NVIDIA: 2 Gigawatt KI-Rechenkapazität in Australien bis 2027

NVIDIA koordiniert acht australische Betreiber für bis zu 2 GW KI-Leistung bis 2027; konkrete Investitionen und Standorte bleiben offen.

Der US-Technologiekonzern NVIDIA hat eine weitreichende Initiative zum Ausbau der digitalen Infrastruktur in Australien gestartet. Wie das Unternehmen am 9. September 2026 bekannt gab, arbeitet NVIDIA mit acht australischen Cloud- und Rechenzentrumsbetreibern zusammen, um sogenannte DSX-AI-Factories zu errichten.

Zu den Partnern gehören Firmus, Sharon AI, IREN, Megaport, ResetData, CDC, NEXTDC und AirTrunk. Ziel der Kooperation ist der Aufbau einer KI-Rechenkapazität von bis zu 2 Gigawatt (GW) bis zum Jahr 2027.

Massive Kapazitätserweiterung und Investitionsvolumen

Der geplante Ausbau markiert einen signifikanten Sprung für den australischen Technologiestandort. Laut Daten von Data Centres Australia unter Berufung auf DC Byte liegt die aktuelle Gesamtkapazität der Rechenzentren im Land bei etwa 1,6 GW. Mit dem Vorhaben von NVIDIA und seinen Partnern würde sich die verfügbare Last des Landes für Rechenprozesse mehr als verdoppeln.

Branchenschätzungen beziffern die Kosten für den Bau und die Ausrüstung dieser 2 GW KI-Rechenleistung auf eine Summe zwischen A$70 Mrd. und mehr als A$100 Mrd. NVIDIA hat bislang keine spezifischen Kapitalbeträge oder detaillierte Zeitpläne für die einzelnen Standorte veröffentlicht.

Auch Angaben zu den künftigen Stromlieferanten für das Großprojekt stehen noch aus. Analysten werten die Partnerschaften als potenziell marktverändernd für die geografische Verteilung von KI-Kapazitäten und den Zugang zu entsprechenden Rechenressourcen.

Details zu den beteiligten Partnern

Einzelne Partner haben bereits konkrete Projektziele im Rahmen der Initiative formuliert. Sharon AI plant den Einsatz von bis zu 68.000 NVIDIA-Grafikprozessoren (GPUs). Das Unternehmen IREN fokussiert sich auf die Entwicklung des 800-MW-Bundey-Campus im Bundesstaat South Australia. Der Betreiber CDC, der aktuell mehr als 550 MW in Australien und Neuseeland bewirtschaftet, hat bereits weitere 800 MW in der Bauphase.

Die neuen Infrastrukturen sollen insbesondere der Fertigungsindustrie und anderen Wirtschaftszweigen in Australien zugutekommen. Unternehmen wie Heidi und Atlassian nutzen bereits NVIDIA-Technologien wie Nemotron für ihre Anwendungen.

Technologische Optimierung durch DSX-Architektur

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Im Zentrum der Expansion steht die Erweiterung der DSX-Plattform. Diese umfasst nicht nur die Rechenhardware, sondern integriert auch Lösungen für Stromversorgung, Kühlung, Software sowie Simulation und Standortentwicklung.

Hierfür ist NVIDIA Partnerschaften mit spezialisierten Unternehmen wie Lancium, Cloverleaf, Trane und Eaton eingegangen. Lancium verfügt nach eigenen Angaben über mehr als 15 GW an erschlossenem Land für Rechenzentren, wovon 4 GW bereits vertraglich gebunden sind.

Ein technischer Schwerpunkt liegt auf der Effizienzsteigerung. Die neue Lösung DSX MaxLPS soll es ermöglichen, die Kapazität für Rubin-GPUs bei gleichem Strombudget um bis zu 40 Prozent zu erhöhen. Dies wird durch den Einsatz einer Flüssigkühlung erreicht, die für Betriebstemperaturen von bis zu 45 Grad Celsius ausgelegt ist.

Die Kooperationspartner Trane und Eaton stellen zudem Effizienzgewinne von bis zu 15 Prozent sowie deutliche Einsparungen bei den Installationskosten und dem Materialverbrauch, etwa beim Einsatz von Kupfer, in Aussicht.

Globale Expansionsstrategie und Weltraum-Computing

Parallel zum Engagement in Australien treibt NVIDIA ähnliche Großprojekte weltweit voran. Mit der südkoreanischen SK Group wurde eine Absichtserklärung für eine strategische Beziehung im Wert von über 500 Mrd. USD unterzeichnet. Diese umfasst die Lieferung von HBM4-Speichermodulen und den Bau eines 2-GW-KI-Rechenzentrums in Südkorea, das 2027 in Betrieb gehen soll.

Auch im Bereich des orbitalen Computings zeichnen sich neue Entwicklungen ab. Das Unternehmen SpaceX plant laut Aussagen des CFO Bret Johnsen, bis Ende 2026 eine KI-Rechenkapazität von mehr als 2 GW und bis 2027 zwischen 5 und 10 GW zu erreichen, wobei ausschließlich NVIDIA-Hardware zum Einsatz kommen soll.

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Die neue DSX-Architektur soll mit Flüssigkühlung bis 45 Grad Celsius und gleichem Strombudget bis zu 40 Prozent mehr GPU-Kapazität ermöglichen — Effizienz wird zum entscheidenden Kostenfaktor. Wer sein Rechenzentrum heute aufstellt, ohne Kühlung und Stromverbrauch zu prüfen, zahlt später drauf. Der Leitfaden zeigt das Effizienz-Audit für GPU-Kühlung Schritt für Schritt. Effizienz-Audit jetzt sichern

SpaceX strebt zudem an, durch Rechenkapazitäten auf Starship-Raumschiffen die Kosten für Strom und Kühlung zu senken. Das Berliner Unternehmen Reflex Aerospace wurde unterdessen von Orbital als Partner für eine Satellitenkonstellation gewählt, bei der pro Einheit ein NVIDIA Vera Rubin Rack für KI-Berechnungen im Weltraum integriert werden soll.

In den USA wurde zudem ein Projekt in Ohio bekannt, bei dem NVIDIA gemeinsam mit SB Energy die Infrastruktur für eine 4,25 GW starke KI-Fabrik bereitstellt, die von OpenAI betrieben werden soll. Erste Phasen dieses Projekts sollen zwischen 2028 und 2030 ans Netz gehen.