Nvidia erhöht Board-Preise für RTX 5090 um 300 Euro

Steigende GDDR7-Speicherpreise erhöhen die Herstellungskosten der Nvidia GeForce RTX 5090 um rund 280 Euro pro Karte.

Die Kosten für GDDR7-Speicher treiben die Herstellungskosten der Flaggschiff-Grafikkarte in die Höhe – und bald wohl auch die Endverbraucherpreise.

Mitte Mai 2026 erreichen Berichte aus der Halbleiter-Lieferkette den Markt: Nvidia hat die Board-Preise für seine Flaggschiff-Grafikkarte GeForce RTX 5090 sowie die China-Variante RTX 5090D V2 angehoben. Branchenbeobachter berichten von einem Anstieg um umgerechnet rund 280 Euro pro Einheit für die Partner-Hersteller. Haupttreiber sind die steigenden Kosten für GDDR7-Speichermodule. Zwar bleibt die offizielle Preisempfehlung (UVP) bei 1.999 US-Dollar – doch der Kostendruck wird die tatsächlichen Ladenpreise im Laufe des Sommers wohl nach oben treiben.

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GDDR7-Umstellung belastet die Produktion

Die Preisanpassung betrifft ausschließlich die Spitzenmodelle der RTX-50-Serie. Der Umstieg auf GDDR7-Speicher bringt zwar deutlich höhere Bandbreiten und Effizienz, aber auch neue Komplexität in der Fertigung. Andere Modelle der RTX-50-Reihe sind von der Erhöhung der Board-Preise bislang nicht betroffen – der Aufschlag bleibt auf die ressourcenintensivsten GPUs beschränkt.

Parallel bereitet Nvidia neue Verbraucher-Anreize vor. Ab Ende Mai 2026 startet ein Hardware-Bundle mit dem kommenden Titel „007 First Light“. Die Aktion läuft bis zum 10. Juni 2026 und gilt für Käufe von Desktop-Karten der RTX-5060-Ti-Serie bis hin zu RTX-5060-Laptop-Varianten. Das Spiel soll Nvidias neueste Software-Features wie DLSS 4.5 und Frame Generation demonstrieren – ein klares Signal, dass der Konzern teure Hardware mit einem hochwertigen Software-Ökosystem verknüpfen will.

Enterprise-Markt: Ältere GPUs als Wertanlage

Während Verbraucherkarten unter den Komponentenpreisen leiden, kämpft der Unternehmenssektor mit extremer Nachfrage. Nvidia-CEO Jensen Huang bezeichnete ältere Generationen wie die H100 und A100 kürzlich als „Investment-Wein“ – ihr Marktwert steigt ungewöhnlich stark. Der globale KI-Superzyklus und anhaltende Lieferengpässe treiben die Preise für gebrauchte Enterprise-Hardware in die Höhe.

Der Druck auf Nvidias Produktionskapazitäten reicht bis in die Cloud. Der Ornn-Index zeigt: Die stündliche Miete für Blackwell-basierte GPUs erreichte im Mai 2026 umgerechnet 3,80 Euro – ein Anstieg von 48 Prozent binnen zwei Monaten. Analysten führen dies auf den Aufstieg der „Agentic AI“ und die intensiven Post-Training-Anforderungen moderner Sprachmodelle zurück.

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CoWoS-Engpass bremst die Lieferkette

Ein anhaltender Flaschenhals beim Chip-on-Wafer-on-Substrate (CoWoS)-Packaging begrenzt weiterhin die Menge hochwertiger Silizium-Chips. Die großen Hyperscaler wie Amazon Web Services, Microsoft Azure und Google Cloud Platform halten ihre Listenpreise zwar stabil, rationieren aber die Kapazitäten. Spezialisierte Cloud-Anbieter wie CoreWeave, Lambda und Crusoe profitieren von dieser Verknappung, da Unternehmen nach sofort verfügbarer Rechenleistung suchen.

Auch im Verbrauchermarkt macht sich die Knappheit bemerkbar. Händler berichten von einer hohen Nachfrage nach KI-fähiger Hardware, die bis in die Enthusiasten-Klasse reicht. Gleichzeitig navigiert Nvidia durch ein komplexes regulatorisches Umfeld: Im Frühjahr 2026 gab es Diskussionen über den Verkauf von H200-Chips nach China. Während einige Berichte auf eine mögliche Genehmigung durch die US-Regierung hindeuten, wurden tatsächliche Lieferungen nicht bestätigt.

Südkorea und China bauen eigene Infrastruktur auf

Der globale Wettlauf um KI-Infrastruktur treibt massive Investitionen an, besonders in Ostasien. In Südkorea nahm NHN Cloud kürzlich ein neues Rechenzentrum in Yangpyeong in Betrieb. Die Anlage nutzt Flüssigkeitskühlung, um den Energieverbrauch um 15 bis 20 Prozent zu senken, und beherbergt 7.656 Nvidia B200-GPUs – über 6.000 davon für staatliche KI-Initiativen. Die südkoreanische Regierung stellt 2026 umgerechnet rund 1,4 Milliarden Euro für GPU-Infrastruktur bereit.

Auch andere regionale Player wachsen: Naver Cloud und KT Cloud verzeichneten im ersten Quartal 2026 zweistellige Umsatzsteigerungen. KT Cloud peilt in den nächsten fünf Jahren eine Kapazität von 500 MW an. In China beschleunigen Tencent und Alibaba die Entwicklung eigener KI-Chips. Alibaba meldete kürzlich die Serienproduktion seiner T-Head-GPUs, während Tencent ab der zweiten Jahreshälfte 2026 mit deutlich höheren Investitionsausgaben rechnet.

AMD positioniert sich als Alternative

Neben Nvidias Dominanz positioniert sich AMD als Hochleistungs-Alternative. Im Juli 2026 erscheint der FSR 4.1-Upscaler, der maschinelles Lernen zur Bildverbesserung auf RX-7000-Serien-GPUs nutzt; die RX-6000-Serie soll Anfang 2027 folgen. In der Forschung demonstrierten AMD und Qibo kürzlich die Fähigkeiten der Instinct MI355X-GPU – eine 35-Qubit-Quantensimulation auf einer einzigen Karte. Die MI355X mit 288 GB HBM3E-Speicher übertrifft ihren Vorgänger MI300X bei doppelt genauen Berechnungen um das bis zu 2,4-Fache.

Nvidia-CEO: Vergütung sinkt trotz Marktdominanz

Die Volatilität des GPU-Marktes spiegelt sich in Nvidias Finanzzahlen wider. Für das Geschäftsjahr 2026 sank die Gesamtvergütung von CEO Jensen Huang um 27 Prozent auf umgerechnet 33,8 Millionen Euro – vor allem wegen eines Rückgangs der Aktienzuteilungen um 36 Prozent auf 23,1 Millionen Euro. Der Hype um KI-Aktien zeigt Abkühlung: Nvidias Aktie stieg 2025 um 39 Prozent – eine deutliche Verlangsamung gegenüber den 200 Prozent im Jahr 2024.

Außerhalb des GPU-Sektors zeigen sich gegenläufige Trends. Mitte Mai 2026 boten große Händler wie Amazon und B&H deutliche Rabatte auf Apples M5-MacBook-Pros. Das 14-Zoll-Modell mit 32 GB RAM verbilligte sich um umgerechnet 280 Euro auf Rekordtiefststände von rund 1.670 Euro. Während KI-kritische Komponenten wie die RTX 5090 steigende Kosten verzeichnen, tritt traditionelle Consumer-Hardware in eine preissensiblere Phase ein.

Ausblick: Bleibt die RTX 5090 über 2.000 Euro?

Für die zweite Jahreshälfte 2026 bleibt die Stabilisierung der Lieferkette das zentrale Thema. Die Erhöhung der Board-Kosten um rund 280 Euro für die RTX 5090 deutet darauf hin, dass Enthusiasten mit Einzelhandelspreisen deutlich über der 2.000-Euro-Marke rechnen müssen – trotz stabiler UVP.

Das Spiel „007 First Light“ ab dem 27. Mai 2026 wird als Benchmark für DLSS 4.5 dienen. Gleichzeitig bereitet Microsoft den Wechsel seiner Secure-Boot-Zertifikate vor, die ab Mai ausgerollt werden, um ältere Versionen zu ersetzen, die Ende Juni 2026 auslaufen.

Für Unternehmenskunden entscheidet sich, ob die CoWoS-Engpässe gelöst werden können, um die Nachfrage nach Blackwell-GPUs zu decken. Mit Südkorea und China, die ihre eigene Infrastruktur und Chip-Produktion hochfahren, werden die nächsten sechs Monate zeigen, ob Nvidia seine Preissetzungsmacht behaupten kann – oder ob die steigenden Produktionskosten und die regionale Konkurrenz die Marktanteile neu verteilen.