Nucleus Co-Op: Vier-Spieler-Splitscreen auf einem PC

Open-Source-Werkzeuge ermöglichen lokalen Mehrspielerspaß am PC, verlangen jedoch passende Hardware und bergen Risiken bei aktivem Anti-Cheat.

Während viele moderne Videospiele für den PC primär auf Online-Interaktionen ausgelegt sind, fehlen häufig native Funktionen für den lokalen Mehrspielermodus an einem einzigen Gerät. Neue Entwicklungen im Bereich der Open-Source-Software zielen darauf ab, diese Lücke zu schließen.

Mit dem Tool Nucleus Co-Op ist es möglich, mehrere Instanzen eines Spiels simultan auf einem Computer zu starten und so einen lokalen Splitscreen-Modus für bis zu vier Teilnehmer zu realisieren.

Hardwareanforderungen für den Mehrinstanz-Betrieb

Die gleichzeitige Ausführung mehrerer Spielinstanzen stellt hohe Anforderungen an die Systemressourcen. Für einen flüssigen Betrieb im Vier-Spieler-Splitscreen mittels Nucleus Co-Op wird leistungsstarke Hardware vorausgesetzt. Als geeignete Prozessoren gelten ein AMD 5600X oder ein Intel Core i7 der 12. Generation.

Grafikseitig empfehlen Experten mindestens eine RTX 3060 oder ein leistungsstärkeres Modell. Zudem spielt der Arbeitsspeicher eine zentrale Rolle: Während 16 GB RAM als Mindestanforderung gelten, werden 32 GB RAM für eine stabile Performance empfohlen.

Für weniger anspruchsvolle Szenarien, wie den Splitscreen-Betrieb für zwei Personen, genügen bereits Mittelklasse-Systeme. Hierfür werden Hardware-Konfigurationen mit einem i5-Prozessor sowie Grafikkarten vom Typ GTX 1060 oder 2060 als ausreichend eingestuft. Das Tool unterstützt unter anderem populäre Titel wie Left 4 Dead 2 und Borderlands 2. Die Installation erfolgt über das GitCode-Repository.

Nutzer sollten jedoch die Risiken beim Einsatz solcher Werkzeuge beachten. Vor einer Verwendung in Online-Umgebungen mit aktiven Anti-Cheat-Systemen wird gewarnt. Insbesondere bei Spielen wie PUBG bestehe die Gefahr eines permanenten Ausschlusses (Bann-Risiko), da die Software tiefgreifend in die Spielprozesse eingreift.

Technische Umsetzung durch Universal Split Screen

Ein alternativer Ansatz wird durch das kostenlose Open-Source-Tool Universal Split Screen verfolgt. Diese Software führt Spiele ebenfalls mehrfach auf einem PC aus, nutzt jedoch spezifische DLL-Injection- und Hook-Techniken, um die Eingabesignale verschiedener Peripheriegeräte voneinander zu trennen. Dies ermöglicht es, unterschiedliche Tastaturen, Mäuse und Controller jeweils einem spezifischen Spielfenster zuzuordnen.

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Universal Split Screen ist ausschließlich für das Betriebssystem Windows verfügbar. Die Einrichtung gestaltet sich für Anwender technisch anspruchsvoller, da das Projekt zunächst als Visual-Studio-Projekt geklont und anschließend kompiliert werden muss. Der Prozess umfasst drei wesentliche Schritte: das Klonen und Kompilieren des Codes, die präzise Zuordnung der Fenster zu den Eingabegeräten und schließlich den Start des Splitscreen-Modus.

In der Standardkonfiguration unterstützt das Tool bis zu 16 Controller. Sobald mehr als vier Controller angeschlossen werden, ist jedoch die Aktivierung spezieller XInput- und DInput-Übersetzungshooks erforderlich, um eine korrekte Signalverarbeitung zu gewährleisten.

Optimierung und Fehlerbehebung bei Eingabegeräten

Um eine reibungslose Spielerfahrung zu gewährleisten, bietet Universal Split Screen verschiedene Funktionen zur Behebung bekannter technischer Probleme. Ein häufiges Hindernis bei der Ausführung mehrerer Instanzen sind sogenannte Single-Instance-Mutex-Sperren, die den mehrfachen Start eines Programms verhindern sollen. Das Tool verfügt über eine Unlock-Funktion, mit der diese Sperren umgangen werden können.

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Darüber hinaus adressiert die Software Probleme wie den Verlust des Fokus oder Schwierigkeiten bei der Anzeige des Mauszeigers. Durch die Aktivierung spezifischer Hooks, wie etwa GetCursorPos und SetCursorPos, lassen sich Fehler bei der Cursor-Positionierung korrigieren.

Für eine schnellere Einrichtung enthält Universal Split Screen bereits vorkonfigurierte Profile und JSON-Presets für diverse Spiele, darunter Minecraft, Terraria, Stardew Valley, Factorio und Don’t Starve Together. Der Bezug der Software ist ebenfalls über das GitCode-Repository möglich.