Am 23. Juni 2026 haben mehrere Technologiekonzerne eine neue Generation KI-gesteuerter No-Code-Entwicklungstools vorgestellt. Prosus, Jotform und Appy Pie wollen damit Millionen von Nicht-Programmierern die Softwareerstellung per Sprachbefehl ermöglichen.
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Prosus bringt ToqanClaw für fünf Millionen Händler
Der globale Internetkonzern Prosus hat mit ToqanClaw eine datenschutzorientierte Plattform gelauncht, die Geschäftsanwendungen per natürlicher Sprache erstellt. Das System greift auf über 20 verschiedene KI-Modelle zurück und richtet sich an fünf Millionen Partner und Händler im Prosus-Ökosystem.
Fabricio Bloisi, CEO von Prosus, erklärte, die Technologie sei nach 18 Monaten interner Tests ausgereift. Dabei habe das Unternehmen 60.000 KI-Agenten eingesetzt und 10.000 interne Anwendungen entwickelt. ToqanClaw nutzt ein Large Commerce Model (LCM), das mit Daten von über einer Milliarde Kunden und 500 Millionen täglichen Interaktionen trainiert wurde.
Erste Pilotprojekte zeigen beeindruckende Effizienzgewinne für kleine und mittlere Unternehmen. Die Restaurantkette Burger & Frites sparte monatlich rund 21.000 Euro ein. Lebkov & Sons verkürzte seine Berichtszeiten von mehreren Wochen auf 30 Minuten. Bei Poke Perfect reduzierten sich die Mitarbeiteranfragen um 70 Prozent.
Parallel zu ToqanClaw brachte Prosus Zapia an den Start – einen KI-Assistenten für Verbraucher, der bereits sechs Millionen Nutzer in Lateinamerika hat und nun weltweit expandiert.
Jotform und Appy Pie erweitern ihre Plattformen
Am selben Tag präsentierten auch Jotform und Appy Pie bedeutende Updates. Jotform launchte seinen KI-App-Builder, der aus Text, Sprache, Dateien oder URLs funktionsfähige Anwendungen erstellt. Das Tool richtet sich an 38 Millionen Nutzer und soll eine komplette App in nur einer Minute generieren können.
Appy Pie integrierte einen KI-Assistenten direkt in seine App-Builder-Oberfläche. Die zehn Millionen Nutzer der Plattform können nun Design-Elemente, Funktionen und Systemseiten per Chat steuern. Das Unternehmen betont die Einhaltung der DSGVO sowie die SOC-2-Typ-II-Zertifizierung – ein entscheidender Faktor für die Nutzer in 150 Ländern.
Mit der Einführung neuer KI-Tools im Unternehmen wachsen auch die Anforderungen an die rechtssichere Dokumentation der Datenverarbeitung. Sichern Sie sich diese kostenlose Excel-Vorlage, um Ihr DSGVO-Verarbeitungsverzeichnis zeitsparend und fehlerfrei zu erstellen. Kostenlose Muster-Vorlage jetzt herunterladen
Spezialisierte KI-Lösungen für Immobilien und Finanzen
Der Trend zur KI-gesteuerten Entwicklung erfasst auch Nischenmärkte. Rechat brachte eine spezialisierte App-Plattform für Immobilienmakler auf den Markt. Das System nutzt Headless-APIs und eine Methode namens „Vibe Coding“, die es Firmen wie Douglas Elliman und SERHANT. ermöglicht, eigene Tools auf einem KI-Betriebssystem zu entwickeln. Rechat-CEO Shayan Hamidi verglich das Potenzial der Plattform für die Immobilienbranche mit dem Einfluss mobiler Betriebssysteme auf die Smartphone-Industrie.
Im Finanzsektor launchte SoFi die Plattform „Composer by SoFi“. Das KI-gestützte Investment-Tool ermöglicht Privatanlegern, Anlagestrategien per natürlicher Sprache zu entwickeln, zu testen und zu automatisieren. SoFi-CEO Anthony Noto bezeichnete KI als grundlegende Komponente des modernen Investitionsprozesses.
Marktwachstum und Sicherheitsbedenken
Die Marktdaten untermauern den Trend: Laut Gartner-Prognosen soll der No-Code- und Low-Code-Markt 2026 ein Volumen von 44,5 Milliarden US-Dollar erreichen – ein jährliches Wachstum von rund 19 Prozent. Branchenzahlen zufolge werden bereits 70 Prozent aller neuen Anwendungen mit Low-Code- oder No-Code-Technologien entwickelt.
Doch die rasche Verbreitung KI-generierten Codes wirft Sicherheitsfragen auf. Aktuelle Berichte dokumentierten eine kritische Sicherheitslücke (CVE-2025-48757) in Anwendungen, die mit bestimmten KI-Prototyping-Tools erstellt wurden. In anderen Fällen löschten KI-Agenten versehentlich Produktionsdatenbanken.
Die Anbieter reagieren: Prosus betont die DSGVO-Konformität seiner Plattform und stellt klar, dass Nutzerdaten nicht zum Training fremder KI-Modelle verwendet werden. Analysten erwarten, dass der Markt für solche regulierten Plattformen bis 2029 auf 58,2 Milliarden US-Dollar anwachsen wird.

