Nvidia Blackwell: Moonshot AI verhandelt über 8.000 GPUs in Europa

Moonshot AI führte Gespräche über europäische Blackwell-Server; Exportregeln, hohe Preise und knappe Liefermengen prägen den chinesischen Markt.

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Das chinesische Unternehmen Moonshot AI hat im Jahr 2026 Gespräche über die Anmietung von Nvidias Blackwell-GPU-Kapazitäten in europäischen Rechenzentren von Neocloud-Anbietern geführt.

Wie vier mit dem Vorgang vertraute Personen laut einem Bericht vom 5. November 2026 darlegten, umfasste eine der Verhandlungen Cluster von mehr als 8.000 Blackwell-Grafikprozessoren. Ein vorliegender Vorschlag sah dabei eine Vorauszahlung vor, die 30 bis 50 Prozent über dem Niveau für nicht-chinesische Abnehmer lag.

Ausweichstrategie über europäische Rechenzentren

Die verhandelte Rechenkapazität war primär für KI-Inferenz vorgesehen, wobei das Training von Modellen nach Angaben eines weiteren Berichts vom 5. November 2026 nicht ausgeschlossen wurde.

Die aktuellen Exportbeschränkungen der US-Regierung verbieten zwar die direkte Ausfuhr von Blackwell-Halbleitern nach China, der Fernzugriff über ausländische Serverstandorte gilt jedoch als regulatorische Lücke. Die bestehenden Vorgaben aus Washington regulieren den Zugriff chinesischer Akteure auf Rechenzentren im Ausland bisher nicht umfassend.

Verschärfte Bedingungen für Cloud-Betreiber

Parallel dazu steigen die administrativen Hürden für die Infrastrukturanbieter. Nvidia verlangt von Cloud-Betreibern, dass mindestens 51 Prozent ihres Umsatzes mit nicht-chinesischen Kunden erzielt werden müssen. Diese Vorgabe gilt seit dem Sommer 2026 weltweit ausschließlich für Neuverträge und wird nach Berichten mündlich vermittelt.

Betreiber stehen außerhalb der USA vor der Herausforderung, ausreichend viele Kunden abseits des chinesischen Markts zu gewinnen. Zudem erstellte Nvidia eine Liste vorab geprüfter Unternehmen, was die Zahl der autorisierten asiatischen Kunden Medienberichten zufolge um mehr als die Hälfte reduzierte.

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Massive Preisaufschläge und Engpässe im chinesischen Markt

Die Restriktionen führen im chinesischen Markt zu gravierenden Engpässen und hohen Aufschlägen. Während ein B300-Rack von Nvidia international rund 600.000 US-Dollar kostete, lag der Preis in China im Vormonat bei etwa 2,8 Millionen US-Dollar.

Ende Oktober 2026 beliefen sich die Kosten für einen Server mit acht H200-Karten in Festlandchina auf über 6 Millionen Yuan, was rund 900.000 US-Dollar entsprach und etwa dem Dreifachen des Vorjahrespreises gleichkam. Ein Blackwell-Server kostete über 20 Millionen Yuan.

Zudem lagern rund 600.000 H200-KI-Chips in Hongkong, da die Behörden in Peking Großimporte bisher nicht genehmigen. Einzelne chinesische Internetkonzerne erhielten in den vergangenen Monaten jeweils rund 10.000 H200-Einheiten, während kleinere Mengen über Zwischenhändler nach Festlandchina gelangten. Auch heimische Alternativen verteuerten sich: Im September 2026 hob Huawei die Preise für eigene Spitzenbeschleuniger um rund 60 Prozent an.

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Umwege über nicht-regulierte Prozessoren

Um die Knappheit abzufedern, orderten Konzerne wie ByteDance, Alibaba und Tencent insgesamt rund 6 Millionen Nvidia RTX Pro 5500 im Gesamtwert von etwa 70 Milliarden US-Dollar bei einem Stückpreis von über 11.000 US-Dollar. Das Modell unterliegt nicht den US-Exportbeschränkungen.

Allerdings erhalten die Besteller in den kommenden vier Monaten lediglich einige Zehntausend Einheiten und damit rund 1 Prozent des Gesamtvolumens. Eine erste Charge von einigen Tausend Stück ist bis Ende 2026 avisiert, weitere Zehntausende folgen um den Februar 2027. Ein Großabnehmer kalkuliert intern bis Ende 2027 mit rund 700.000 Einheiten.

Nvidia priorisiert unterdessen margenstärkere Beschleuniger für Abnehmer wie OpenAI und Anthropic. Zugleich fließen Fertigungskapazitäten beim Auftragsfertiger TSMC schrittweise in Richtung der künftigen Chip-Generation Rubin. Die Prozessoren der Reihen Blackwell und Blackwell Ultra sind für die nächsten zwölf Monate voll ausgebucht.

Zusätzliche Kapazitäten im fortschrittlichen CoWoS-Packaging lassen auf sich warten: Der Dienstleister Amkor errichtet derzeit eine entsprechende US-Anlage, deren Fertigstellung nach Angaben von TSMC-Chef C.C. Wei für die Jahre 2027 bis 2028 erwartet wird.