahresumsatzes – und die Geschäftsführung haftet persönlich.

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Weitere Fristen folgen: Am 2. August 2026 treten die Transparenzpflichten des EU AI Acts in Kraft, am 12. August 2026 ein neues Verpackungsgesetz.

Länder investieren in digitale Zukunft

Um den digitalen Wandel zu unterstützen, stocken die Bundesländer ihre Förderprogramme auf. Oberösterreich bewilligte im Juli 168.000 Euro für neue KI-Bildungsinitiativen, die sich an die breite Bevölkerung richten. Niederösterreich wiederum hat bereits im Juni die Bauordnung vereinfacht – mit dem Ziel, Rechenzentren schneller errichten zu können.

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Rechenleistung und Stromnetze

Die Infrastruktur-Anbieter reagieren auf den wachsenden Bedarf an Rechenleistung. Microsoft baut derzeit grüne Rechenzentren in Schwechat, Achau und Vösendorf – alle sollen zu 100 Prozent mit erneuerbarer Energie betrieben werden.

Auch österreichische Startups zeigen, wie KI in der Praxis funktioniert. AI Enlite hat ein System entwickelt, das Stromnetze während der Umstellung auf erneuerbare Energien stabilisiert. Die Technologie verhindert Blackouts nach eigenen Angaben 60 Prozent länger als herkömmliche manuelle Schaltverfahren. Das von Clemens Wasner gegründete Unternehmen arbeitet bereits mit Netzbetreibern in Frankreich und den Niederlanden zusammen.