Der Chipriese gibt gestiegene Speicherkosten an seine Partner weiter – und die Verbraucher werden die Folgen bald spüren.
NVIDIA hat laut Branchenkreisen diese Woche die Preise für seine GeForce-GPU-Kits angehoben. Betroffen sind sowohl Modelle mit GDDR6- als auch mit GDDR7-Speicher. Der Schritt vom 23. Juli 2026 ist eine direkte Reaktion auf explodierende Kosten für Speicherbausteine, mit denen die gesamte Halbleiterbranche kämpft.
Preisschock auch bei Jetson-Produkten
Die Anpassung bei den Grafikkarten kommt nur zwei Tage nach einer massiven Preiserhöhung bei NVIDIAs Jetson-Reihe. Am 21. Juli hatten sich die Kosten für einige Komponenten teils verdoppelt.
Besonders krass fiel der Aufschlag beim AGX Thor Developer Kit aus: Von 3.499 Dollar schoss der Preis auf 5.499 Dollar – ein Plus von 57 Prozent. Das Orin Nano Super Developer Kit verteuerte sich von 249 auf 399 Dollar. Den größten Sprung machte das Jetson Nano Modul: Hier stieg der Preis um 101 Prozent von 99 auf 199 Dollar.
Die meisten dieser Entwickler-Kits waren zum Zeitpunkt der Preisanpassung bereits ausverkauft. Branchenbeobachter führen die Entwicklung auf explodierende DRAM-Preise und die knappe Verfügbarkeit kritischer Speichermodule zurück.
Speichermarkt gerät ins Taumeln
Die Ursachen liegen tiefer – im gesamten Speichermarkt. Die DRAM-Preise schossen im ersten Quartal 2026 um 93 bis 98 Prozent nach oben. Im zweiten Quartal legten sie noch einmal um 58 bis 63 Prozent zu. Auch NAND-Flash-Speicher verteuerte sich um über 70 Prozent.
Der Grund: Hersteller wie Samsung, SK hynix und Micron konzentrieren sich zunehmend auf High-Bandwidth-Memory (HBM) für KI-Anwendungen. Normale PC-Speichermodule fallen dabei hintenüber. Die Folge: Die Preise für PC-Speicher-Kits stiegen von rund 75 auf bis zu 460 Dollar.
Und ein Ende ist nicht absehbar. Der Chef von SK hynix erklärte am 22. Juli, dass 2027 das schwierigste Jahr für die Speicherversorgung werden könnte. Die Nachfrage werde die Kapazitäten wohl bis Ende des Jahrzehnts übersteigen. Analysten von ADATA rechnen mit Engpässen über mehrere Jahre – HBM werde bis 2027 voraussichtlich 30 Prozent der DRAM-Wafer-Produktion verschlingen.
TSMC plant mehrjährige Preisschübe
Doch nicht nur die Speicherhersteller treiben die Kosten. Auch Auftragsfertiger TSMC kündigte am 22. Juli an, die Preise für moderne und etablierte Fertigungsprozesse ab 2027 um fünf bis zehn Prozent anzuheben. Für HPC-Aufträge, die über die vertraglich vereinbarten Mengen hinausgehen, drohen sogar Aufschläge von zehn bis 15 Prozent.
Betroffen sind alle großen TSMC-Kunden – darunter NVIDIA, Apple, Google, Amazon und Qualcomm. Ein 3-Nanometer-Wafer, der heute rund 19.500 Dollar kostet, würde dann auf etwa 21.450 Dollar steigen. TSMC begründet die Notwendigkeit mit den Kosten für die Expansion ins Ausland, darunter eine 100-Milliarden-Dollar-Investition in Arizona. NVIDIA wird voraussichtlich 2026 zum größten TSMC-Kunden aufsteigen und könnte dann 22 Prozent des Foundry-Umsatzes ausmachen.
Cloud-Dienste und Spielekonsolen werden teurer
Die Preiswelle schwappt längst auf andere Bereiche über. Der Cloud-Anbieter DigitalOcean kündigte am 21. Juli an, die Preise für On-Demand-GPU-Instanzen ab dem 1. August um rund 30 Prozent zu erhöhen. Betroffen sind H100- und H200-Instanzen – bestehende Verträge bleiben vorerst unberührt.
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Auch bei den Spielekonsolen wird es teurer: Microsoft plant Xbox-Preiserhöhungen zum 1. August 2026, Nintendo wird voraussichtlich im September bei seiner neuen Hardware nachjustieren. Brancheninsider warnen: Die Endkundenpreise hinken den Großhandelspreisen meist drei bis sechs Monate hinterher. Die volle Wucht der aktuellen Komponentenpreise dürfte die Verbraucher daher erst Ende 2026 oder Anfang 2027 treffen.
Einziger Lichtblick: Einige Drittanbieter-Modelle der RX 9070 XT wurden zuletzt zu den niedrigsten Preisen seit Monaten gesichtet. Doch das bleibt vorerst die Ausnahme – der Trend zeigt klar nach oben.

