Grund ist eine beispiellose Krise auf dem Speichermarkt, ausgelöst durch den KI-Boom.
Speicherpreise fressen die Margen auf
In einer Reihe von Stellungnahmen zwischen dem 20. und 22. Juni begründeten Nothing-Mitgründer Akis Evangelidis und CEO Carl Pei den Schritt. Die explodierenden Kosten für DRAM- und NAND-Flash-Speicher machten es unmöglich, einen sinnvollen Nachfolger des CMF Phone 2 Pro zu einem wettbewerbsfähigen Preis anzubieten. Ein Nachfolger sei zwar in Entwicklung gewesen, das Projekt sei jedoch gestoppt worden, weil man kein nennenswertes Hardware-Upgrade bei gleichbleibend günstiger Positionierung hätte liefern können.
Während der KI-Boom die Hardware-Preise in die Höhe treibt, stellt die neue EU-Gesetzgebung Unternehmen vor zusätzliche Herausforderungen bei der Implementierung von Zukunftstechnologien. Dieser kostenlose Ratgeber verschafft Ihnen den notwendigen Überblick über Risikoklassen und Pflichten, den Ihre IT-Abteilung jetzt dringend braucht. EU AI Act in 5 Schritten verstehen
Der finanzielle Druck auf günstige Geräte hat sich im vergangenen Jahr massiv verschärft. Laut Unternehmensangaben machen Speicherkomponenten inzwischen mehr als 50 Prozent der gesamten Hardwarekosten dieser Geräte aus. Carl Pei zufolge haben sich die Speicherkosten für das Nothing Phone (4a) während der Entwicklung verdoppelt und seien dann noch einmal gestiegen. Interne Berechnungen ergaben: Ein Gerät mit denselben Spezifikationen wie das CMF Phone 2 Pro – das im April 2025 für 279 US-Dollar auf den Markt kam – würde unter den aktuellen Marktbedingungen zwischen 318 und 370 US-Dollar in der Herstellung kosten.
Neue Strategie für die CMF-Marke
Mit der Absage des Smartphones lenkt Nothing die CMF-Marke in andere Produktkategorien um. Evangelidis deutete an, dass das Unternehmen im Laufe des Jahres 2026 verschiedene neue CMF-Produkte bringen werde, darunter auch den Einstieg in völlig neue Bereiche. Das CMF Phone 2 Pro wurde zwar aus einigen offiziellen Line-ups gestrichen, ist aber in bestimmten Märkten wie Indien weiterhin erhältlich – dort ab umgerechnet rund 200 Euro.
Die Komponentenkrise betrifft auch die Hauptmarke Nothing. Berichten zufolge wird auch das Nothing Phone (4) 2026 nicht erscheinen. Stattdessen bereite das Unternehmen eine neue „B-Serie“ speziell für den indischen Markt vor, um die aktuellen Lieferkettenengpässe zu umgehen.
Die rasanten Entwicklungen im Bereich der künstlichen Intelligenz verändern nicht nur die Lieferketten, sondern bringen auch komplexe neue Regeln für die gewerbliche Nutzung mit sich. Welche KI-Systeme künftig als Hochrisiko eingestuft werden und was Unternehmen jetzt konkret tun müssen, klärt dieser kostenlose Experten-Report auf. Kostenlosen Umsetzungsleitfaden zum EU AI Act herunterladen
DRAM-Krise erschüttert die gesamte Branche
Die Speicherknappheit ist eine direkte Folge der hohen Nachfrage nach Speicherchips für KI-Rechenzentren, die die Versorgung des Unterhaltungselektronik-Sektors abwürgen. Branchenanalysten von IDC warnen, dass diese Lieferengpässe 2026 zu einem Rückgang der weltweiten Smartphone-Auslieferungen um 13 Prozent führen könnten.
Die Krise trifft Hersteller quer durch die Branche. Marktdaten zeigen, dass DRAM-Preise im Jahresvergleich um 10 bis 25 Prozent gestiegen sind. Konkurrenten wie Honor und Oppo berichten von einem Anstieg ihrer Komponentenkosten um 20 bis 30 Prozent seit Anfang 2025. Selbst im Premium-Segment beschreibt die Führung von Apple die aktuellen Speicherpreise als den extremsten Versorgungsdruck seit Jahrzehnten und bezeichnet die steigenden Kosten als nicht nachhaltig für die Industrie. Experten rechnen damit, dass die DRAM-Krise noch mehrere Jahre anhalten wird.

