Nvidia erhöht KI-Server-Preise um 15 Prozent für 2027

Nvidia verteuert KI-Server wegen explodierender Speicherkosten um über 15 Prozent. Microsoft, Google und Oracle sind betroffen, kleinere Anbieter leiden stärker.

Nvidia hat einige seiner größten Kunden über Preiserhöhungen von mehr als 15 Prozent für KI-Server informiert, wie Bloomberg berichtete. Betroffen sind Systeme mit den Chips Vera Rubin und Grace Blackwell, die Anfang 2027 ausgeliefert werden sollen. Als Grund nannte Nvidia stark gestiegene Speicherkosten. Zu den betroffenen Kunden zählen Microsoft, Google und Oracle.

Die aktuelle Preiserhöhung folgt auf eine bereits im Juli erfolgte Anhebung von rund 30 Prozent, die nahezu alle Produktlinien des Unternehmens betraf. CNBC berichtete zunächst zurückhaltender, wonach Nvidia lediglich Preiserhöhungen für einige Großkunden erwäge, ohne Details zu nennen – die übrigen Quellen bestätigen jedoch übereinstimmend die konkrete Größenordnung von über 15 Prozent.

Speicherkosten als Treiber

Als Ursache für die Preisanhebung gelten die stark gestiegenen Kosten für Arbeitsspeicher. Laut Marktbeobachtern machen Speicherkomponenten wie HBM und LPDDR5 einen erheblichen Teil der Materialkosten aus – laut einer Quelle rund ein Viertel der Materialkosten eines Systems.

Ein Vera-Rubin-NVL72-Rack koste nach Schätzungen von Morgan Stanley rund 7,8 Millionen US-Dollar, wovon 25 bis 30 Prozent, also etwa 2 Millionen US-Dollar, auf Speicherkomponenten entfielen.

Die Preisentwicklung bei DRAM ist massiv: Nach Angaben von TrendForce stiegen die Preise im ersten Quartal 2026 um 90 bis 95 Prozent gegenüber dem Vorquartal, im zweiten Quartal um 58 bis 63 Prozent. Für das dritte Quartal 2026 werden weitere Anstiege der Server-DRAM-Vertragspreise von 13 bis 18 Prozent erwartet, bei NAND-Speicher von 10 bis 15 Prozent.

Marktforscher von Gartner rechnen zudem damit, dass DRAM- und SSD-Preise bis Ende 2026 um 130 Prozent steigen könnten. Chiphersteller wie Samsung, SK Hynix und Micron, die den DRAM-Markt dominieren, profitieren von dieser Entwicklung, da sie ihre Kapazitäten zunehmend auf KI-Chips ausrichten. Neue Fertigungskapazitäten würden laut Berichten erst ab 2028 verfügbar.

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Analysten wie Raymond-James-Experte Simon Leopold bezeichneten die Preiserhöhungen als nicht überraschend angesichts der Marktlage. Zudem wird eingeschätzt, dass Nvidia den Kunden nur einen Teil der eigenen Kostensteigerungen weitergebe.

Auswirkungen auf Kunden

Während große Cloud-Anbieter wie Microsoft und Google über langfristige Lieferverträge verfügen, dürften kleinere Rechenzentrumsbetreiber stärker unter den steigenden Preisen leiden. Microsoft meldete für sein drittes Geschäftsquartal Kapitalausgaben von 31,9 Milliarden US-Dollar und rechnet für 2026 mit Gesamtausgaben von 190 Milliarden US-Dollar, wovon laut Unternehmensangaben 25 Milliarden US-Dollar auf höhere Komponentenpreise zurückgehen.

Auch außerhalb der USA werden Auswirkungen erwartet: In Indien, wo im Rahmen der India-AI-Mission bis Juni 2026 über 45.000 GPUs im Einsatz waren, sichern sich Anbieter wie Yotta zwar bestehende Lieferverträge über 30.000 B200/B300-Chips bis Dezember 2026, geplante Erweiterungen auf 110.000 GPUs könnten jedoch teurer werden.

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Nvidia selbst verzeichnete im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027 einen Umsatz von 81,6 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 85 Prozent, wobei der Bereich Rechenzentren mit 75,2 Milliarden US-Dollar um 92 Prozent zulegte. Die Bruttomarge lag bei 74,9 Prozent. Das Unternehmen soll in Kürze seine Quartalsergebnisse vorlegen.