Die wachsende Kritik am Copilot-Button auf Windows-Laptops hat jetzt ein handfestes Gegenstück bekommen.
Ein Entwickler hat ein kostenloses Programm veröffentlicht, das die umstrittene KI-Taste wieder in die gewohnte Strg-Funktion zurückverwandelt. Das Tool namens „NoCopilotKey“ stammt von Dan Weiss und ist auf GitHub verfügbar. Es fängt das Signal ab, das die spezielle Taste auf modernen Windows-Notebooks aussendet, und leitet es als klassischen Steuerungsbefehl um.
So funktioniert die Umprogrammierung
Die Installation ist denkbar einfach: Nutzer laden eine komprimierte Datei herunter, entpacken sie und starten den Installer. Wer später doch wieder die KI-Funktion nutzen möchte, kann das Tool entweder über den Task-Manager verwalten oder komplett über die Systemsteuerung deinstallieren.
Der Vorstoß zeigt: Nicht jeder ist begeistert von Microsofts Strategie, KI-Funktionen per Hardwareknopf in den Vordergrund zu drängen. Viele professionelle Anwender klagen darüber, dass der neue Button ihre eingespielten Tastenkombinationen durcheinanderbringt. Die gewohnte Strg-Taste fehlt an kritischer Stelle – ein Problem für alle, die auf schnelle Shortcuts angewiesen sind.
Microsoft treibt KI-Integration voran
Während Drittentwickler die Hardware-Kontrolle zurückerobern, treibt Microsoft die KI-Integration auf anderen Ebenen weiter voran. Noch in diesem Jahr soll Copilot Einzug in Outlook Classic halten. Die Funktion „E-Mail-Entwurf erstellen“ wird dann automatisch Texte verfassen, überarbeiten und erweitern können.
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Für Unternehmen mit Microsoft-365-Copilot-Lizenz ist die Funktion standardmäßig aktiviert. Allerdings gibt es einen Opt-out-Mechanismus für Organisationen, die die KI-gestützte Texterstellung lieber selbst steuern möchten. Weitere Features wie die KI-unterstützte Terminplanung sollen im Laufe des Jahres folgen.
Neue Preismodelle für KI-Dienste
Die Kostenfrage bleibt ein heißes Thema. GitHub hat seine Code-Qualitätsfunktionen aus der Testphase entlassen und verlangt nun umgerechnet etwa neun Euro pro aktivem Entwickler und Monat. Hinzu kommt ein Kreditsystem: Zusätzliche KI-Aktionen werden mit rund einem Cent pro Credit berechnet.
Ähnlich funktioniert der Dienst „Copilot Cowork“, der seit Mitte Juni weltweit verfügbar ist. Hier können Hintergrundaufgaben in der Cloud ablaufen – ebenfalls auf Kreditbasis abgerechnet. Administratoren haben die Möglichkeit, Budgets festzulegen und den Zugriff zu beschränken, um unerwartete Kosten zu vermeiden.
GitHub-COO Kyle Daigle betonte kürzlich die Bedeutung eines plattformbasierten Ansatzes für KI-gestütztes Programmieren. Viele große Unternehmen hätten Copilot zwar getestet, ein erheblicher Teil des Marktes setze jedoch auf Multi-Modell-Strategien, um Kosten und Leistung besser im Griff zu halten.
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Notfall-Update behebt Hardware-Probleme
Neben den Software-Neuerungen musste Microsoft auch akute Stabilitätsprobleme in den Griff bekommen. Ein Notfall-Update (KB5121767) vom 18. Juli behebt Leistungseinbrüche und Überhitzungsprobleme auf bestimmten Dell-Geräten, darunter die Baureihen Precision und XPS.
Ursache war ein Konflikt zwischen dem Intel Integrated Performance Primitives-Treiber und dem Windows-USB-C-Verbindungsmanager. Das Update folgt auf ein großes Sicherheitspaket vom 14. Juli, das insgesamt 570 Schwachstellen in Windows 11 schloss – darunter 16 kritische Sicherheitslücken, die von KI-gestützten Sicherheitstools aufgespürt wurden.

