NVIDIA B200: Prämie von 58 Prozent auf dem Sekundärmarkt

Knappheit bei KI-Chips und Speicher verteuert B200-Hardware, RTX 5090 sowie Cloud-Leistung und belastet die gesamte Lieferkette.

Rund ein Jahr nach seinem Marktstart verzeichnet der KI-Beschleuniger NVIDIA B200 eine außergewöhnliche Wertentwicklung auf dem Sekundärmarkt. Aktuellen Berichten zufolge liegt der Restwert der Hardware bei 158 Prozent des ursprünglichen Startpreises, was einer Prämie von 58 Prozent entspricht. Diese Entwicklung verdeutlicht die anhaltend hohe Nachfrage im Sektor für künstliche Intelligenz, die das Angebot weiterhin deutlich übersteigt.

Wertstabilität bei professionellen Beschleunigern und Mietpreisen

Die Preisstabilität beschränkt sich nicht nur auf die aktuelle Blackwell-Generation. Auch ältere Modelle wie der A100 und der H100 notieren derzeit über den üblichen Abschreibungsplänen von drei beziehungsweise fünf Jahren. Parallel dazu steigen die Kosten für die kurzfristige Nutzung der Hardware.

Während die Miete für einen B200 im Januar 2026 noch unter 5 US-Dollar pro Stunde lag, wurden im August 2026 bereits Beträge zwischen 5,50 und 5,80 US-Dollar aufgerufen. Dies entspricht einem Anstieg von 50 bis 80 Prozent innerhalb weniger Monate.

Als Hauptursache für diese Sekundärmarkt-Prämien gelten Engpässe bei den CoWoS-L-Packaging-Kapazitäten des Fertigers TSMC sowie eine Verknappung bei HBM3E-Speichermodulen. Die Lieferzeiten belaufen sich laut Marktbeobachtern auf mehrere Quartale bis hin zu über einem Jahr. Hyperscaler und KI-Unternehmen seien daher bereit, erhebliche Aufpreise zu zahlen, um sofort verfügbare Rechencluster zu erhalten.

Kostensteigerungen in der Lieferkette und bei Komponenten

Die angespannte Marktsituation spiegelt sich in den Einkaufspreisen für Komponenten wider. Die Vertragspreise für HBM3E-Speicher von Herstellern wie Samsung und SK hynix stiegen im Jahr 2026 um rund 20 Prozent. Noch deutlicher fielen die Preissteigerungen bei Server-DRAM aus, die im ersten Quartal 2026 um 90 bis 95 Prozent und im zweiten Quartal um weitere 58 bis 63 Prozent zulegten.

Der Spotpreis für DDR4-Speicher kletterte von 12,18 US-Dollar im November 2025 auf 42,50 US-Dollar im August 2026, was einem Zuwachs von 249 Prozent entspricht. Trotz dieser Kostensteigerungen hält NVIDIA im Jahr 2026 einen Anteil von rund 90 Prozent am gesamten Markt für GPU-Auslieferungen.

Zweckentfremdung von Consumer-Hardware treibt Preise der RTX 5090

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Der B200 notiert ein Jahr nach Marktstart bei 158 Prozent seines Startpreises, die Stundenmiete ist seit Januar von unter 5 auf 5,50 bis 5,80 US-Dollar gestiegen — wer jetzt Rechenkapazität einkauft, verhandelt in einem Verkäufermarkt. Der kostenlose Report ordnet die Lieferketten-Engpässe bei CoWoS-L-Packaging und HBM3E ein und zeigt, welche Beschaffungswege Mittelständlern trotzdem bleiben. Beschaffungs-Report für KI-Hardware jetzt anfordern

Der Mangel an dedizierten KI-Beschleunigern führt dazu, dass professionelle Integratoren verstärkt auf High-End-Consumer-Grafikkarten wie die NVIDIA RTX 5090 zurückgreifen. Dies hat massive Auswirkungen auf die Verfügbarkeit und Preisgestaltung im Einzelhandel.

Während der Einführungspreis der Karte im Januar 2025 bei 1999 US-Dollar (in Europa 2329 Euro) lag, werden im September 2026 in den USA Marktpreise von über 5000 US-Dollar und in Europa von über 5200 Euro beobachtet. Einzelne Listings bei Drittanbietern erreichen Beträge von über 9000 bis teils 12000 US-Dollar.

Laut Berichten aus dem September 2026 sind die Bestände bei großen Händlern wie Amazon, Newegg und Best Buy praktisch erschöpft. Gleichzeitig tauchten Informationen auf, wonach Tausende Einheiten der RTX 5090 trotz bestehender Blackwell-Exportverbote nach China abfließen.

Die Karte wird dort aufgrund ihrer hohen Rechenleistung von 3352 AI-TOPS geschätzt. Branchenkennern zufolge gäbe es seitens NVIDIA bisher keine wirksamen Maßnahmen, um diesen Abfluss an Server-Distributoren zu verhindern.

Auswirkungen auf Cloud-Anbieter und Infrastruktur-Investitionen

Die steigenden Hardwarekosten beeinflussen auch die Preisgestaltung der Cloud-Service-Provider. Der Anbieter Nebius plant laut Berichten zum 1. Oktober 2026 eine Anhebung der Preise für GPU-Instanzen um rund 20 Prozent. Demnach steigen die Kosten für einen H100 auf 4,50 US-Dollar und für einen B200 auf 8,50 US-Dollar pro Stunde.

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Die Vertragspreise für Server-DRAM legten im ersten Quartal 2026 um 90 bis 95 Prozent zu, Cloud-Anbieter heben ihre GPU-Tarife um rund 20 Prozent an — die Kostenlawine rollt auch auf Unternehmen zu, die nie selbst Hardware kaufen. Der kostenlose Report rechnet durch, was HBM3E-, DRAM- und Mietpreisentwicklung für Ihr Infrastruktur-Budget 2026 bedeuten. Kostenkalkulation KI-Infrastruktur jetzt herunterladen

NVIDIA-CEO Jensen Huang erläuterte in diesem Zusammenhang die ökonomischen Dimensionen moderner Rechenzentren. Eine KI-Fabrik mit einer Leistung von einem Gigawatt koste etwa 50 bis 60 Milliarden US-Dollar, könne jedoch jährliche Mieteinahmen in ähnlicher Höhe generieren. Dies ermögliche einen Return on Investment innerhalb eines Jahres.

Huang wies zudem darauf hin, dass die Token-Generierung innerhalb weniger Monate um das 25-fache gestiegen sei, wobei offene Modelle inzwischen rund 70 Prozent des Volumens ausmachten.