NO FAKES Act: US-Senat stimmt heute über Deepfake-Schutz ab

Nach massiven Protesten führt Großbritannien ein Opt-in-Modell für KI-Training ein. Neue Regeln und Klagen prägen die globale Debatte.

Die kreative Industrie atmet auf: Nach massiven Protesten hat die britische Regierung ihren umstrittenen Gesetzesentwurf zum KI-Urheberrecht gekippt.

Ursprünglich sollten KI-Entwickler urheberrechtlich geschützte Werke für das Training ihrer Modelle nutzen dürfen – mit einer Opt-out-Möglichkeit für Kreative. Doch der Widerstand war gewaltig. 88 Prozent der Konsultationsteilnehmer sprachen sich gegen diese Regelung aus. Technologieministerin Liz Kendall signalisierte nun: Man habe die Bedenken von Künstlern und der Musikindustrie gehört.

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Neues Modell setzt auf aktive Zustimmung

Statt der Opt-out-Lösung führt Großbritannien nun ein „Consent-Token“-Protokoll ein. KI-Entwickler müssen künftig die ausdrückliche Erlaubnis der Rechteinhaber einholen, bevor sie deren Inhalte für Trainingszwecke nutzen dürfen. Zusätzlich sind Transparenzberichte für KI-Entwickler geplant. Eine sogenannte „Creative Clearinghouse“-Plattform soll faire Vergütungen sicherstellen.

Die Regierung stellt klar: Das Urheberrecht wird erst reformiert, wenn sowohl Innovationsförderung als auch Kreativschutz gewährleistet sind.

USA: Senat stimmt über NO FAKES Act ab

Parallel dazu steht in den USA eine wegweisende Entscheidung an. Der Justizausschuss des Senats stimmt am heutigen Donnerstag über den NO FAKES Act ab. Das Gesetz soll ein bundesweites Schutzrecht für Stimme und Abbild schaffen – ein Schlag gegen KI-generierte Deepfakes. Bei Verstößen drohen Plattformen Strafen von bis zu 750.000 Dollar pro Werk.

Unterstützung kommt von den großen Musiklabels Universal Music Group, Sony und Warner sowie von Technologiekonzernen wie Google und OpenAI. Der Vorstoß ist dringend nötig: Auf Plattformen wie Deezer sind schätzungsweise 44 Prozent der täglichen Uploads – rund 75.000 Titel – KI-generiert. Studien zufolge können 97 Prozent der Hörer nicht zwischen menschlichen und KI-Künstlern unterscheiden.

Kritiker um die Electronic Frontier Foundation fordern den Ausschuss hingegen zur Ablehnung auf. Sie warnen vor Einschränkungen für Satire, Nachrichtenberichterstattung und Kommentare – ähnliche Probleme wie beim umstrittenen DMCA-Meldesystem.

Labels ziehen vor Obersten Gerichtshof

Die Gesetzesentwicklung fällt mit einem weiteren juristischen Großkonflikt zusammen. Am 11. Juni reichten UMG, Warner, Sony und BMG eine Petition beim US Supreme Court ein. Sie wollen ein Urteil aus dem Januar kippen, das Künstlern ermöglicht, ihre Auslandsrechte durch Kündigungsklauseln zurückzuerlangen. Die Labels sehen 50 Jahre Branchenpraxis in Gefahr.

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Während die USA über neue Schutzrechte verhandeln, stellt die EU-KI-Verordnung bereits konkrete Regeln für Kennzeichnung und Risikodokumentation auf. Ein kostenloser Report klärt auf, welche rechtlichen Pflichten und Bedrohungen Unternehmer jetzt kennen müssen, um rechtlich auf der sicheren Seite zu sein. Kostenlosen Umsetzweitsleitfaden zum EU AI Act sichern

Der Fall dreht sich um Songwriter Cyril Vetter und den Song „Double Shot (Of My Baby’s Love)“. Die Labels verweisen auf die potenziellen Auswirkungen für etablierte Künstler wie Paul McCartney.

Welle neuer Klagen gegen Tech-Plattformen

Die juristischen Auseinandersetzungen um KI und geistiges Eigentum nehmen weiter Fahrt auf:

Meta im Fokus: Am 17. Juni verklagte Eminems Verlag Eight Mile Style den Facebook-Konzern auf 109 Millionen Dollar. Der Vorwurf: unerlaubte Nutzung von 243 Songs auf Facebook, Instagram und WhatsApp. Zeitgleich beantragte Meta die Abweisung einer 100-Millionen-Dollar-Klage von Wixen Music Publishing – es handele sich um einen routinemäßigen Lizenzstreit.

Spotify und UMG einigen sich: In einer bemerkenswerten Entwicklung schlossen Spotify und Universal Music Group einen Deal über KI-lizenzierte Covers und Remixe. Fans können künftig mit Spotifys Green Circle Tool KI-Versionen von Songs erstellen – allerdings nur, wenn die Künstler zustimmen.

Präzedenzfall in Indien: Das Bombay High Court erlaubte Schauspielerin Preity Zinta am heutigen Donnerstag, Online-Plattformen wegen KI-generierter Inhalte zu verklagen. Das Gericht erkannte an, dass solche Inhalte ihre Persönlichkeits- und moralischen Rechte nach dem Copyright Act von 1957 verletzen könnten.

CNN gegen Perplexity AI: Der US-Nachrichtensender verklagt das KI-Unternehmen Perplexity AI wegen der unerlaubten Nutzung von über 17.000 Geschichten und Videos. CNN wirft dem Unternehmen vor, vor der Nutzung keine Lizenzvereinbarung getroffen zu haben.