Während die Gaming-Welt auf die RTX-50-Serie schaut, setzt das Unternehmen auf Cloud-Instanzen und wissenschaftliche Workstations – und das zu Preisen, die selbst erfahrene IT-Verantwortliche staunen lassen.
Oracle setzt auf NVIDIAs Profi-GPUs
Am 7. Mai gab Oracle Cloud Infrastructure (OCI) die allgemeine Verfügbarkeit von Bare-Metal-Instanzen mit der RTX PRO 6000 Blackwell bekannt. Diese Profi-Karten kommen mit satten 96 Gigabyte GDDR7-Speicher – deutlich mehr als die ohnehin schon üppig bestückten Consumer-Flaggschiffe.
Der Preis pro GPU-Stunde liegt bei umgerechnet rund 4,10 Euro. Jede Instanz kombiniert acht RTX-PRO-GPUs mit Intel-Xeon-6-Prozessoren und drei Terabyte Arbeitsspeicher. Die Zielgruppe: Unternehmen, die KI-Inferenz, Simulationen und hochauflösendes Rendering gleichzeitig stemmen müssen.
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Parallel dazu bringt der japanische Anbieter GDEP Advance sogenannte „AI for Science“-Workstations auf den Markt. Diese Systeme mit der RTX PRO 6000 Blackwell MaxQ (94 GB Speicher) kosten umgerechnet etwa 22.000 Euro – oder sind monatlich mietbar. Die Zielrichtung ist klar: Medizinsimulationen und Wirkstoffforschung.
Gaming-Profis: RTX PRO schlägt RTX 5090
Dass Profi-Hardware nicht zwangsläufig schlechter spielt, zeigen aktuelle Benchmarks. Die RTX PRO 6000 legte in Cyberpunk 2077 15,3 Prozent mehr Leistung hin als die RTX 5090 – in Black Myth: Wukong sogar 44,3 Prozent. Grund ist der enorme Speicherpuffer von 96 GB, der hochauflösende Texturen und Frame-Generierung deutlich effizienter verarbeitet.
Gigabyte brachte am 8. Mai die AORUS GeForce RTX 5090 INFINITY 32G auf den Markt. Die designpreisgekrönte Karte setzt auf ein verstecktes Overdrive-Lüfter-System und Metall-Paste-Kühlung. Der Luftstrom soll um bis zu 58 Prozent höher liegen als bei Standard-Modellen.
China ausgesperrt – Milliarden winken trotzdem
Ein heikles Thema: CEO Jensen Huang bestätigte auf der Milken-Institute-Konferenz, dass Blackwell-GPUs derzeit nur in den USA verkauft werden. Sicherheitsbedenken und steuerliche Gründe stehen dahinter. Die Folge: Im ersten Quartal 2026 lag der Blackwell-Marktanteil in China bei null Prozent. Konkurrent AMD springt in die Lücke – Berichten zufolge mit fast 400 Millionen Dollar Umsatz durch die Instinct MI308X.
Trotz dieser regionalen Einschränkungen bleiben die Finanzprognosen exorbitant. Goldman Sachs hob seine Schätzungen für NVIDIA an. Für das erste Fiskalquartal 2027 (Ergebnisse am 20. Mai) erwarten Analysten einen Umsatz von umgerechnet rund 73 Milliarden Euro – über dem Konsens von 71,5 Milliarden. Die entscheidende Frage: Ist das Drei-Jahres-Umsatzziel von einer Billion Euro womöglich zu konservativ?
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Wartungs-Alarm: „Zeitbombe“ in Gigabyte-Karten
Nicht alles glänzt bei der neuen Generation. Reparaturdienste von Northwestrepair identifizierten einen möglichen Langzeitfehler in bestimmten Gigabyte-RTX-5090-Modellen. Ein 100-kΩ-Pull-up-Widerstand in der NVVDD-Spannungsversorgung könne nach zwei bis drei Jahren zu Startfehlern führen. Die gute Nachricht: Der Defekt ist reparierbar. Die schlechte: Er tritt meist erst nach Ablauf der Garantie auf.
Einsteiger-Markt: RTX 3060 feiert Comeback
Während die High-End-Welt auf Blackwell schwört, sieht die Realität der Massen anders aus. Die Steam-Hardware-Umfrage vom April zeigt: RTX 3060 und RTX 4060 sind mit zusammen knapp acht Prozent die beliebtesten Karten. Grund ist eine GDDR6-Knappheit – die Autoindustrie hat die Speicherproduktion für KI-gestützte Systeme massiv hochgefahren.
NVIDIA reagiert mit einem ungewöhnlichen Schritt: Im Juni soll eine Neuauflage der RTX 3060 mit 12 GB erscheinen, um die Einstiegslücke zu schließen. Gleichzeitig drängt die RTX 5060 mit 8 GB GDDR7 und 145 Watt TDP in den Markt.
Ausblick: Rubin-Architektur als nächster Meilenstein
Der 20. Mai wird richtungsweisend. Dann legt NVIDIA seine Quartalszahlen vor – und voraussichtlich auch Details zum Produktionshochlauf der Rubin-Architektur. Die nächste GPU-Generation und die dazugehörigen Vera-CPUs sollen den „Accelerated Computing“-Kurs fortsetzen.
Bis dahin bleibt spannend, ob NVIDIA modifizierte Blackwell-Versionen für den internationalen Markt freigibt – oder weiter auf die USA setzt.

