Nor’easter in den USA: Über 130.000 Kunden zeitweise ohne Strom

Der Sturm kappte zeitweise bei über 130.000 Kunden den Strom und führte zu Flugausfällen, Verspätungen und erheblichen Sachschäden.

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Ein heftiger Nor’easter hat im Nordosten und im Mittelatlantik der USA weitreichende Störungen der Infrastruktur verursacht und zehntausende Haushalte sowie Unternehmen von der Stromversorgung abgeschnitten. Laut Daten von PowerOutage.us waren zeitweise über 130.000 Kunden ohne Elektrizität, während das Sturmgebiet eine Region von der Mittelatlantik-Küste bis nach Neuengland erfasste, in der dutzende Millionen Menschen leben.

Massive Stromausfälle in mehreren Bundesstaaten

Die Auswirkungen des Sturms konzentrierten sich insbesondere auf die Bundesstaaten New Jersey, New York, Connecticut und Pennsylvania. Am Samstagnachmittag waren allein in den Mittelatlantik-Staaten mehr als 63.000 Kunden ohne Strom.

In New Jersey, Connecticut und New York wurden kurz nach 13 Uhr Ortszeit jeweils mehr als 25.000 Unterbrechungen gemeldet. In Massachusetts waren am Samstagnachmittag rund 8.000 Haushalte betroffen, in Rhode Island mehr als 1.200.

Die Energieversorger meldeten bereits erste Erfolge bei der Wiederherstellung der Netze. PSEG Long Island gab bekannt, seit Freitagmorgen mehr als 82.000 Kunden wieder versorgt zu haben; am Sonntagmorgen waren auf Long Island und in den Rockaways noch 23.686 Kunden ohne Anschluss.

Der Versorger Eversource stellte die Versorgung für mehr als 23.000 Kunden bis Samstagvormittag wieder her, während National Grid bis zum frühen Samstagnachmittag über 16.000 Haushalte wieder ans Netz brachte. Zur Bewältigung der Schäden im besonders betroffenen Suffolk County wurden neben hunderten eigenen Kräften auch rund 340 externe Arbeiter eingesetzt.

Erhebliche Einschränkungen im Reiseverkehr und öffentliche Sicherheit

Neben der Energieversorgung war der Transportsektor massiv betroffen. Laut FlightAware wurden landesweit rund 425 Flüge gestrichen und über 1.300 Verspätungen verzeichnet. Besonders kritisch war die Lage am Flughafen Boston Logan, wo hunderte Flüge ausfielen. Die Fluggesellschaft Delta musste in Boston rund 60 Prozent ihres Flugbetriebs einstellen. Auch an den Flughäfen JFK, LaGuardia und Newark kam es zu erheblichen Verzögerungen.

Der Schienenverkehr war ebenfalls eingeschränkt, da Amtrak-Züge gestrichen wurden. Im Fährverkehr zwischen Cape Cod und Rhode Island kam es zu Störungen. Die Gouverneure von New York und New Jersey erklärten bereits am Freitag den Notstand für mehrere Counties, einschließlich New York City.

In Connecticut wurde das Emergency Operations Center aktiviert. Gouverneurin Kathy Hochul warnte die Bevölkerung eindringlich vor den Gefahren an den Küsten und betonte, dass der Aufenthalt im Wasser lebensgefährlich sei.

Meteorologische Daten und Sachschäden

Der Sturm, der am Samstag zeitweise südlich von Long Island verharrte, brachte extreme Windgeschwindigkeiten und starke Niederschläge. Der National Weather Service (NWS) registrierte Böen von bis zu 70 mph in der Samstagnacht. An den Küsten wurden Geschwindigkeiten zwischen 35 und 50 mph gemessen, während im Landesinneren Böen bis zu 45 mph auftraten. An den Flughäfen JFK und Westhampton wurden Spitzenwerte von über 50 mph erreicht.

Die materiellen Schäden sind beträchtlich. In New York City stürzten mehr als 700 Bäume und über 440 große Äste um. Ein umstürzender Baum forderte am Samstag in New York ein Todesopfer, als ein Mitarbeiter der städtischen Wohnungsbehörde getroffen wurde.

In New Jersey wurden Küstengemeinden durch steigende Tiden und Wellen bedroht; in Surf City wurden Boote und Jet-Skis von ihren Halterungen geweht. Als historischer Vergleichspunkt wird in Berichten der Supersturm Sandy aus dem Jahr 2012 angeführt, der Schäden von mehr als 60 Milliarden US-Dollar verursachte.

Zahlreiche Großveranstaltungen wurden aufgrund der Wetterlage abgesagt oder verschoben, darunter Konzerte von Ed Sheeran im Gillette Stadium, das Oceans Calling Festival in Maryland sowie der Ironman New York. Auch Sportereignisse der Baseball-Profiliga mussten verlegt werden.