NRW.Genius: KI-Assistent startet Pilot in Bergheim

Die nordrhein-westfälische Kreisstadt Bergheim testet als erste Kommune den KI-Verwaltungsassistenten NRW.Genius, um Personalmangel zu begegnen und Arbeitsabläufe zu optimieren.

Bergheim ist die erste Kommune in Nordrhein-Westfalen, die den KI-Verwaltungsassistenten NRW.Genius testet. Das Pilotprojekt soll zeigen, wie künstliche Intelligenz den öffentlichen Dienst entlasten und effizienter machen kann – ein bundesweit beobachteter Schritt in der digitalen Verwaltung.

KI als digitaler Kollege für die Verwaltung

Hinter NRW.Genius steht der landeseigene IT-Dienstleister IT.NRW in Kooperation mit dem Beratungsunternehmen Capgemini. Die KI soll als digitaler Kollege Beamten und Angestellten Routinearbeit abnehmen. Ihr Fokus liegt darauf, lange Dokumente zusammenzufassen, Texte zu generieren und Informationsprozesse zu beschleunigen.

Der Einsatz ist eine direkte Antwort auf den akuten Personalmangel im öffentlichen Sektor. Bis 2030 gehen in Deutschland fast 840.000 Beschäftigte in den Ruhestand. KI soll helfen, die Handlungsfähigkeit der Verwaltung zu sichern.

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Hybrid-Architektur für maximale Sicherheit

Die Technologie basiert auf einem hybriden Modell: Sie kombiniert die Sicherheit der eigenen Rechenzentren von IT.NRW mit der Skalierbarkeit der Microsoft-Cloud. Für die Sprachverarbeitung nutzt das System eine Kombination aus großen Sprachmodellen wie Mixtral und GPT-4o. Der hohe Anteil an Open-Source-Komponenten soll Abhängigkeiten von einzelnen Anbietern vermeiden.

Bevor die KI in Bergheim zum Einsatz kommt, wurde sie seit Oktober 2024 in neun Landesministerien erprobt. Die gewonnenen Erkenntnisse flossen in die aktuelle Version ein. Ziel ist eine nahtlose Integration in bestehende Arbeitsabläufe.

Warum ausgerechnet Bergheim?

Die Wahl fiel auf die Kreisstadt, weil sie mit ihrer mittleren Größe typisch für viele deutsche Kommunen ist. Damit eignet sie sich ideal als Testfall für die Übertragbarkeit der Lösung. In den kommenden Monaten wird NRW.Genius in ausgewählten Fachbereichen der Stadtverwaltung implementiert.

Die lokale Landtagsabgeordnete Romina Plonsker signalisierte bei der Projektvorstellung politische Unterstützung. Das Feedback der Mitarbeiter wird kontinuierlich gesammelt, um die Bedienung und Funktionen weiter zu optimieren. Der Erfolg in Bergheim soll als Blaupause für andere Städte und Kreise in NRW dienen.

Teil einer europäischen Strategie

Die Initiative ist eingebettet in eine europäische Bewegung hin zu digitaler Souveränität. Immer mehr Regierungen setzen auf souveräne KI-Lösungen mit lokalen Partnern, um die Kontrolle über sensible Daten zu behalten. Das hybride Cloud-Modell von NRW.Genius gewährleistet die Einhaltung strenger EU-Datenschutzvorgaben wie der DSGVO.

Ähnliche Projekte laufen in anderen Bundesländern, etwa der KI-Assistent „F13“ in Baden-Württemberg. Sie alle eint die Erkenntnis: Künstliche Intelligenz wird zum unverzichtbaren Werkzeug für die Verwaltung der Zukunft. Durch die Automatisierung von Routinetätigkeiten gewinnen Mitarbeiter Kapazitäten für anspruchsvolle, bürgernahe Aufgaben.

Blaupause für ganz NRW?

Gelingt der Pilot in Bergheim, soll NRW.Genius schrittweise in weiteren Kommunen Nordrhein-Westfalens eingeführt werden. Die plattformbasierte Architektur soll künftig die Integration von KI in spezialisierte Verwaltungsverfahren erleichtern. Die langfristige Vision ist klar: NRW will mit diesem Projekt eine Vorreiterrolle im E-Government einnehmen.

Das Jahr 2026 markiert eine Wende: KI wird im öffentlichen Sektor vom Experiment zum operationellen Werkzeug. Der Schritt aus dem Labor in den kommunalen Alltag ist entscheidend, um den praktischen Nutzen und die Zuverlässigkeit der Technologie unter Beweis zu stellen. Die Ergebnisse aus Bergheim werden nicht nur die Verwaltung in NRW prägen, sondern auch die bundesweite Debatte über eine effizientere und resilientere öffentliche Verwaltung.

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