Novo Nordisk und Anthropic: Claude-KI beschleunigt Arzneimittelforschung

Novo Nordisk vereinbart mit Anthropic den Einsatz von Claude in Forschung und Entwicklung, zunächst mit Fokus auf Biologie, Software und Compliance.

Der dänische Pharmakonzern Novo Nordisk hat eine Partnerschaft mit dem US-amerikanischen KI-Spezialisten Anthropic vereinbart. Ziel der Zusammenarbeit ist es, die Entdeckung und Entwicklung neuer Arzneimittel durch den Einsatz des Claude-KI-Modells maßgeblich zu beschleunigen.

Wie aus Branchenberichten hervorgeht, soll die Technologie dabei helfen, komplexe wissenschaftliche Herausforderungen effizienter zu bewältigen und Forschungsabläufe zu optimieren.

Die Kooperation konzentriert sich insbesondere auf die Nutzung der Claude-Modelle sowie der spezialisierten Lösung Claude Science. In einer ersten Phase beabsichtigt Novo Nordisk, die Anthropic-Modelle in den eigenen Arbeitsabläufen der Forschung und Entwicklung (F&E) zu testen. Dabei sollen vor allem jene wissenschaftlichen Problemstellungen priorisiert werden, die den größten gemeinsamen Einfluss auf den Unternehmenserfolg versprechen.

Fokus auf biologisches Reasoning und Softwareentwicklung

Über die reine Datenanalyse hinaus umfasst die Partnerschaft auch den Bereich der KI-gestützten Softwareentwicklung. Die sogenannten Frontier-Modelle von Anthropic sowie Claude Science sollen demnach für die Arzneimittelforschung (Drug Discovery), das biologische Reasoning sowie für agentisches Software-Engineering eingesetzt werden.

Das Sprachmodell (Large Language Model, LLM) wird dabei genutzt, um umfangreiche Datenmengen miteinander zu vergleichen, wodurch die Geschwindigkeit und die Effizienz bei der Entwicklung neuer Therapien gesteigert werden sollen.

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Novo Nordisk verfügt bereits über erste Erfahrungen mit der Technologie. Laut internen Erkenntnissen setzt das Unternehmen Claude bereits zur Automatisierung des Berichtswesens ein. Dabei konnten die Zeitspannen für Dokumentationsprozesse bereits massiv reduziert werden – in einigen Fällen von mehreren Monaten auf lediglich wenige Minuten.

Diese Effizienzgewinne sollen nun auf breitere Bereiche der Forschung übertragen werden, um zentrale Herausforderungen in der Wirkstoffsuche zu lösen und spezifische Workflows zu unterstützen.

Strategische Ambitionen und regulatorische Rahmenbedingungen

Für die Führungsebene von Novo Nordisk ist die Kooperation ein entscheidender Schritt in der digitalen Transformation. Mike Doustdar, CEO bei Novo Nordisk, betonte das Ziel, das Unternehmen zu einem weltweit führenden, KI-getriebenen Gesundheitskonzern zu entwickeln.

Durch den Einsatz der Technologie solle die Forschung und Entwicklung deutlich verstärkt werden, wobei man eine verkürzte Zeitspanne von der frühen Forschungsphase bis hin zur Marktreife der Produkte anstrebe.

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Auch vonseiten des Partners Anthropic werden hohe Erwartungen an den Einsatz Künstlicher Intelligenz in der Biowissenschaft geknüpft. CEO Dario Amodei verwies darauf, dass die Technologie das Potenzial habe, ein ganzes Jahrhundert biologischer Durchbrüche auf den Zeitraum eines einzigen Jahrzehnts zu komprimieren.

Trotz der angestrebten Beschleunigung betonen die Partner die Bedeutung von Sicherheits- und Qualitätsstandards. Die Vereinbarung sieht vor, dass sämtliche Prozesse unter strikter Einhaltung der Daten-Governance und der Compliance-Vorgaben von Novo Nordisk erfolgen.

Ein wesentlicher Bestandteil ist dabei die menschliche Aufsicht (Human-in-the-Loop), um die wissenschaftliche Validität der KI-gestützten Ergebnisse sicherzustellen. Finanzielle Details zu dem Abkommen zwischen dem Pharmaunternehmen und dem KI-Entwickler wurden nicht veröffentlicht.