Nvidia-CEO Jensen Huang hat laut Medienberichten vom 18. September 2026 gemeinsam mit anderen führenden Köpfen der Technologiebranche direkten Einfluss auf die US-Regierung ausgeübt, um die Schaffung einer neuen Aufsichtsbehörde für künstliche Intelligenz (KI) zu verhindern. Damit positioniert sich der Chef des wertvollsten Chipherstellers der Welt, dessen Marktkapitalisierung zuletzt die Marke von 5 Billionen US-Dollar überschritt, klar gegen Bestrebungen für eine stärkere staatliche oder branchenweite Kontrolle der Technologie.
Strategische Allianz gegen Branchenaufsicht
Berichten des Wall Street Journals zufolge haben Jensen Huang, Meta-CEO Mark Zuckerberg und SpaceX-CEO Elon Musk durch separate Kontaktaufnahmen mit dem US-Präsidenten Donald Trump die Etablierung eines branchenfinanzierten Regulierungsgremiums gestoppt. Der Vorschlag für eine solche Instanz, die nach dem Vorbild der Finanzaufsicht FINRA gestaltet werden sollte, stammte ursprünglich von Demis Hassabis, dem Leiter von Google DeepMind.
Innerhalb des Weißen Hauses herrscht offenbar Uneinigkeit über den künftigen Kurs der KI-Aufsicht. Während Stabschefin Wiles und Finanzminister Bessent auf eine striktere Kontrolle drängten – wobei Bessent insbesondere vor KI-gestützten Cyberangriffen auf das Bankensystem warnte –, favorisierte die Fraktion um Huang und andere Technologie-Chefs eine minimale Regulierung.
Trump bezeichnete die Sorgen um die KI-Sicherheit in diesem Zusammenhang als Täuschung und betonte die Notwendigkeit einer beschleunigten Entwicklung.
Fokus auf Ingenieurskunst statt neuer Gesetze
In einem am 20. September 2026 ausgestrahlten Interview mit CBS News sowie auf Branchen-Summits in Schottland und Los Angeles untermauerte Huang seine ablehnende Haltung gegenüber neuer Gesetzgebung. Er bezeichnete die Sicherheit von KI als ein Problem der Ingenieurskunst und nicht als eine juristische Fragestellung. Neue Gesetze seien nicht erforderlich, da bestehende Haftungsgesetze in den USA bereits einen ausreichenden Rahmen böten.
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Huang forderte, die Entwicklung so schnell wie möglich voranzutreiben, unabhängig vom internationalen Wettbewerb. Gleichzeitig betonte er jedoch die Verantwortung der Unternehmen, keine unfertigen oder unsicheren Produkte auf den Markt zu bringen. Er plädierte für die Anwendung traditioneller Engineering-Methoden, um die Zuverlässigkeit der Systeme zu gewährleisten.
Für das kommende Geschäftsjahr äußerte sich der CEO optimistisch und gab an, den Absatz von Chips im Vergleich zum laufenden Jahr verdoppeln zu wollen.
Widerspruch gegen existenzielle Risikoszenarien
Besondere Aufmerksamkeit erregte Huang mit seiner Einschätzung zu existenziellen Risiken der Technologie. Er bezeichnete Warnungen vor einer Auslöschung der Menschheit durch KI als Weltuntergangsnarrative. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Welt bis zum Jahr 2030 durch KI zerstört werde, bezifferte er mit einer Chance von null Prozent.
Damit widerspricht er direkt den Einschätzungen ehemaliger Forscher aus dem Bereich der KI-Sicherheit. Der ehemalige Anthropic-Mitarbeiter Jacob Coxon hatte bei seinem Ausscheiden im September gewarnt, dass viele Forscher aufrichtig davon überzeugt seien, KI könne die Menschheit noch vor Ende des Jahrzehnts gefährden.
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Auch Evan Hubinger, ebenfalls ehemals bei Anthropic tätig, sieht die Wahrscheinlichkeit einer solchen Katastrophe binnen zehn Jahren bei über 10 Prozent.
Innerhalb der Branche formiert sich eine Gegenposition zu Huangs Kurs. Dario Amodei (CEO von Anthropic), Sam Altman (CEO von OpenAI) und Google-DeepMind-Gründer Demis Hassabis unterstützen einen Drei-Stufen-Plan zur kontrollierten Verlangsamung der KI-Entwicklung. Amodei warnte, dass die Technologie sich exponentiell entwickle, was als Signal gewertet werden müsse, das Tempo zu drosseln.
An den Finanzmärkten wurde die Positionierung des Nvidia-Chefs positiv aufgenommen. Die Aktie von Nvidia (NVDA) notierte zuletzt bei 222,27 US-Dollar, was einem Zuwachs von 1,34 Prozent entspricht. Finanzminister Bessent bezeichnete die Haltung von Jensen Huang zudem als deckungsgleich mit der aktuellen Regierungslinie.

