In einer aktuellen Einschätzung zur Marktentwicklung hat Nvidia-CEO Jensen Huang eine massive Steigerung des Chip-Absatzes für das nächste Jahr angekündigt. Grund für diese Erwartung sei die zunehmende Verbreitung Künstlicher Intelligenz (KI) über zahlreiche Branchen hinweg sowie umfangreiche Investitionen in die technologische Infrastruktur.
Absatzprognose und Markttreiber
Jensen Huang rechnet damit, dass Nvidia im Jahr 2027 doppelt so viele Chips verkaufen wird wie im laufenden Jahr 2026. Diese Prognose beziehe sich explizit auf das Absatzvolumen in Stückzahlen und nicht auf den generierten Umsatz.
Als wesentliche Treiber dieser Entwicklung nannte der CEO während eines Aufenthalts in Schottland nationale Investitionen in lokale KI-Infrastrukturen sowie den kontinuierlichen Ausbau von Cloud-Rechenzentren. Damit Nvidia dieses Volumen bewältigen kann, müsse der Fertigungspartner TSMC zusätzliche Kapazitäten für die Produktion von Grafikprozessoren (GPUs) bereitstellen.
Nvidia gilt laut Marktbeobachtern derzeit als der weltweit größte Verkäufer von KI-Beschleunigern. Die Nachfrage wird maßgeblich durch Großkunden wie Microsoft, Google und Amazon gestützt, die sich Kapazitäten für H100- und Blackwell-Chips über Verträge in Milliardenhöhe gesichert haben.
Trotz der Marktführerschaft sieht sich das Unternehmen einem wachsenden Wettbewerb durch Konkurrenten wie AMD sowie durch Googles eigene Tensor Processing Units (TPUs) gegenüber.
Finanzielle Kennzahlen und neue Plattformen
Die wirtschaftlichen Erwartungen an das Unternehmen bleiben hoch. Eine Prognose von Ende August beziffert den erwarteten Umsatz für das Fiskaljahr 2028 auf etwa 673 Milliarden US-Dollar, was einer Steigerung von 70 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspräche. In den vergangenen vier Quartalen wurden bereits sechs Millionen Blackwell-GPUs ausgeliefert.
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Mit der kommenden Vera-Rubin-Plattform sieht Nvidia zudem signifikante Wachstumschancen: Das Umsatzpotenzial pro Gigawatt Leistung wird hier auf etwa 40 Milliarden US-Dollar geschätzt, während dieser Wert bei der Blackwell-Architektur noch bei 25 Milliarden US-Dollar lag.
Auch Analysten bewerten die Aussichten positiv. Der Konsens für den Gewinn pro Aktie (EPS) im Fiskaljahr 2028 wurde jüngst von 12,67 auf 15,57 US-Dollar angehoben, wobei 39 Aufwärtsrevisionen verzeichnet wurden.
Die Lieferverpflichtungen des Unternehmens belaufen sich auf insgesamt 279 Milliarden US-Dollar. Am Aktienmarkt notierte das Papier zuletzt bei 218,81 US-Dollar, was einem Zuwachs von 2,29 Prozent entsprach.
KI-Sicherheit und politische Einordnung
Im Rahmen eines Gipfeltreffens in Schottland, an dem auch König Charles III. sowie Vertreter von Google DeepMind, OpenAI und Anthropic teilnahmen, äußerte sich Huang zudem zur Sicherheit von KI-Systemen. Er betonte, dass KI als Basistechnologie zu verstehen sei und nicht als eine Produktkategorie wie soziale Medien, die einheitlich reguliert werden könne. Huang forderte die Einführung verpflichtender Sicherheitstests und sprach sich dafür aus, unfertige Produkte konsequent zurückzuhalten.
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Infrastrukturinvestitionen und Rechenzentren
Auf der Dreamforce-Konferenz in San Francisco konkretisierte Huang die ökonomischen Aspekte von KI-Rechenzentren, den sogenannten „AI Factories“. Der Bau einer solchen Anlage mit einer Leistung von einem Gigawatt erfordere Investitionen von etwa 50 bis 60 Milliarden US-Dollar.
Dem stünden potenzielle Mieteinnahmen von rund 50 Milliarden US-Dollar pro Jahr gegenüber, was eine Amortisationszeit von etwa einem Jahr bedeute. Die Kosten für die Miete von Grace-Blackwell-Systemen seien zudem deutlich gestiegen und lägen nun bei etwa 16 US-Dollar pro GPU-Stunde, verglichen mit rund 5 US-Dollar im Vorjahr.
Entwicklungen im Consumer-Segment
Während das Geschäft mit Unternehmenskunden expandiert, zeigt der Bereich für Endverbraucher eine angespannte Preissituation. Die Grafikkarte RTX 5090, die mit einem Listenpreis von 1.999 US-Dollar angekündigt worden war, wurde im September 2026 real für durchschnittlich 4.329 US-Dollar gehandelt, wobei Spitzenpreise von über 5.000 US-Dollar erreicht wurden.
Nvidia hatte die Produktion der RTX-50-Serie im ersten Halbjahr 2026 bereits um 30 bis 40 Prozent reduziert. Zudem stiegen die Kosten für notwendige Komponenten, wie etwa 3GB-GDDR7-Module, die im August 2026 zwischen 60 und 70 US-Dollar kosteten, deutlich an. Nachfolgemodelle wie die RTX 60 (Rubin) werden in Branchenkreisen erst für das Jahr 2028 erwartet.

