München – Nvidia hat ein neues Finanzierungsmodell vorgestellt, das KI-Startups und Cloud-Anbietern den Zugang zu teurer Hardware erleichtern soll. Das Programm mit dem Namen „AI Compute Partnership“ startete am 1. Juli 2026 und ermöglicht es Betreibern, Nvidia-Infrastruktur gegen einen Anteil an ihren künftigen Serviceeinnahmen zu nutzen.
Hybridmodell zwischen Verkauf und Miete
Das Prinzip ist einfach: Nvidia kassiert weiterhin den vollen Kaufpreis für die Hardware, sichert sich aber zusätzlich einen wiederkehrenden Anteil an den Erlösen, die mit den darauf laufenden Cloud-Diensten erwirtschaftet werden. Branchenanalysten sehen darin eine clevere Lösung für die Finanzierungslücke, mit der „Neoclouds“ und KI-native Unternehmen kämpfen. Diese benötigen enorme Rechenleistung für das Training, die Feinabstimmung und den produktiven Einsatz ihrer Modelle.
Nvidia-Finanzchefin Colette Kress erklärte am heutigen Samstag, das Modell solle KI-Entwickler direkt mit Rechenzentren und Cloud-Anbietern verbinden. Durch Kreditunterstützung und tokenbasierten Compute-Zugang will Nvidia Startups wie Baseten, Fireworks AI und Together AI den Weg zur Blackwell-Architektur ebnen. Der Schritt spiegelt einen breiteren Marktwandel wider: weg von der reinen Modellentwicklung, hin zur massiven Produktionsnutzung von KI.
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Frühe Partner setzen auf Tausende Blackwell-GPUs
Mehrere Unternehmen haben bereits Verträge unterzeichnet. Sharon AI hat eine sechsjährige Vereinbarung über bis zu 40.000 Grace Blackwell GB300-GPUs abgeschlossen. Die Installation mit einer Kapazität von 72 Megawatt gehört zu den ersten großen Umsetzungen des Umsatzbeteiligungsmodells in Australien.
In Indonesien nutzt die Infrastrukturfirma Firmus das Modell für ihren DSX-AI-Factory-Campus in Batam. Das Projekt ist deutlich größer: Geplant ist ein 360-Megawatt-Campus mit Platz für bis zu 170.000 GPUs. Firmus rechnet in den ersten sechs Betriebsjahren mit einem gebundenen Abnahmevolumen zwischen 25 und 30 Milliarden Euro.
Die eingesetzte Hardware basiert häufig auf dem GB300-NVL72-Rack-System. Diese Konfiguration umfasst 72 Blackwell-Ultra-GPUs und 36 Grace-CPUs, unterstützt von 37 Terabyte Arbeitsspeicher und liefert eine Rechenleistung von 1.440 PFLOPS bei FP4-Genauigkeit.
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Nvidia baut Finanzierungsgeschäft massiv aus
Der Start der Umsatzbeteiligung folgt auf eine phase aggressiver finanzieller Expansion. Bereits Anfang des Jahres hatte Nvidia nach eigenen Angaben mehr als 40 Milliarden Euro in KI-bezogene Beteiligungen investiert. Um die verschiedenen Finanzierungs- und Partnerschaftsaktivitäten zu stemmen, plant der Konzern zudem eine Anleiheemission von mindestens 20 Milliarden Euro.
Indem Nvidia sofortigen Compute-Zugang gegen langfristige Umsatzanteile tauscht, positioniert sich das Unternehmen gleichzeitig als Hardware-Lieferant und als Miteigentümer am operativen Erfolg seiner Kunden. Die Strategie erlaubt es Nvidia, von der wachsenden Nachfrage nach produktionsreifer KI-Infrastruktur zu profitieren – und gleichzeitig das nötige Kapital für kapitalintensive Rechenzentrumsprojekte bereitzustellen.

