Nvidia DSX POD: KI-Fabriken sollen in 14 Tagen statt sechs Monaten stehen

Das neue Referenzdesign bündelt KI-Rechenzentrumstechnik in Containern; weltweite Lieferungen sollen Anfang 2027 starten.

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Auf der Branchenkonferenz GTC Berlin hat Nvidia mit dem DSX POD ein neues Referenzdesign für vollständige modulare KI-Fabriken vorgestellt. Die standardisierten Einheiten basieren auf der Vera-Rubin-Architektur und werden in vorgefertigten Containern ausgeliefert.

Nach Angaben des Unternehmens soll das Konzept die Bereitstellungszeit an einem vorbereiteten Standort von bisher rund sechs Monaten auf bis zu 14 Tage reduzieren, da die Module bereits im Werk der Fertigungspartner vollständig montiert und vorab validiert werden.

Vormontierte Hardware im Lkw-Format

Das fabrikgebaute System integriert die gesamte Infrastruktur auf Rack-Ebene vor dem Versand. Nvidia definiert dabei feste Spezifikationen für Rechenleistung, Netzwerk, Speicher, Stromversorgung, Verkabelung, Mechanik und Flüssigkühlung bei einem Standard-Powereingang von 800 VDC.

Vor Ort müssen Betreiber das Modul lediglich an Stromnetz, Kühlsystem und Datenverbindungen anschließen. Die vom Hersteller genannte Aufbauzeit von 14 Tagen setzt allerdings eine bereits voll erschlossene Standortinfrastruktur voraus und wurde bisher nicht unabhängig überprüft.

Ein einzelner Container entspricht in den Dimensionen etwa einem Standardcontainer, wiegt rund 28.000 Kilogramm (28 metrische Tonnen) und lässt sich per Lastkraftwagen über reguläre Straßen transportieren. Im Inneren arbeiten sieben flüssiggekühlte Vera Rubin NVL72 Racks, bestückt mit insgesamt 504 Rubin-GPUs und 252 Vera-CPUs.

Diese Racks sind über 17 Kilometer Spectrum-X-Netzwerkkabel miteinander verknüpft. Laut Ian Buck von Nvidia umfasst jede Einheit rund zehn Millionen Komponenten. Das Gesamtdesign sei für den Ausbau bis in den Bereich von Hunderten Megawatt skaliert.

Wirtschaftliche Hebelwirkung durch beschleunigten Betrieb

In seiner Keynote auf der Konferenz führte Nvidia-Chef Jensen Huang aus, dass sich die reine Installationszeit von Rechenzentrumsservern mit den Pods von vier bis fünf Monaten auf rund einen Monat verkürzen lasse.

Für Betreiber entstehe der eigentliche wirtschaftliche Wert erst durch die laufende Produktion von Tokens und nicht durch die bauliche Fertigstellung. Huang verdeutlichte dies an einem Rechenzentrum mit einem erwarteten Jahresumsatz von 40 Milliarden US-Dollar: Eine Verzögerung um drei Monate bedeute rechnerisch einen Ausfall von zehn Milliarden US-Dollar.

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Ein Rechenzentrum mit einer Leistung von einem Gigawatt koste rund 50 Milliarden US-Dollar, während das Angebot pro Gigawatt von rund 18 Milliarden auf mehr als 40 Milliarden US-Dollar gestiegen sei.

Partnernetzwerk und Auslieferungspläne

Nvidia tritt bei dem Konzept als Entwickler des Referenzdesigns auf, während die Fertigung, regionale Anpassung, Auslieferung und Kundenbetreuung über ein Netzwerk von 17 Partnerunternehmen abgewickelt werden. Dazu zählen Anduril, Armada, Bull, Crusoe, DayOne, Dell, Delta, Eaton, Foxconn (Ingrasys), GIGABYTE, HPE, Lenovo, Pegatron, QCT, Schneider Electric, Vertiv und Wistron.

Die weltweite Auslieferung der modularen Einheiten durch diese Partner soll Anfang 2027 beginnen. Offizielle Preise für den DSX Pod nannte das Unternehmen nicht; Branchenanalysten schätzen die Kosten für ein einzelnes Vera-Rubin-Rack jedoch auf über sieben Millionen US-Dollar.

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Neue Spezifikationen für Kühlung und Strommanagement

Ergänzend stellte das Unternehmen Spezifikationen für wasserlose Rechenzentren vor. Durch den Einsatz geschlossener Kühlkreisläufe und Trockenkühler anstelle traditioneller Verdunstungstürme könne der Kühlwasserverbrauch um bis zu 100 Prozent gesenkt werden, wobei in Regionen mit extrem hohen Temperaturen zusätzliche Kühlung nötig bleibt. Bei Anlagen im Maßstab von zwei Gigawatt entspricht dies laut Unternehmensschätzungen einer täglichen Ersparnis von 54 Millionen Litern Wasser.

Zudem stellte das Unternehmen Technologien zur Energieoptimierung vor: Mit DSX MaxLPS lasse sich bei identischer Token-Menge bis zu 30 Prozent Strom sparen. Tests mit externen Partnern wie Lambda und Nscale zeigten dabei signifikante Steigerungen beim Inferenz- und Cluster-Durchsatz innerhalb fester Leistungsbudgets.

Ein weiteres Konzept namens DSX Flex senkte bei Simulationen mit Partnern wie Emerald AI, EPRI, Nebius und UK National Grid den Strombezug eines Blackwell-Ultra-Clusters bei Netzereignissen um bis zu 40 Prozent. Parallel kündigte das Unternehmen an, seine Zulieferkapazitäten für Substrate, Advanced Packaging und Optical Engines bis Mitte 2027 beziehungsweise 2028 um ein Vielfaches auszubauen.