Nvidia B300: 32 verbotene KI-Chips im Netzwerk von China Telecom entdeckt

Lava fand 32 B300-Chips im China-Telecom-Netz; zugleich verschieben Sanktionen Nachfrage und Marktanteile bei KI-Beschleunigern.

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Die israelische Sicherheitsfirma Lava hat 32 hochmoderne Blackwell Ultra B300 Chips von Nvidia im Netzwerk des staatlichen chinesischen Telekommunikationskonzerns China Telecom identifiziert.

Die Ausfuhr dieser Halbleiterkomponenten nach China ist durch geltende US-Exportkontrollen untersagt. Der Vorfall wirft neue Schlaglichter auf die Durchsetzung westlicher Handelssanktionen und illegale Beschaffungswege im Bereich fortschrittlicher Recheninfrastruktur.

Schwarzmarktpreise explodieren nach Lieferverboten

Der betroffene B300-Chip bietet im Vergleich zum Vorgängermodell B200 50 Prozent mehr Speicher sowie FP4-Rechenleistung. Für chinesische Käufer ist der Erwerb regulär nicht gestattet, während Ausfuhren des Modells H200 fallweise durch US-Behörden geprüft werden. Das strikte Verbot treibt jedoch florierende Parallelmärkte an. Berichten zufolge verdoppelten die US-Exportbeschränkungen die Preise für Nvidia-KI-Hardware auf dem chinesischen Schwarzmarkt.

Händlerangaben zufolge stieg der Preis für einen DGX B300 Server innerhalb von sechs Monaten von vier Millionen Yuan auf acht Millionen Yuan. Zum Vergleich liegt der reguläre US-Normalpreis bei rund 400.000 US-Dollar.

Ähnliche Preisentwicklungen zeigen sich bei weiteren Modellreihen: Die RTX 6000 Pro kletterte im Schwarzhandel von 50.000 Yuan auf bis zu 130.000 Yuan, während A100 Server von 200.000 Yuan auf bis zu 600.000 Yuan anzogen.

Ein Sprecher von Nvidia erklärte zu den Vorwürfen illegaler Weiterleitungen, dass der Anteil abgezweigter kontrollierter US-Produkte in jüngsten Gerichtsverfahren bei weniger als einem halben Prozent liege. Schmuggel stelle demnach keinen relevanten Faktor dar. Nvidia-Chef Jensen Huang betonte seinerseits, dass das schrittweise Zusammenstellen ganzer Rechenzentren aus geschmuggelten Komponenten eine Sackgasse sei.

Schmuggelnetzwerke und juristische Konsequenzen

Dennoch verzeichnen Sicherheits- und Justizbehörden regelmäßige Verstöße gegen die Sanktionen. Im August 2026 wurden in Taiwan neun Personen wegen des illegalen Exports von B300-Chips nach China angeklagt.

Zudem entließ das IT-Unternehmen Supermicro nach einer internen Schmuggeluntersuchung mehrere Beschäftigte. Bereits im Jahr 2025 schmuggelten chinesische Unternehmen laut Berichten innerhalb von drei Monaten Nvidia-KI-Chips im Gesamtwert von einer Milliarde US-Dollar nach China.

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Auch die US-Politik reagiert auf die Umgehungsversuche. Ein Bericht des Repräsentantenhaus-Ausschusses für China forderte jüngst, bestehende Sicherheitslücken in der Halbleiter-Lieferkette rasch zu schließen. Diese Lücken ermöglichten China weiterhin Zugriff auf hochmoderne Chips, Fertigungswerkzeuge und Kernfähigkeiten im Bereich Künstlicher Intelligenz.

Das Gremium kritisierte unter anderem, dass zahlreiche bekannte Flaschenhals-Werkzeuge derzeit lediglich für eine Teilmenge chinesischer Fertigungsbetriebe gesperrt seien, ansonsten aber weiterhin frei geliefert werden dürften.

Unterdessen bleibt die sogenannte Affiliates Rule des Bureau of Industry and Security (BIS) noch bis zum 9. November ausgesetzt und greift am darauffolgenden Tag wieder, sofern die Behörde keine weiteren Schritte unternimmt.

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Hohe Nachfrage nach Alternativen und verändertes Marktumfeld

Um den enormen Rechenbedarf zu decken, weichen chinesische Technologiekonzerne auf konforme Hardware aus. So bestellten ByteDance, Alibaba und Tencent zusammen mehr als drei Millionen Einheiten der Grafikkarte RTX PRO 5500 im Wert von über 35 Milliarden US-Dollar, was einem Stückpreis von etwa 11.400 US-Dollar entspricht.

Insgesamt summierten sich die Bestellungen chinesischer Kunden bei Nvidia auf mehr als sechs Millionen Karten. Nvidia teilte Partnern jedoch mit, dass sie lediglich fünf bis zehn Prozent der angefragten Volumina erhalten könnten.

Im gesamten Jahr 2027 können weltweit voraussichtlich nicht mehr als drei Millionen Einheiten der RTX PRO 5500 gefertigt werden. Erste Musterkarten werden für Dezember erwartet, gefolgt von kommerziellen Auslieferungen ab dem ersten Quartal 2027.

Auf dem chinesischen Markt verändern die Restriktionen die Kräfteverhältnisse spürbar. Laut Marktforschern von IDC wurden im ersten Halbjahr 2026 insgesamt 2,008 Millionen Beschleunigereinheiten für Rechenzentren in China ausgeliefert. Nvidias Absatz sank dabei im Jahresvergleich um 44 Prozent auf 678.000 Einheiten, was einem Marktanteil von 34 Prozent entspricht.

Gleichzeitig erzielte der heimische Konkurrent Huawei 572.000 Einheiten und sicherte sich einen Anteil von 28 Prozent. GPU-Lieferungen gingen insgesamt um 26 Prozent auf 991.000 Einheiten zurück, während Nicht-GPU-Beschleuniger um fast 80 Prozent auf 1,016 Millionen Einheiten zulegten.

Huang erklärte gegenüber CNBC, die Exportbeschränkungen hätten Chinas Halbleiterindustrie letztlich beschleunigt und den Entwicklungszyklus von zehn auf fünf Jahre verkürzt. Das Land weite seine Fertigungskapazitäten inzwischen über klassische Chips hinaus auf Stromerzeugung, Speicher, Kühlsysteme, Solartechnik und Batterien aus.

Nvidia sei offen für Partnerschaften mit chinesischen Firmen, darunter ChangXin Memory Technologies, das an fortschrittlichen High-Bandwidth-Memory-Speichern arbeite. Zugleich erhöhen chinesische Behörden den Druck auf ausländische Technik: In Peking wurde eine formelle Untersuchung zum Einsatz von US-entwickelter Broadcom-Kundensilizium-Hardware in staatlichen Rechenzentren eingeleitet.

Mehr zum Thema bei Tom’s Hardware: „Illegal Nvidia Blackwell Ultra B300 GPUs found inside state-owned China Telecom’s network — Nvidia says chip …“