Während Notion seinen E-Mail-Client einstellt, setzt Google voll auf KI-gesteuerte Automatisierung. Der Trend ist eindeutig: Künstliche Intelligenz soll künftig das Postfach managen – ohne dass der Nutzer auch nur eine Zeile liest.
Notion Mail wird eingestellt
Am 22. September 2026 schaltet Notion seinen E-Mail-Dienst ab – keine 18 Monate nach dem Start im April 2025. Der Grund: Mehr als die Hälfte aller Nutzer greift inzwischen gar nicht mehr manuell auf das Postfach zu. Stattdessen erledigen KI-Agenten die Arbeit.
Seit dem Start einer Entwicklerplattform für Drittanbieter-KI-Agenten am 13. Mai 2026 sind über eine Million solcher digitalen Helfer entstanden. Wer seine Nachrichten bei Google Mail behalten möchte, muss sich keine Sorgen machen: Die bleiben unangetastet. Allerdings sollten Nutzer bis zum 21. September Entwürfe, geplante E-Mails, benutzerdefinierte Ansichten und Textbausteine exportieren. Für HIPAA-konforme Anwender gilt eine noch kürzere Frist: Sie müssen ihre Daten bis zum 30. Juni 2026 sichern.
Die Schließung reiht sich ein in eine Serie von Einstellungen: Bereits 2024 hatte Notion die datenschutzorientierte E-Mail-Plattform Skiff übernommen – und Anfang 2025 abgeschaltet.
Google setzt auf KI im Workspace
Während eigenständige E-Mail-Clients verschwinden, integriert Google die KI tiefer in sein Ökosystem. Die Juni-Updates 2026 bringen gleich mehrere Neuerungen:
Notion Mail wird am 22. September 2026 eingestellt. Wer seine Entwürfe, geplanten E-Mails und benutzerdefinierten Ansichten nicht verliert, muss bis zum 21. September exportieren. Die kostenlose Checkliste zeigt, welche Daten betroffen sind und wie Sie in drei Schritten auf ein KI-gesteuertes Postfach umsteigen. Kostenlose Umstiegs-Checkliste anfordern
„Organize my files“ für Google Drive schlägt automatisch passende Ordnerstrukturen vor. Der überarbeitete Assistent „Help me write“ erlaubt präzisere Bearbeitung von KI-generierten Entwürfen. Und für Abonnenten der Premium-Tarife – Google AI Ultra, Pro, Plus sowie Workspace Enterprise Plus mit Gemini Alpha – gibt es das „KI-Postfach“.
Tabellen-Fans dürfen sich freuen: Die Bearbeitungsfunktionen in Sheets wurden um 28 weitere Sprachen erweitert. Zudem helfen neue Gemini-Funktionen beim Aufspüren von Formelfehlern.
Unternehmen setzen auf autonome E-Mail-Bearbeitung
Auch in der Geschäftswelt hält die Automatisierung Einzug. Microsoft Dynamics 365 hat eine Vorschau seines Systems zur „autonomen E-Mail-Bearbeitung“ gestartet. Die KI analysiert den Zweck eingehender Nachrichten und generiert automatisch Antworten auf Basis unternehmensinterner Wissensdatenbanken. Kann das System eine Anfrage nicht lösen, erstellt es einen Support-Fall mit vollständigem Kontext für die manuelle Prüfung.
Ihr Postfach wird zum Zeitfresser? Während Google und Microsoft KI-Agenten einführen, die E-Mails autonom bearbeiten, hängen Sie noch im manuellen Sortieren fest. Die kostenlose Checkliste zeigt, wie Sie Ihre Daten sichern und den Umstieg auf KI-Mail in drei Schritten meistern. Checkliste per E-Mail sichern
Am 25. Juni 2026 startete zudem Chaser, ein Projektmanagement-Tool für Slack. Es ist mit dem Claude Model Context Protocol (MCP) kompatibel und kann Teammitgliedern Aufgaben zuweisen – nach Bestätigung durch den Nutzer. In der Beta-Phase mit einer halben Million Anwendern lag die Aufgabenerfüllungsrate bei beeindruckenden 98,7 Prozent.
Die Entwicklungen passen in ein größeres Bild: Im Mai übernahm Asana das KI-Unternehmen Stack AI für umgerechnet rund 70 Millionen Euro. Salesforce rüstete Slackbot im März mit über 30 neuen KI-Funktionen aus. Die Botschaft der Branche ist klar: Die Zukunft der E-Mail liegt nicht im manuellen Sortieren, sondern in der autonomen Verarbeitung.

