Notion erweitert sein KI-Ökosystem mit direkten Anbindungen an Linear und Ramp. Die neue Plattformversion verwandelt KI-Assistenten in programmierbare Partner für komplexe Arbeitsabläufe.
San Francisco — Mit einer strategischen Erweiterung seines KI-Ökosystems will Notion zur zentralen Betriebsplattform für Unternehmen werden. Das Unternehmen integriert die Projektmanagement-Software Linear und das Finanztool Ramp nativ in seine KI-Agenten. Diese können nun aktiv in externen Programmen arbeiten. Gleichzeitig können Kunden eigene Verbindungen zu firmeninternen Tools erstellen. Die Updates sind Teil des größeren Releases Notion 3.2.
Linear und Ramp: KI greift in externe Tools ein
Herzstück der Ankündigung sind die vorgefertigten Integrationen für Linear und Ramp. Sie nutzen das offene Model Context Protocol (MCP), einen Standard von Anthropic. Dadurch können Notions KI-Agenten sicher auf Daten in diesen Plattformen zugreifen und Aktionen ausführen.
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Für Entwicklerteams bedeutet das: Der Agent kann den Status von Aufgaben abfragen, Projektzeitpläne aktualisieren oder Anforderungen synchronisieren – alles direkt aus Notion heraus. Finanzabteilungen erhalten mit der Ramp-Anbindung Kontrolle über Ausgabenmanagement und Transaktionsdetails in ihren Dokumentations-Workflows. Branchenbeobachter sehen hier eine Antwort auf die wachsende Nachfrage nach „agentischen“ Workflows, die isolierte Software-Silos überbrücken.
Diese Erweiterung baut auf früheren MCP-Partnerschaften mit Perplexity und Mistral auf. Sie festigt Notions Rolle als einheitliche Schnittstelle für verschiedene SaaS-Tools.
„Programmierbare Partner“ durch eigene Verbindungen
Die vielleicht größte Neuerung ist die Unterstützung für benutzerdefinierte MCP-Verbindungen. Unternehmen können nun eigene Konnektoren für interne Tools und Datenbanken bauen. Dies erlaubt es, KI-Agenten exakt auf betriebliche Abläufe zuzuschneiden. Notion wird so zur programmierbaren Schnittstelle für firmeninterne Software.
Technologiebeobachter bewerten diesen Schritt als fundamental: Die Agenten werden von Textgeneratoren zu aktiven Teilnehmern der Geschäftslogik. Das Update bringt auch neue Trigger für Notion Mail und Notion Calendar. Ein Agent könnte etwa eine Terminabsage im Kalender erkennen und automatisch die Projektdokumentation aktualisieren sowie das Team benachrichtigen.
Notion 3.2: Fokus auf nahtlose Zusammenarbeit
Die MCP-Erweiterung ist Teil von Notion 3.2. Diese Version verbessert auch bestehende Integrationen. Die Jira-Anbindung wurde erweitert, um Teams zu unterstützen, die in Jira entwickeln, aber in Notion planen. Nutzer können nun Entwicklungsdaten synchronisieren und Notion-spezifische Eigenschaften – wie Quartalsziele oder Umsatzauswirkungen – direkt an Jira-Tickets anfügen.
Ein lang erwartetes Feature ist zudem die Multi-Account-Unterstützung für Notion Mail. Professionelle können so private und geschäftliche Postfächer in einer Oberfläche verwalten. Laut Unternehmensangaben zielen diese Verbesserungen darauf ab, das häufige Hin- und Herwechseln zwischen Anwendungen zu reduzieren – einen großen Produktivitätskiller in modernen Arbeitsumgebungen.
Offenes Protokoll als Wettbewerbsvorteil
Die strategische Ausrichtung auf MCP und agentische Workflows spiegelt einen Branchentrend wider: Produktivitätsplattformen wollen zur Kommandozentrale für KI werden. Indem Notion auf das offene Model Context Protocol setzt, unterscheidet es sich von Wettbewerbern, die auf geschlossene Integrationsmethoden bauen.
Marktanalysten sehen einen klaren Vorteil: Die Offenheit von MCP erlaubt es Notion, sein Ökosystem schneller zu skalieren. Die Fähigkeit der Agenten, mehrstufige Aufgaben autonom „auf Computern auszuführen“, zeigt eine Reifung generativer KI – weg von reiner Inhaltserstellung, hin zur Ausführung komplexer Aufgaben.
Experten mahnen jedoch zur Vorsicht. Der Erfolg hänge von der Zuverlässigkeit und Sicherheit dieser autonomen Agenten ab. Wenn KI-Tools Änderungen in externen Systemen wie Linear „schreiben“ können, werden Unternehmen die Governance-Kontrollen genau prüfen. Notion reagiert darauf mit Prüfprotokollen für MCP-Aktivitäten und detaillierten Berechtigungseinstellungen in seinem Enterprise-Plan.
Ausblick: Nischen-Workflows für alle Teams
Die Möglichkeit, eigene MCP-Verbindungen zu bauen, ebnet den Weg für eine Zukunft, in der auch nicht-technische Teams spezialisierte KI-Agenten für Nischen-Workflows einsetzen können. Die Infrastruktur für die Interaktion mit öffentlichen SaaS-Tools und privaten internen Daten steht. Die Hürde für fortschrittliche Workflow-Automatisierung wurde deutlich gesenkt.
Notions schnelle Entwicklungszyklen – das Update folgt auf Neuerungen vom Ende 2025 – deuten auf einen ambitionierten Fahrplan für 2026 hin. Branchenkenner erwarten weitere Partnerschaften in den Bereichen Personalwesen (HR) und Kundendatenmanagement (CRM). Ziel ist es, das gesamte Spektrum Unternehmensoperationen abzudecken. Während der MCP-Standard an Bedeutung gewinnt, könnte Notions frühe Wette auf dieses Protokoll einen entscheidenden Vorteil im immer voller werdenden Markt für KI-gestützte Workspace-Tools verschaffen.
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