Nvidia dominiert Grafikkartenmarkt mit 94 Prozent

Nvidia dominiert den Markt für PC-Grafikkarten mit einem Rekordanteil von 94 Prozent, während AMD auf 5 Prozent fällt. Der Gesamtmarkt schrumpft unter Kostendruck.

Der Markt für PC-Grafikkarten ist zu einem Quasi-Monopol geworden. Nvidia kontrolliert nach aktuellen Branchendaten ein Rekordniveau von 94 Prozent des Marktes für dedizierte Grafikkarten. Die Rivalen AMD und Intel teilen sich die restlichen sechs Prozent. Diese historische Marktkonzentration zeigt sich auch in den Rechnern der Spieler.

Marktforscher dokumentieren dramatischen Wandel

Eine Analyse von Jon Peddie Research für das vierte Quartal 2025 zeigt das ganze Ausmaß der Verschiebung. Nvidia baute seinen Anteil im Vergleich zum Vorquartal um 1,6 Prozentpunkte auf 94 Prozent aus. Für AMD ging es im gleichen Maß bergab: Der Konzent verlor 1,6 Punkte und kommt nur noch auf magere 5 Prozent Marktanteil. Ein Jahr zuvor lag AMD noch bei 15 bis 17 Prozent. Intel hält sich mit einem Prozent stabil, aber bedeutungslos.

Der Gesamtmarkt schrumpft dabei. Der Auslieferung von Grafikkarten fiel im wichtigen Weihnachtsquartal 2025 ungewöhnlicherweise um 4,4 Prozent auf 11,48 Millionen Einheiten. Trotzdem lag das Volumen 36 Prozent über dem von Q4 2024, das noch von Lieferengpässen geprägt war.

Steam-Umfrage bestätigt den Nvidia-Boom

Die Präferenzen der Gamer spiegeln die harten Zahlen wider. Der Steam Hardware Survey für Februar 2026 zeigt eine explosive Verbreitung von Nvidias neuester RTX-50-Serie.

Die GeForce RTX 5070 erlebte einen beispiellosen Sprung: Ihr Nutzeranteil stieg von 2,87 Prozent im Januar auf 9,42 Prozent im Februar – ein Plus von 228 Prozent. Sie verdrängte damit die vorherige Generation von der Spitze der Charts. Auf Platz zwei folgt die RTX 5060 mit 6,72 Prozent. Die elf beliebtesten Grafikkarten auf Steam sind ausschließlich Nvidia-Modelle.

Von AMDs neuester RX-9000-Serie fehlt in den Top-Rängen jede Spur. Die Präsenz des Konkurrenten beschränkt sich fast nur auf ältere Architekturen.

Hohe Kosten und Tarife belasten den Gesamtmarkt

Trotz Nvidias Dominanz steht der gesamte Markt für Grafikkarten unter wirtschaftlichem Druck. Die rückläufigen Auslieferungen im vierten Quartal führen Analysten auf steigende Kosten zurück.

Preistreiber sind vor allem teurere GDDR6- und GDDR7-Speicherchips. Zusammen mit Unsicherheiten durch Handelszölle zwingen diese Kosten die Hersteller zu Preissteigerungen. Die Folge: Der Anteil von PCs mit separater Grafikkarte sank im vierten Quartal 2025 auf 55 Prozent – ein starker Rückgang um 12,3 Prozentpunkte.

Preisbewusste Käufer setzen vermehrt auf die leistungsfähiger gewordenen integrierten Grafiklösungen. Zudem zogen viele Käufe wegen drohender Zölle bereits in frühere Quartale vor, was das Jahresende ausdünnte.

Analyse: AMDs Strategie geht nicht auf

Das Verhältnis von 94 zu 5 Prozent markiert eine tiefe strategische Kluft. AMD hatte sich 2024 und 2025 auf den Mainstream-Markt konzentriert und den Wettbewerb in der High-End-Liga aufgegeben. Diese Strategie verfehlt ihr Ziel jedoch offenbar.

Branchenbeobachter sehen mehrere Fehlschritte: Das Ausbleiben von GPU-Ankündigungen auf Fachmessen, umstrittene Treiber-Updates für ältere Hardware und die schwache Resonanz auf die RDNA-4-Generation haben Teile der PC-Community vergrault.

Nvidia profitiert dagegen von einem kaum angreifbaren Ruf. Proprietäre Technologien wie DLSS sind für viele Spieler ein Kaufargument. Die absolute Dominanz des Konzerns im KI- und Rechenzentrumsgeschäft strahlt zudem auf den Gaming-Bereich ab. Nvidia diktiert damit Preis und technologische Richtung der gesamten Branche.

Ausblick: Schwieriges Jahr für PC-Bauer

Die Perspektiven für 2026 sind düster. Marktforscher rechnen mit einem Rückgang des PC- und Grafikkartenmarktes um fast 10 Prozent.

Instabile Wirtschaftslage, anhaltende Speicherknappheit und hohe Einstiegspreise werden viele Spieler von einem Upgrade abhalten. Besonders der preissensitive Mainstream-Segment unter 500 Euro ist gefährdet.

Es sei denn, AMD gelingt eine spektakuläre architektonische und preisliche Kehrtwende – oder Intels angekündigte „Battlemage“-Grafikkarten können die Budget-Klasse aufmischen. Bis dahin wird der Desktop-Gaming-Markt von Nvidias Roadmap und Preispolitik bestimmt.