Noctua und Forced Physics: Neue Kühltechnik soll über 2.000 Watt abführen

Neue Wasserblöcke unterstützen mehrere Intel- und AMD-Sockel; Noctua untersucht mit Forced Physics eine leise Lösung für hohe Wärmelasten.

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Die Kühlungsbranche für PC-Hardware zeigt sich in Bewegung: Thermal Grizzly hat neue CPU-Wasserblöcke mit Support für kommende Intel-Plattformen vorgestellt, während Noctua eine Forschungspartnerschaft für eine neuartige Kühltechnologie angekündigt hat, die theoretisch weit über 2.000 Watt Wärmeabfuhr ermöglichen soll.

Thermal Grizzly bringt Mycro Pro Stainless Steel auf den Markt

Thermal Grizzly hat seine Mycro Pro Stainless Steel CPU-Wasserblöcke veröffentlicht, die offiziellen Support für den kommenden Intel-Sockel LGA1954 bieten, auf dem die Nova-Lake-S-Desktop-Prozessoren laufen sollen. Zusätzlich unterstützen die Blöcke die bestehenden Sockel LGA1700 und LGA1851. Für AMD-Systeme bietet Thermal Grizzly eine separate Version für die Sockel AM4 und AM5 an.

Der Preis liegt bei 116,88 US-Dollar beziehungsweise 99,90 Euro (inklusive Mehrwertsteuer) je Version. EU-Listings zeigen ebenfalls 99,90 Euro, während polnische Anbieter die Blöcke für 437 Zł führen.

Konstruktiv setzt Thermal Grizzly auf eine unplattierte Kupfer-Coldplate mit 0,2 Millimeter feinen Microfins – 70 Finnen bei der Intel-Version, 68 bei der AMD-Version. Das Gehäuse besteht aus Edelstahl (S304), ergänzt durch einen eloxierten Aluminium-Montagerahmen, EPDM-O-Ringe und G1/4-Zoll-Anschlüsse mit 6 Millimetern Länge.

Auf ein Nickel-Plating der Kupferbasis verzichtet der Hersteller bewusst, was laut Hersteller einen etwas besseren Wärmetransfer bei geringeren Kosten ermöglicht – allerdings kann das blanke Kupfer oxidieren und sich verfärben. RGB-Beleuchtung fehlt, ebenso ist der Block nicht für Direct-Die-Anwendungen oder Flüssigmetall-Wärmeleitpaste ausgelegt.

Der Intel-Inlet ist speziell für LGA1851-Chips mit Standard-Heatspreader optimiert. Laut Leaks wird der Nova-Lake-S-Launch für das erste Quartal 2027 angepeilt, während die offizielle LGA1954-Präsentation gegen Ende des laufenden Jahres erwartet wird – ein Debüt auf der CES im kommenden Jahr gilt als wahrscheinlich, der Großteil der Prozessoren soll aber erst 2027 folgen.

Andere Kühlerhersteller signalisieren bereits Kompatibilität: Ein Thermaltake-Leak sowie eine Noctua-FAQ deuten darauf hin, dass bestehende LGA1851-Kühler auch für den neuen Sockel geeignet sein sollen. LGA1954-Komponenten sind zudem bereits auf AliExpress und anderen Wiederverkaufsmärkten sichtbar.

Noctua kooperiert mit Forced Physics DCT an Hochleistungskühlung

Parallel dazu hat Noctua eine Forschungspartnerschaft mit dem Unternehmen Forced Physics DCT bekanntgegeben. Ziel ist es, das sogenannte JouleForce-Micro-Channel-Array für den Einsatz in Desktop-PCs und Workstations nutzbar zu machen. Noctua betont ausdrücklich, dass es sich um langfristige Forschung und Entwicklung handelt – ein konkretes Produkt oder ein Termin steht bislang nicht fest.

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Laut Angaben von Forced Physics ermöglicht JouleForce eine Wärmeabfuhr von über 2.000 Watt allein durch Luftkühlung, da dicht gepackte Micro-Channels die Bildung einer isolierenden Grenzschicht verhindern. Die Technologie kommt nach Herstellerangaben bereits in Rechenzentren zum Einsatz; unabhängige Desktop-Benchmarks liegen bislang nicht vor.

Forced Physics bewirbt JouleForce insbesondere für KI-Beschleuniger im Leistungsbereich zwischen 1.000 und 2.000 Watt. Unabhängige Tests zeigten einen um 50 Prozent geringeren thermischen Widerstand im Vergleich zu einem Dell-Referenzkühler für den Sockel SP5 – bei nur einem Drittel des benötigten Luftstroms. Entsprechende JouleForce-Hardware existiert bereits für AMD-EPYC-SP5-Server.

Die größte Hürde für den Desktop-Einsatz liegt laut Noctua im Druckabfall der Micro-Channel-Arrays, der eine Größenordnung und mehr über dem konventioneller Axial-PC-Lüfter liegt. Aktuell sind für den Betrieb Industriegebläse, Hochgeschwindigkeits-Zentrifugallüfter oder Vakuumpumpen erforderlich.

Noctua-CEO Roland Mossig beschrieb das nötige Druckniveau als das von Geräten, die niemand unter dem Schreibtisch haben wolle. Ziel der Partnerschaft sei es, entweder den Druckbedarf zu senken oder den erforderlichen Druck leise innerhalb eines PC-Gehäuses zu erzeugen.

Forced-Physics-Gründer Scott Davis nannte Noctuas Erfahrung mit leiser Hochdruck-Luftführung als Hauptgrund für die Zusammenarbeit. Bei erfolgreicher Umsetzung erwarte man einen Vorteil gegenüber anderen Kühlerherstellern. Beide Unternehmen kündigten an, bei Erreichen von Meilensteinen weitere Updates zu veröffentlichen.

Weiteres Produkt aus dem Noctua-Umfeld angeteasert

Zusätzlich teasert Noctua eine „Noctua“-Edition des Thermal Grizzly WireView Pro II für Grafikkarten mit 12V-2×6-Anschlüssen an, die ursprünglich als Prototyp auf der Computex 2026 gezeigt wurde.

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Die Variante soll mit einem NF-A4x10-Lüfter (40 statt 30 Millimeter der Standardversion), einem Semi-Passiv-Modus, angepasster Platine, größerem Gehäuse und einem CNC-gefrästen Aluminium-Kühlkörper ausgestattet sein.

Display zur Überwachung und USB-Typ-C-Anschluss für Firmware-Updates bleiben erhalten. Der Launch wurde für das dritte Quartal 2026 angekündigt, ein offizieller Termin steht jedoch noch aus. Als Preis wird ein Betrag von 199 Euro in der EU erwartet.