LG Electronics hat eine 2,6-Megawatt-Kühlverteileinheit (CDU) als NVIDIA DSX Ready CDU qualifizieren lassen. Die Einheit erfüllt damit die DSX-Referenzdesign-Anforderungen von Nvidia für die Infrastruktur sogenannter AI Factories, wie das südkoreanische Unternehmen mitteilte.
Nvidia baut Qualifizierungsprogramm für Infrastrukturpartner aus
Nvidia hatte kürzlich das Programm DSX Ready gestartet, mit dem Strom- und Kühlkomponenten speziell für die DSX-AI-Factory-Infrastruktur zertifiziert werden. Zum Start umfasste das Programm zwei Kategorien: Batteriespeichersysteme (BESS) und Cooling Distribution Units (CDUs).
Partnerprodukte müssen dafür die DSX-AI-Factory-Referenzdesigns erfüllen. Laut Nvidia sollen künftig weitere Kategorien für Infrastruktur und Software folgen. Die Qualifizierung ersetze jedoch kein Engineering auf Standortebene und impliziere keine Stabilität der jeweiligen Anlage vor Ort.
Bei den CDU-Partnern nutzen die Unternehmen eine Self-Qualification-Suite mit abschließender Endabnahme durch Nvidia, während BESS-Partner eigene Tests durchführen und die Daten zur Prüfung bei Nvidia einreichen. Als qualifizierte CDU-Anbieter nennt Nvidia LG Electronics, LiquidStack und Vertiv, bei den Batteriespeichern sind es Hitachi Energy, LG Energy Solution und Tesla.
LG Electronics erweitert sein CDU-Portfolio
Vor der jetzt qualifizierten 2,6-MW-Einheit hatte LG Electronics bereits eine 600-Kilowatt- sowie eine 1-Megawatt-CDU zertifizieren lassen. Das neue 2,6-MW-Modell erfüllt laut Unternehmensangaben zusätzliche DSX-Ready-Anforderungen und wird von Nvidia als „Large-Scale“-Lösung eingestuft. Es ist zudem im NVIDIA DSX AI Factory Marketplace gelistet. Die CDU kühlt CPUs und GPUs über die Direct-to-Chip-Methode.
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Die Zulassung für Großprodukte beginnt laut LG Electronics ab 2,3 Megawatt. Hintergrund ist der Kühlbedarf typischer KI-Serverracks: Bei 20 Racks pro Kühlgruppe würden demnach etwa 2,4 bis 2,5 Megawatt Kapazität benötigt, da pro Rack rund 120 Kilowatt anfallen – daraus ergibt sich die Auslegung der CDU auf rund 2,5 Megawatt.
LG als einziges südkoreanisches Unternehmen auf beiden Listen
Weltweit erhielten bislang nur drei Hersteller die DSX-Ready-Zertifizierung für die 2,5-MW-Kühlklasse: LG Electronics, LiquidStack und Vertiv. Bei den Batteriespeichersystemen sind es ebenfalls drei Anbieter – LG Energy Solution, Hitachi Energy und Tesla. LG ist damit das einzige südkoreanische Unternehmen, das sowohl bei den CDU- als auch bei den BESS-Zertifizierungen vertreten ist.
Parallel zur CDU-Qualifizierung von LG Electronics hatte auch die Schwesterfirma LG Energy Solution ein Batteriespeichersystem unter dem DSX-Ready-Programm qualifizieren lassen.
Die Lösung basiert auf modularen 2,5-MW/5,1-MWh-Batterieblöcken und ist laut LG Energy Solution für Lastglättung bei KI-Anwendungen, Spannungsdurchfahrten sowie schnelle Reaktionszeiten ausgelegt und unterstützt netzbildende Funktionen.
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Chang Beom Kang, Leiter der ESS-Batteriesparte bei LG Energy Solution, erklärte, die Partnerschaft im Rahmen von Nvidias erstem DSX-Ready-Programm validiere die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens im Bereich Batteriespeicher.
Wettbewerber Vertiv ebenfalls früh qualifiziert
Auch Vertiv meldete die Qualifizierung einer eigenen CDU im Rahmen des Portfolios: Die 2,3-Megawatt-Einheit CoolChip sei nach eigenen Angaben die erste CDU gewesen, die diese Zertifizierung erhalten habe. Sie ist Teil des Liquid-to-Liquid-Portfolios von Vertiv, unterstützt sowohl Direct-to-Chip- als auch Rear-Door-Heat-Exchanger-Anwendungen und wird am Reihenende oder am Raumumfang installiert. Vertiv weist darauf hin, dass Kunden die Eignung für die jeweilige Anlage selbst prüfen müssen.
Der Hintergrund für die zunehmende Bedeutung solcher Kühllösungen liegt im steigenden Energiebedarf von KI-Chips: Laut Marktforschern von TrendForce steigt die Verbreitung von Flüssigkühlung bei KI-Chips von 14 Prozent im Jahr 2024 auf einen für 2027 prognostizierten Wert von rund 60 Prozent. Auch die Dell’Oro Group sieht Flüssigkühlung als zentralen Bestandteil moderner AI Factories.

