Nvidia hat seinen größten Kunden Preiserhöhungen von über 15 Prozent für KI-Server angekündigt, die ab Anfang 2027 ausgeliefert werden sollen. Betroffen sind die Systeme der Grace-Blackwell- und der Vera-Rubin-Generation, wobei das Ausmaß der Aufschläge je nach Chip-Generation und Speicherkonfiguration variiert. Begründet werden die Erhöhungen mit stark steigenden Speicherkosten.
Deutliche Aufpreise bei Flaggschiff-Systemen
Einige Flaggschiff-Konfigurationen der Server-Systeme für die Lieferung 2027 sollen laut Berichten um etwa 17 Prozent teurer werden. Konkret betrifft das etwa den 72-GPU-Vera-Rubin-Rack, der bislang rund 7,8 Millionen US-Dollar kostete und künftig auf über 8 Millionen US-Dollar steigen soll.
Der Grace-Blackwell-300-Rack lag bisher bei rund 3,7 bis 4 Millionen US-Dollar pro Rack. Für Betreiber großer Rechenzentren könnten sich die Mehrkosten deutlich summieren: Die Gesamtkosten für ein Rechenzentrum mit einer Leistung von 1 Gigawatt könnten den Berichten zufolge um mindestens 5 Milliarden US-Dollar steigen.
Serverhersteller haben die Großkunden Microsoft, Google und Oracle bereits über die geplanten Preiserhöhungen informiert. Nvidia selbst weist derzeit eine Bruttomarge von 75 Prozent aus. Zudem prüft das Unternehmen angesichts eines erwarteten DRAM-Mangels bis 2027 eine Diversifizierung der HBM-Konfiguration für die kommende Rubin-Ultra-Generation.
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Speicherpreise als Treiber der Kostenspirale
Die Preisanpassung bei Nvidia fällt mit einer allgemeinen Verteuerung von Speicherkomponenten zusammen. Der Marktforscher TrendForce erwartet für das dritte Quartal 2026 einen Anstieg der Server-DRAM-Vertragspreise um 13 bis 18 Prozent.
Bei den Speicherherstellern dominieren wenige Anbieter den Markt: SK hynix hielt im ersten Quartal 2026 einen Anteil von 58 Prozent am weltweiten HBM-Umsatz, während Samsung im zweiten Quartal 2026 mit einem Anteil von 39 Prozent den DRAM-Markt insgesamt anführte.
Auch der Anbieter eRacks berichtet von drastischen Preissteigerungen entlang der Lieferkette: Der Preis der Nvidia RTX PRO 6000 Blackwell GPU sei innerhalb von unter 18 Monaten um 87 Prozent von 8.565 auf 16.000 US-Dollar gestiegen. Server-Speicher in Form von ECC-RDIMMs habe sich 2026 pro Gigabyte etwa vervierfacht, NVMe-Laufwerke kosteten inzwischen einen Aufpreis von 30 bis 50 Prozent.
Auch Gaming-GPUs von Engpässen betroffen
Die angespannte Versorgungslage beschränkt sich nicht auf den KI-Servermarkt. Der Grafikkartenhersteller PC Partner warnte in seinen Ergebnissen, dass die zweite Jahreshälfte 2026 für GPUs schwierig werde – die Preise seien laut Tracking von PC Gamer schlechter als je zuvor.
Das Unternehmen rechnet in den kommenden Monaten mit einer angespannten Versorgung, wobei Einstiegsmodelle am stärksten betroffen seien. Nvidia selbst gab an, dass die Versorgung mit RTX-Blackwell-Karten im dritten Quartal 2026 unter dem Niveau des zweiten Quartals liege und zum Jahresende noch niedriger ausfallen werde.
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Modelle wie die RTX 5060 Ti mit 16 GB und die RTX 5070 liegen preislich inzwischen bei rund 800 US-Dollar. Auch die Vorlaufzeiten für Leiterplatten und Leistungskomponenten haben sich verlängert.
Verschärft wird die Debatte durch Kritik an der aktuellen Grafikkartengeneration: Die RTX 5080 fällt in der Rasterleistung 9 bis 12 Prozent hinter die Vorgängerkarte RTX 4090 zurück – ein Novum für eine xx80-Karte gegenüber dem Flaggschiff der vorherigen Generation.
Zudem verfügt die RTX 5080 nur über 16 Gigabyte Videospeicher gegenüber 24 Gigabyte bei der RTX 4090, während der Preis gestiegen ist und der Stromanschluss der Karte in der Kritik steht. Dennoch verkauft sich die RTX 5080 den Berichten zufolge stark, da es an Alternativen mangelt und die Vorgängerserie RTX 4000 mittlerweile eingestellt wurde.

