Bei einem Besuch in Seoul hat Nvidia-CEO Jensen Huang am Montag ein Bündel strategischer Partnerschaften mit Südkoreas größten Technologiekonzernen bekannt gegeben. Die Abkommen umfassen Halbleiterdesign, KI-Rechenzentren im Gigawatt-Maßstab und Robotik. Im Zentrum steht die Integration der neuesten Nvidia-Hardware in die südkoreanische Industrie.
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Ausbau der Partnerschaft mit SK Group
Nvidia und der SK-Konzern haben ihre Zusammenarbeit auf eine konzernweite Allianz ausgeweitet. Das mehrjährige Abkommen geht über die reine Lieferung von High Bandwidth Memory (HBM) hinaus und umfasst gemeinsame Forschung für künftige Chip-Architekturen. SK hynix wird spezielle Speicher für Nvidias kommende Produktreihe entwickeln – darunter den Vera Rubin KI-Supercomputer, die Vera CPU, RTX Spark und den Jetson Thor Roboterprozessor.
Die Auslieferungen für das Vera-Rubin-System mit HBM4-Technologie von SK hynix sollen im dritten Quartal 2026 beginnen. Um die Fertigung zu optimieren, plant SK hynix den Einsatz von Nvidias CUDA-X- und Omniverse-Plattformen für digitale Zwillinge seiner Chipfabriken.
Im Bereich Infrastruktur haben SK Telecom und Nvidia eine „Full-Stack AI Cloud“-Partnerschaft geschlossen. SK Telecom will 2027 Südkoreas erste „KI-Fabrik“ auf Basis der Nvidia-DSX-Plattform bauen. Die Anlage ist Teil eines größeren Plans für KI-Infrastruktur im Gigawatt-Maßstab in ganz Asien.
Naver setzt auf Nvidia-Technologie
Auch der Internetkonzern Naver und Nvidia haben eine Zusammenarbeit vereinbart. Naver plant den Bau einer KI-Fabrik im Gigawatt-Maßstab – beginnend mit einer 55-Megawatt-Phase in der ersten Jahreshälfte 2027. Das Projekt soll bis 2028 auf 200 Megawatt wachsen und schließlich die Gigawatt-Marke erreichen.
Naver ist zudem das erste südkoreanische Unternehmen, das der Nemotron-Allianz von Nvidia beigetreten ist. Das Unternehmen wird sein KI-Modell HyperCLOVA X durch die Integration von Nvidias Nemotron 3 Ultra verbessern – einem Basismodell mit 550 Milliarden Parametern.
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Robotik-Offensive mit LG und Hyundai
Nvidia drängt auch in den Bereich „Physical AI“ – KI, die in der physischen Welt agiert. Mit LG Electronics wurde eine strategische Partnerschaft für humanoide Roboter und Logistik-Roboter vereinbart. LG nutzt dafür Nvidias Plattformen Isaac, GR00T und Cosmos. LG CNS wird diese Technologien in seine „Physical Works“-Plattform integrieren.
Die Zusammenarbeit erstreckt sich auch auf das Rechenzentrums-Management. LG Electronics arbeitet an der Zertifizierung seiner Flüssigkühlungslösungen für Nvidia-gestützte Rechenzentren. LG Energy Solution verhandelt über die Lieferung von 800-Volt-Gleichstromsystemen und Batteriespeichern für KI-Anlagen.
Hyundai Motor hat ein separates Vorhaben vorgeschlagen: eine Investition von umgerechnet rund sechs Milliarden Euro in das Saemangeum-Projekt. Geplant sind ein gemeinsames KI-Rechenzentrum und eine Fabrik für KI-gestützte Roboter.
Neues Forschungszentrum in Seoul
Bereits am Sonntag hatte Nvidia offiziell die Eröffnung eines neuen Forschungszentrums in Seoul angekündigt. Die Einrichtung soll sich auf Basismodelle und Physical AI konzentrieren. Nvidia rekrutiert dafür promovierte Forscher aus diesen Fachbereichen. Die Gründung erfolgte in Abstimmung mit dem südkoreanischen Ministerium für Wissenschaft und ICT.
Huang bezeichnete Südkorea als entscheidenden Partner – wegen der einzigartigen Kombination aus Speicherchip-Know-how und industrieller Robotik. Der Wandel hin zur KI-gesteuerten Fertigung sei ein langfristiger Trend für die globale Technologiebranche, so der Nvidia-Chef.

