Das Softwareunternehmen Hancom hat am 14. September 2026 die Einführung von Nomadian bekannt gegeben. Das System wird vom Hersteller als die weltweit erste Plattform für eine „KI-Workforce“ beschrieben, die auf einem eigens entwickelten agentenbasierten Betriebssystem (Agentic OS) aufbaut.
Die Lösung integriert eine dreidimensionale Büroumgebung, in der KI-Agenten als Team zusammenarbeiten. Die Auslieferung erfolgt als Software-as-a-Service (SaaS) direkt über den Browser, wodurch eine lokale Installation entfällt.
Markteintritt und Zielgruppenfokus auf Solo-Unternehmer
Für die Plattform ist ein Beta-Start in den USA ab Dezember 2026 geplant, während der Übergang zu einem kostenpflichtigen Abonnementmodell für das Jahr 2027 vorgesehen ist. Hancom richtet sich mit Nomadian primär an den Markt der rund 30,4 Millionen US-Unternehmen ohne Angestellte. Diese erwirtschaften laut Daten des US Census Bureau einen Jahresumsatz von insgesamt 1,8 Billionen US-Dollar.
Der Bedarf an automatisierten Lösungen für Einzelgründer wird durch aktuelle Marktdaten untermauert. Laut Erhebungen von Carta stieg der Anteil von Solo-Gründern an neuen Startups im ersten Halbjahr 2025 auf 36,3 Prozent, verglichen mit lediglich 23,7 Prozent im Jahr 2019. Eine Umfrage von Goldman Sachs aus dem Frühjahr 2026 verdeutlicht zudem das Potenzial: Demnach nutzen zwar bereits 76 Prozent der kleinen US-Unternehmen KI-Anwendungen, jedoch setzen nur 14 Prozent diese Technologien vollständig in ihren Kernprozessen ein.
Als größte Hindernisse nannten die Befragten fehlendes technisches Personal (49 Prozent) sowie Schwierigkeiten bei der Auswahl geeigneter Werkzeuge (48 Prozent). Hancom gab zudem bekannt, dass der Anteil von KI-Lösungen am eigenen Umsatz im ersten Quartal 2026 bei 11,21 Prozent lag.
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Skalierung und Großaufträge im Enterprise-Sektor
Parallel zur Entwicklung bei Hancom verzeichnen auch andere Anbieter von KI-Infrastrukturen deutliche Markterfolge. CXApp Inc. meldete einen Dreijahresvertrag mit einer globalen Investmentmanagement-Organisation über ein Volumen von mehr als 1,4 Millionen US-Dollar.
In Kombination mit einem bereits bestehenden Vertrag mit einem Finanzunternehmen aus den Fortune 100 beläuft sich das aggregierte Vertragsvolumen des Anbieters auf über 3,9 Millionen US-Dollar. Die Lizenzen umfassen mehr als 10.000 Mitarbeiter an rund 40 Standorten weltweit.
ServiceNow treibt die Integration ebenfalls voran und stellte bereits im Mai 2026 in Las Vegas die Lösung „Otto“ vor. Dabei handelt es sich um eine vereinheitlichte KI-Erfahrung, die unter anderem auf Technologien der im März 2025 für 2,85 Milliarden US-Dollar übernommenen Firma Moveworks basiert.
Die neue Sparte EmployeeWorks generierte bereits kurz nach dem Start sechs Verträge mit einem jährlichen Netto-Vertragswert von jeweils über einer Million US-Dollar.
Branchenspezifische Anwendungen und Finanzierungstrends
Der Trend zu spezialisierten KI-Betriebssystemen erstreckt sich über verschiedene Industrien. Acrisure präsentierte mit Auris AI eine Plattform für Versicherungs-Workflows, die auf Technologien von Palantir basiert. Das System bündelt Kunden- und Vertragsdaten in einer zentralen Betriebsplattform.
Im Bereich der Fertigung startete MachineMetrics die Plattform MaximaOS, die insbesondere auf die automatisierte Zerspanung ausgerichtet ist und Funktionen für das Produktionsmanagement sowie KI-gestützte Analysen umfasst.
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Auch auf dem Risikokapitalmarkt zeigt sich eine hohe Dynamik für agentenbasierte Systeme. Das saudi-arabische Startup Gaia sicherte sich in einer Pre-Seed-Runde 1,5 Millionen US-Dollar für eine Plattform, die Daten innerhalb der geschützten Unternehmensumgebung belässt.
Euno schloss eine Series-A-Finanzierung über 23 Millionen US-Dollar ab, um eine Governance-Ebene für KI-Agenten zu etablieren. Das Unternehmen, das unter anderem AlphaSense zu seinen Kunden zählt, plant eine Verdopplung der Belegschaft bis zum Jahresende.
Ergänzt wird das Feld durch spezialisierte Anbieter wie Aron, ein Startup aus San Francisco, das mit einem Funding von 8 Millionen US-Dollar einen KI-gestützten „Chief of Staff“ für den Einkauf entwickelt hat. Zendesk wiederum führte spezialisierte KI-Agenten ein, die laut Unternehmensangaben bis zu 80 Prozent der Workflows automatisieren können und bereits in Handelsumgebungen eingesetzt werden.

