Nvidia-Bilanz am 26. August: Analysten erwarten Rekord-Umsatz von 95 Mrd.

Vor den Quartalszahlen am 26. August prognostizieren mehrere Banken Nvidia einen Rekordumsatz von bis zu 95 Milliarden Dollar. Kursziele reichen bis 350 Dollar, offen bleibt die Finanzierungsstruktur der OpenAI-Leasinggarantie.

Vor der Vorlage der Geschäftszahlen zum zweiten Fiskalquartal 2027 am 26. August richten Finanzanalysten ihre Erwartungen auf ein weiteres Rekordergebnis von Nvidia. Mehrere Investmentbanken haben ihre Prognosen und Kursziele in den vergangenen Tagen aktualisiert und zeichnen dabei ein überwiegend positives Bild des Chipherstellers, weisen zugleich aber auf offene Fragen zur Finanzierungsstruktur hin.

Umsatzprognosen liegen deutlich über Vorjahr

Jefferies rechnet mit einem Rekord-Erlös von 95 Milliarden US-Dollar und liegt damit über dem Marktkonsens. Wolfe Research kalkuliert für das zweite Fiskalquartal 2027 mit einem Gewinn je Aktie von 2,08 US-Dollar gegenüber 1,05 US-Dollar im Vorjahresquartal sowie einem Umsatz von 91,9 Milliarden US-Dollar, was einem Plus von 95 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspräche. Nvidia gilt bei Wolfe Research als Top-Pick unter den Aktien aus dem Bereich KI-Chips.

Weitere Schätzungen bewegen sich in ähnlicher Größenordnung: Ein Umsatz von rund 92 Milliarden US-Dollar (plus 97 Prozent im Jahresvergleich) bei einem Gewinn je Aktie von 2,08 US-Dollar wird erwartet, während Nvidias eigene Guidance einen Umsatz von 91 Milliarden US-Dollar und eine Bruttomarge von 75 Prozent vorsieht.

Das Unternehmen weist zudem einen Auftragsbestand von 1 Billion US-Dollar für die Jahre 2026/27 aus, bei einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 25. Stifel kalkuliert mit einem Gewinn je Aktie von 2,09 US-Dollar und einem Umsatz von 91,96 Milliarden US-Dollar und setzt ein Kursziel von 282 US-Dollar an.

Kursziele reichen bis 350 US-Dollar

Die Bandbreite der Kursziele fällt breit aus. Oppenheimer bestätigt die Einstufung „Outperform“ mit einem Kursziel von 265 US-Dollar und verweist auf die im laufenden Quartal anlaufende VR200-Produktion sowie eine Projektion von über 1 Billion US-Dollar Umsatz aus den Plattformen GB200, GB300 und VR200 im Zeitraum 2025 bis 2027. Morningstar setzt das Kursziel bei 280 US-Dollar an, RBC Capital stuft die Aktie mit „Outperform“ und einem Kursziel von 300 US-Dollar ein und verweist auf die Rubin-Plattform, die einen um 50 Prozent höheren durchschnittlichen Verkaufspreis erzielen soll.

Oppenheimer geht zudem davon aus, dass das CPU-Geschäft im Jahr 2026 einen Umsatz von 20 Milliarden US-Dollar erreichen könnte, ergänzt um zusätzliche 10 Milliarden US-Dollar Standalone-CPU-Umsatz in der zweiten Jahreshälfte 2026.

Am optimistischsten zeigt sich Bank of America mit einem Kursziel von 350 US-Dollar, fast 50 Prozent über dem aktuellen Kurs. Die Bank argumentiert, der Markt übertreibe Bedenken zum Finanzexposure des Unternehmens und sieht die Aktie um 34 bis 50 Prozent unter ihrem inneren Wert. Sie verweist zudem auf einen Hyperscaler-Auftragsbestand von 2,3 Billionen US-Dollar.

Offene Fragen zur OpenAI-Verpflichtung

Im Fokus der Analysten steht auch eine Leasinggarantie über 105 Milliarden US-Dollar für ein Rechenzentrum von OpenAI in Zusammenarbeit mit SB Energy in Ohio, bei dem Nvidia als alleiniger KI-Compute-Partner auftritt.

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Ein Analyst erwartet, dass der freie Cashflow von Nvidia gegenüber dem aktuellen Kurs einen Bewertungsabschlag von über 50 Prozent aufweisen könnte, und will genauere Details zu dieser Verpflichtung im Rahmen der Zahlenvorlage beobachten.

Die Rubin-Plattform soll ab Dezember erstmals zum Umsatz beitragen, während gleichzeitig Bedenken zu sogenannten Kreislauffinanzierungen im KI-Sektor geäußert werden.

Als weitere Beobachtungspunkte für den Bericht gelten die Umsatzguidance, die Visibilität des Auftragsbestands von 1 Billion US-Dollar sowie die Entwicklung der Bruttomarge angesichts steigender HBM4-Kosten. Als Risikofaktoren nennen Analysten Konkurrenz durch AMD, den zunehmenden Einsatz eigens entwickelter Chips durch Hyperscaler sowie mögliche Schwankungen bei deren Investitionsausgaben.

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Aktienkurs deutlich hinter Branchenindex

Trotz der überwiegend positiven Analystenerwartungen hinkt die Kursentwicklung der Aktie der Branche hinterher: Am 20. August notierte das Papier bei 216,74 US-Dollar, ein Minus von 0,3 Prozent, mit einem Jahresplus von 17 Prozent gegenüber einem Anstieg des PHLX Semiconductor Index von 66 Prozent im gleichen Zeitraum.

Zwei Tage zuvor, am 18. August, lag der Kurs bei 219,74 US-Dollar und damit nahe dem Rekordhoch von 236,54 US-Dollar. Bank of America bezeichnete Nvidia zu diesem Zeitpunkt als Top-Pick und verwies auf ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 16, ein Zehn-Jahres-Tief, sowie einen erwarteten freien Cashflow von 470 Milliarden US-Dollar innerhalb von zwei Jahren. Als Risikofaktor wurden dabei DRAM-Kosten genannt, die 40 bis 50 Prozent der Herstellungskosten ausmachen sollen.