Nvidia-Chef Huang: 70% Umsatzwachstum durch KI-Infrastruktur

Jensen Huang stellt für Nvidia deutlich höhere KI-Erlöse in Aussicht als Analysten. Zugleich sorgen Beteiligungen und Insiderverkäufe für Aufmerksamkeit.

Im Rahmen der Goldman-Sachs-Technologiekonferenz in San Francisco gab Nvidia-Chef Jensen Huang einen optimistischen Ausblick auf die künftige Entwicklung des Marktes für künstliche Intelligenz (KI).

Huang prognostiziert für das kommende Jahr ein Umsatzwachstum von 70 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Damit liegen die Erwartungen deutlich über der bisherigen Konsensschätzung der Analysten, die bislang von einem Zuwachs von 44 Prozent ausgegangen waren.

Rekordzahlen und ehrgeizige Wachstumsziele

Die Marktbeobachter rechnen für das laufende Fiskaljahr derzeit mit einem Umsatz von rund 400 Milliarden US-Dollar. Sollte das von Huang prognostizierte Wachstum von 70 Prozent eintreffen, würde der Jahresumsatz im Fiskaljahr 2028 auf rund 680 Milliarden US-Dollar steigen.

Bereits im zweiten Quartal verzeichnete Nvidia einen Umsatz von 96,2 Milliarden US-Dollar, was einer Steigerung von 106 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Besonders stark entwickelte sich die Data-Center-Sparte, die mit 89 Milliarden US-Dollar ein Plus von 117 Prozent erzielte. Die Bruttomarge des Unternehmens lag zuletzt bei rund 75 Prozent.

Huang betonte die Skalierbarkeit der neuen Hardware-Generationen. Ein System, das aus 36 Grace-CPUs und 72 Blackwell-GPUs besteht, verzeichne derzeit ein monatliches Wachstum von 27 Prozent. Die Kosten für eine moderne GPU bezifferte der CEO auf rund 8,5 Millionen US-Dollar.

Ein solches System bestehe aus zwei Millionen Einzelteilen und benötige eine Leistung von 250.000 Kilowatt. Im Vergleich dazu kosteten frühere Gaming-Grafikkarten des Herstellers rund 399 US-Dollar.

Globale Infrastruktur und neue Anwendungsfelder

Bis zum Jahr 2030 erwartet Huang jährliche weltweite Ausgaben für KI-Infrastruktur in Höhe von drei bis vier Billionen US-Dollar. Bei einer Veranstaltung in Chapel Hill verglich er KI-Rechenleistung mit Strom, wobei die Abrechnung künftig in Dollar pro Million Tokens erfolgen könne. Der Ausbau dieser Infrastruktur werde Investitionen in der Größenordnung von Billionen und nicht mehr nur Milliarden US-Dollar erfordern.

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Als das nächste große Wachstumsfeld für KI identifizierte Huang die Cybersecurity. In diesem Bereich kooperiert Nvidia bereits mit Unternehmen wie CrowdStrike, Cisco und Palantir. So hat CrowdStrike die Anwendung SafeMind auf Basis des Nvidia-Modells Nemotron gestartet, während Cisco die „Nvidia-AI-Factory-Plattform“ vertreibt.

Finanzielle Verflechtungen und Marktrisiken

Vorwürfe bezüglich einer zirkulären Finanzierung („Circular Financing“) wies Huang zurück. Er verwies stattdessen auf eine vertraglich gebundene Nachfrage in Höhe von rund 100 Milliarden US-Dollar.

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Zum Stichtag am 26. Juli hielt Nvidia Beteiligungen im Wert von 99 Milliarden US-Dollar und hat künftige Investitionszusagen über 25 Milliarden US-Dollar getroffen. Zudem besteht eine Garantie von bis zu 105 Milliarden US-Dollar für das OpenAI-Rechenzentrum im US-Bundesstaat Ohio. Aktuellen Berichten zufolge verhandelt Nvidia zudem über eine Beteiligung am geplanten Börsengang (IPO) von Anthropic.

Trotz der positiven Prognosen äußerten Experten auch Warnungen. Während Huang Bedenken des ehemaligen Anthropic-Forschers Jacob Coxon hinsichtlich KI-Risiken als unzutreffend bezeichnete, bezifferte Evan Hubinger, der bei Anthropic den Bereich Alignment leitet, die Wahrscheinlichkeit einer menschlichen Auslöschung durch KI innerhalb der nächsten zehn Jahre auf über 10 Prozent.

An der Börse zeigte sich die Nvidia-Aktie zuletzt volatil. Nach der Bekanntgabe der Quartalszahlen legte das Papier zunächst um 8,7 Prozent zu und verzeichnete im bisherigen Jahresverlauf 2026 ein Plus von rund 20 Prozent.

In den vergangenen Tagen gab der Kurs jedoch in einem schwankenden Marktumfeld leicht nach. Seit der Veröffentlichung der letzten Geschäftszahlen wurden zudem Insider-Verkäufe im Wert von 385 Millionen US-Dollar bekannt, wobei ein Großteil auf Direktor Mark Stevens entfiel.