Der Elektronikhersteller Nothing hat seine Over-Ear-Kopfhörer-Reihe um ein neues Flaggschiff ergänzt: den Headphone (1) Pro. Das Modell positioniert sich im Premium-Segment und wurde Ende September 2026 vorgestellt, in Nordamerika kam es laut Wired am Folgetag über Nothing, Amazon und Best Buy auf den Markt.
Preise variieren je nach Markt
Die Preisangaben für den Headphone (1) Pro fallen je nach Quelle und Region unterschiedlich aus. In den USA kostet das Modell laut einem Bericht US$399. In Deutschland wird mehrfach ein Preis von 349 Euro UVP genannt, während andere Berichte 370 Euro beziehungsweise 350 Euro anführen.
Für Hongkong und Macau begann die Vorbestellung am 3. Oktober 2026, der Verkaufsstart war für den 9. Oktober angesetzt, zum Preis von HK$3.299 in den Farben Schwarz und Weiß. Das Standardmodell Headphone (1) kostet regulär 300 Euro, war zeitweise aber auch für 250 Euro erhältlich.
Technische Ausstattung im Detail
Gegenüber dem Vorgängermodell bringt der Headphone (1) Pro zahlreiche Neuerungen mit. Statt eines einzelnen 40-mm-Treibers verbaut Nothing nun drei Treiber pro Ohrmuschel, darunter ein xMEMS-Treiber, die gemeinsam einen Frequenzbereich von 20 Hz bis 40.000 Hz abdecken sollen.
Die Abstimmung erfolgte in Zusammenarbeit mit den Metropolis Studios. Für Bluetooth-Verbindungen kommt Bluetooth 6.1 zum Einsatz, zudem unterstützt der Kopfhörer Auracast sowohl als Sender als auch als Empfänger sowie LDAC bis 24 Bit/96 kHz. Über USB-C ist verlustfreie Audioübertragung bis 24 Bit/192 kHz möglich.
Die aktive Geräuschunterdrückung arbeitet mit zehn Mikrofonen statt bisher sechs und soll eine Reduktion von bis zu 46 Dezibel erreichen. Bei der Akkulaufzeit gibt Nothing bis zu 68 Stunden ohne ANC beziehungsweise 30 Stunden mit aktivierter Geräuschunterdrückung und AAC-Codec an. Der Kopfhörer wiegt 327 Gramm und ist nach IP52 gegen Staub und Spritzwasser geschützt, das Transportetui bringt 383,5 Gramm auf die Waage.
Beim Design setzt Nothing auf CNC-gefrästes Aluminium, gehärtetes Glas und einen Bügel aus Titanlegierung, der im Vergleich zum Vorgänger 10 Prozent breiter und mit 12 Prozent dickerer Polsterung ausgestattet ist. Die Ohrpolster fallen laut Herstellerangaben 50 Prozent weicher aus.
Für die Klangsteuerung gibt es einen physischen Flat-EQ-Schalter, der Klangbearbeitung deaktiviert, sowie einen Equalizer in der Nothing-X-App. Zusätzlich bietet das Gerät Dynamic Spatial Audio mit Headtracking in mehreren Modi sowie einen sogenannten Studio-B-Modus.
Im Lieferumfang enthalten sind ein 3,5-mm-Kabel, ein USB-C-Kabel sowie ein Hartschalen-Case. Dieses deckt allerdings nur die Ohrmuscheln ab, lässt den Bügel frei und muss zum Laden abgenommen werden.
Testberichte: Klang überzeugt, Case stört
Erste Testberichte fallen überwiegend positiv aus. Gelobt werden der Klang der Dreifach-Treiber-Konstruktion, die Auracast-Unterstützung sowie die austauschbaren Ohrpolster und die verwendeten Materialien. Kritisiert wird hingegen wiederholt das Transportetui, das als sperrig, schwer und wenig praktisch beschrieben wird – unter anderem fehlt ein Faltmechanismus.
Der österreichische Standard ordnete den Headphone (1) Pro als robuste und vielseitige Weiterentwicklung der bisherigen Modelle Headphone (1) und Headphone (a) ein und hob die verstärkte Bügelkonstruktion, die zusätzlichen Mikrofone und die austauschbaren Polster als sinnvolle Verbesserungen hervor.
Strategische Fokussierung auf Audio
Der Launch des Headphone (1) Pro fügt sich in eine umfassendere Strategieentscheidung von Nothing ein: Dem Unternehmen zufolge verzichtet es wegen der anhaltenden Chipkrise im laufenden Jahr auf ein neues Smartphone-Flaggschiff und setzt stattdessen verstärkt auf seine Audio-Sparte. Der Headphone (1) Pro markiert damit einen zentralen Baustein in dieser Neuausrichtung des britischen Elektronikherstellers.
Mehr zum Thema bei Caschys Blog: „Nothing Headphone (1) Pro ausprobiert: Drei Treiber, um die Konkurrenz zu knechten?“

