NIST legt Grundstein für nationale KI-Sicherheitsrichtlinien

Das US-Handelsministerium entwickelt freiwillige Richtlinien zum Schutz vor KI-bezogenen Cyber-Risiken. Der Rahmen soll als Maßstab für angemessene Sicherheitspraktiken dienen.

Die USA schaffen mit einem neuen Cybersecurity Framework einen nationalen Standard für den sicheren Umgang mit Künstlicher Intelligenz. Die freiwilligen Richtlinien sollen Unternehmen vor KI-spezifischen Cyber-Risiken schützen.

Heute endete die entscheidende Feedback-Phase für den Entwurf des „Cyber AI Profile“. Das US-Handelsministeriumseinrichtung NIST will damit Organisationen eine risikobasierte Handlungsanleitung an die Hand geben. Sie adressiert drei Kernbereiche: die Absicherung von KI-Systemen, deren Nutzung zur Cyber-Verteidigung und die Abwehr von KI-gestützten Angriffen. In einer Zeit rasanten KI-Einsatzes dürften die finalen Richtlinien zum Maßstab für „angemessene“ Sicherheitspraktiken werden.

Vom Entwurf zum nationalen Standard

Nun beginnt die aufwändige Auswertung der Stellungnahmen von Industrie, Wissenschaft und Behörden. Auf dieser Basis soll noch 2026 ein überarbeiteter öffentlicher Entwurf folgen. Der aktuelle Draft ist das Ergebnis einer einjährigen Kooperation mit über 6.500 Beteiligten.

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Statt völlig neuer Regeln schafft das Dokument einen spezialisierten Aufsatz auf das etablierte NIST Cybersecurity Framework 2.0. Die Botschaft ist klar: KI-Sicherheit darf kein Sonderthema sein, sondern muss in die gesamte Cyber-Risikostrategie eines Unternehmens integriert werden. Das Profil baut zudem auf dem KI-Risikomanagement-Rahmen (AI RMF) von 2023 auf.

Drei Säulen für die KI-Sicherheit

Der Ansatz gliedert sich in drei sich überschneidende Schwerpunktbereiche, die die vielschichtige Beziehung zwischen KI und Cybersicherheit abdecken.

  • Absichern (Secure): Dieser Bereich konzentriert sich auf den Schutz der KI-Systeme selbst. Er adressiert neuartige Gefahren, die entstehen, wenn komplexe KI-Modelle und ihre Daten-Lieferketten in die bestehende IT-Infrastruktur integriert werden.

  • Verteidigen (Defend): Hier geht es darum, KI als Kraftmultiplikator für die eigene Cyberabwehr zu nutzen. Das umfasst die Erkennung von Anomalien, die Automatisierung von Incident Response und die effiziente Auswertung von Bedrohungsinformationen.

  • Vereiteln (Thwart): Dieser Pfeiler bereitet Organisationen auf die wachsende Bedrohung durch gegnerische KI vor. Die Richtlinien helfen, sich gegen KI-gestützte Angriffe wie hochgradig personalisiertes Social Engineering oder die autonome Ausnutzung von Schwachstellen zu wappnen.

Richtlinien mit großer praktischer Wirkung

Die Entwicklung kommt zur rechten Zeit. Während Unternehmen KI für alles vom Kundenservice bis zum Management kritischer Infrastrukturen einsetzen, vergrößern sie gleichzeitig ihre Angriffsfläche. Die naive Sicht, KI sei „einfach nur Software“, gilt längst als überholt.

Obwohl freiwillig, werden die Richtlinien erhebliche praktische Auswirkungen entfalten. Regulierungsbehörden, Wirtschaftsprüfer und Gerichte dürften sie heranziehen, um die Sorgfaltspflicht von Unternehmen bei der KI-Sicherheit zu bewerten. Für börsennotierte Konzerne kann der Rahmen helfen, KI-Risiken in Finanzberichten und Compliance-Programmen zu kontextualisieren. Die Richtlinien harmonieren zudem mit Vorgaben von Aufsichtsbehörden, die bereits eine Integration KI-bezogener Risiken in bestehende Sicherheitsframeworks fordern.

Ein lebendiges Dokument für eine dynamische Technologie

Das finale „Cyber AI Profile“ wird kein statisches Regelwerk sein. Es ist als lebendiges Tool konzipiert, das sich parallel zur rasanten Entwicklung der KI-Technologie und ihrer Bedrohungen weiterentwickeln soll. Für Sicherheitsverantwortliche und CISOs bietet es eine entscheidende Roadmap, um KI in Risikoregister, Bedrohungsmodelle und Kontrollframeworks zu integrieren. Das Ziel ist klar: Innovation soll nicht auf Kosten von Sicherheit und Resilienz gehen.

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