NSA sichert sich Zugang zu KI-Modellen: Geheime Tests vor Launch

Die NSA arbeitet mit KI-Entwicklern an freiwilligen Sicherheitstests und will neue Frontier-Modelle bis zu 30 Tage vorab prüfen.

Der US-Geheimdienst National Security Agency (NSA) verfolgt das Ziel, einen systematischen Zugang zu allen relevanten künstlichen Intelligenzmodellen der führenden Technologieunternehmen zu erhalten.

Wie der stellvertretende Direktor der NSA, Tim Kosiba, Ende August erklärte, stehe die Behörde bereits in aktivem Austausch mit namhaften Entwicklern. Dieser Schritt diene primär der Umsetzung von Sicherheitsrichtlinien, die durch das Weiße Haus vorgegeben wurden.

Die Bestrebungen der NSA sind in einen breiteren regulatorischen Rahmen eingebettet, der bereits im Frühsommer durch eine Executive Order des Weißen Hauses vom 2. Juni 2026 konkretisiert wurde.

Diese Verordnung sieht ein freiwilliges Testverfahren für sogenannte „covered frontier models“ vor. Dabei handelt es sich um besonders leistungsstarke KI-Systeme, die noch vor ihrer öffentlichen Veröffentlichung einer Prüfung unterzogen werden sollen.

Die NSA nimmt in diesem Prozess eine zentrale Rolle ein, indem sie definiert, welche spezifischen Modelle unter diese Kategorie fallen und somit für das 30-tägige Testprogramm infrage kommen.

Freiwilliger Rahmen und Zusammenarbeit mit der Industrie

In jüngsten Gesprächen, an denen unter anderem Vertreter führender KI-Unternehmen wie OpenAI und Anthropic teilnahmen, wurde die Ausgestaltung dieses Rahmens konkretisiert.

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Der Kern der Vereinbarung sieht vor, dass Behörden einen frühzeitigen Zugang zu neuen Modellen erhalten – im Idealfall bis zu 30 Tage vor deren Markteinführung. Tim Kosiba betonte in diesem Zusammenhang das Bestreben der NSA, Zugriff auf sämtliche Modelle zu erlangen, um nationale Sicherheitsinteressen zu wahren.

Die technische Umsetzung dieses Zugriffs kann laut Behördenangaben auf verschiedenen Wegen erfolgen. Denkbar seien Schnittstellen über die Dienste der Unternehmen, die Bereitstellung der Modelle in gesicherten Regierungsumgebungen oder dedizierte Sicherheitstests.

Trotz des intensiven Austauschs bleibt das Verfahren für die Unternehmen derzeit auf einer freiwilligen Basis. Es besteht keine gesetzliche Genehmigungspflicht für die Veröffentlichung der Modelle durch die privaten Entwickler, was den kooperativen Charakter der aktuellen Initiative unterstreicht.

Geheimes Benchmarking und Sicherheitsprinzipien

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Neben der NSA sind weitere US-Behörden in die Überprüfung der KI-Systeme involviert. Im Rahmen des freiwilligen Testprogramms führen das Finanzministerium (Treasury), die NSA sowie die Cybersicherheitsbehörde CISA klassifizierte Benchmarking-Tests durch. Ziel dieser Analysen ist es, potenzielle Risiken der neuen Technologien frühzeitig zu identifizieren, ohne jedoch einen verpflichtenden Lizenzierungsprozess einzuführen.

Um die Sicherheit der Systeme langfristig zu gewährleisten, schlägt die NSA zudem die application von „Security by Design“-Prinzipien für die KI-Entwicklung vor. Hierbei liege der Fokus insbesondere auf den Aspekten Governance, Beobachtbarkeit und Rückverfolgbarkeit der Systeme.

Kosiba verwies darauf, dass die NSA den Dialog mit den Entwicklern fortsetzen werde, um die Umsetzung der White-House-Direktiven voranzutreiben und eine lückenlose Beobachtung der technologischen Fortschritte im Bereich der Frontier-Modelle sicherzustellen.

Die Initiative markiert einen Wendepunkt in der Beziehung zwischen staatlichen Sicherheitsorganen und der privaten KI-Wirtschaft. Während die Unternehmen weiterhin die Hoheit über ihre Veröffentlichungszyklen behalten, wächst der Einfluss der Behörden auf die Sicherheitsbewertung der Technologien bereits in der Entwicklungsphase.

Ob und wie dieser freiwillige Rahmen in Zukunft in eine verbindlichere Regulierung überführt wird, bleibt ein zentrales Thema der laufenden Gespräche zwischen Washington und der Technologiebranche.