Die Tech-Welt blickt gespannt auf Nvidias Quartalszahlen. Sie gelten als Gradmesser für die Nachhaltigkeit des milliardenschweren KI-Hypes. Zugleich formiert sich der Wettbewerb neu.
Meta hat einen Großauftrag an AMD vergeben, und Intel geht neue Partnerschaften ein. Diese strategischen Manöver der Konkurrenten unterstreichen einen dynamischen Markt im Wandel. Die einstige Dominanz eines Anbieters ist nicht mehr garantiert. Der Wettbewerb um die lukrativsten KI-Chips eskaliert.
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Nvidias Zahlen als Stimmungsbarometer
Investoren behandeln die heutige Veröffentlichung nach Börsenschluss wie ein Orakel für die gesamte Tech-Branche. Die Erwartungen sind enorm hoch. Die Prognosen deuten auf ein massives Umsatz- und Gewinnwachstum im Vergleich zum Vorjahr hin. Angetrieben wird dies fast ausschließlich vom Geschäft mit Rechenzentren.
Im Fokus steht, ob Nvidia seine eigenen ehrgeizigen Vorgaben erfüllen oder übertreffen kann. Entscheidend sind auch die Aussichten für das kommende Jahr. Besonders kritisch beäugt werden die Absatzzahlen für die aktuellen Blackwell- und H200-GPUs. Ebenfalls wichtig: Kommentare des Managements zur Nachfrage der großen Cloud-Anbieter, der sogenannten Hyperscaler.
Jegliche Updates zum Zeitplan für die nächste Chip-Generation „Rubin“ werden mit Spannung erwartet. Sie wurde im Januar auf der CES für eine beschleunigte Produktion angekündigt. Der Bericht wird die Erzählung eines langfristigen KI-Superzyklus auf die Probe stellen. Gleichzeitig nährt er die Sorge, dass 2026 den Höhepunkt der GPU-Nachfrage markieren könnte.
Metas Doppelstrategie beunruhigt den Markt
Ein bedeutender Entwicklung sorgt für Unruhe: Meta hat einen Deal zum Kauf von AMDs „Helios“-Rack-Systemen abgeschlossen. Die Bestätigung erfolgte am 24. Februar. Das Timing ist bemerkenswert. Es kommt nur Tage, nachdem Meta am 17. Februar eine mehrjährige Partnerschaft mit Nvidia bekannt gab.
Diese Dual-Supplier-Strategie markiert einen Wendepunkt im Wettrennen um KI-Hardware. Sie zeigt, dass Großkunden wie Meta aktiv ihre Lieferketten diversifizieren wollen. Sie fördern Wettbewerb, um Abhängigkeiten von einem einzigen Anbieter zu vermeiden. Hyperscaler können so Lieferrisiken mindern und Druck auf die Preise ausüben.
Der Deal ist ein großer Vertrauensbeweis für AMds Ambitionen im Rechenzentrumsgeschäft. Er stellt die kommenden Beschleuniger-Plattformen des Unternehmens in direkte Konkurrenz zu Nvidias Angeboten für KI-Training und -Inferenz.
AMD und Intel gehen in die Offensive
Während Nvidia eine dominante Marktposition hält, schlafen die Konkurrenten nicht. AMD bereitet sich mit seiner Instinct MI400-serie auf die Herausforderung von Nvidias nächster Generation vor. Die auf einem 2-Nanometer-Prozess gefertigten Chips sollen wettbewerbsfähige Leistung für KI-Modelle und Hochleistungsrechnen bieten.
Intel verfolgt derweil eine mehrgleisige Strategie. Das Unternehmen kündigte am 24. Februar eine strategische Zusammenarbeit mit dem KI-Start-up SambaNova an. Die Partnerschaft zielt darauf ab, Intels Xeon-Prozessoren mit SambaNovas Full-Stack-KI-Systemen zu kombinieren. So sollen leistungsstarke Alternativen zu GPUs für den wachsenden KI-Inferenz-Markt entstehen.
Dieser Schritt ergänzt Intels eigenen KI-Beschleuniger Gaudi 3. Er positioniert sich als kostengünstige und energieeffiziente Alternative zu Nvidias H100 für bestimmte Workloads.
Analyse: Der Markt dreht sich hin zu Inferenz und Vielfalt
Die jüngsten strategischen Verschiebungen zeigen eine breitere Entwicklung. Die erste Welle des KI-Booms wurde von der Rechenleistung für das Training großer Sprachmodelle angetrieben. Jetzt richtet sich der Fokus der Branche zunehmend auf die Inferenz – den Prozess, diese Modelle zur Generierung von Antworten einzusetzen.
Diese Verschiebung schafft neue Chancen für eine breitere Palette von Hardware-Lösungen. Inferenz-Workloads haben andere Leistungs- und Kostenanforderungen als das Training. Hyperscaler werden 2026 voraussichtlich über 600 Milliarden Euro für Investitionen ausgeben. Ein beträchtlicher Teil ist für KI-Infrastruktur reserviert.
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Diese gewaltigen Summen werden nun strategisch auf mehrere Anbieter verteilt. Das soll resiliente und wettbewerbsfähige Lieferketten sicherstellen. Von diesem Trend könnten Unternehmen wie AMD und andere KI-Chip-Start-ups profitieren, die überzeugende Leistung und Preisvorteile bieten.
Ausblick: Der Wettlauf um die KI-Vorherrschaft verschärft sich
Für die Zeit nach den heutigen Zahlen zeichnet sich eine Phase intensiven Wettbewerbs ab. In der zweiten Hälfte des Jahres 2026 wird mit dem Hochlauf von Nvidias „Rubin“-Plattform und Systemen mit AMDs MI400-Serie gerechnet. Intel wird seinen Vorstoß mit Gaudi 3 und seinen neuen Inferenz-Lösungen fortsetzen.
Die nächsten 12 bis 18 Monate werden entscheidend sein für die Neugestaltung des Marktes für Datencenter-GPUs und KI-Beschleuniger. Nvidia hat zwar derzeit einen komfortablen Vorsprung. Doch die strategische Diversifizierung der Großkunden und der entschlossene Vorstoß der Wettbewerber signalisieren eine neue, umkämpftere Phase der KI-Hardware-Revolution. Die Ergebnisse und Prognosen aus Nvidias Bericht liefern den ersten konkreten Datenpunkt in dieser sich entwickelnden Geschichte. Sie werden den Ton für den Markt im Rest des Jahres vorgeben.





