Nvidia hat Kunden über eine deutliche Preiserhöhung für seine KI-Server informiert. Nach Angaben von businesstech.news steigen die Preise für die Serverplattformen Vera Rubin und Grace Blackwell um über 15 Prozent, in der Spitze um bis zu 17 Prozent. Die neuen Konditionen gelten für Lieferungen ab Anfang 2027. Als Grund nennt Nvidia gestiegene Kosten für High-Bandwidth-Memory (HBM), berichtete businesstech.news am 25. August 2026.
Große Cloud-Anbieter betroffen
Nvidia setzte laut thehindubusinessline.com und pomegra.io die Großkunden Microsoft, Google beziehungsweise Alphabet sowie Oracle direkt über die Preisanpassung in Kenntnis. Betroffen sind demnach Nvidia-basierte KI-Systeme, die ab Anfang 2027 ausgeliefert werden sollen.
Für ein Rechenzentrum mit einer Kapazität von 1 Gigawatt bedeuten die gestiegenen Chipsystemkosten laut thehindubusinessline.com einen Mehraufwand von plus 5 Milliarden US-Dollar. Zur Einordnung der Rack-Preise nennt pomegra.io für ein Vera-Rubin-NVL72-Rack rund 7,8 Millionen US-Dollar, für Grace Blackwell rund 4 Millionen US-Dollar.
Speicherpreise als Treiber
Hintergrund der Preiserhöhung sind massive Kostensteigerungen bei Speicherchips. Laut businesstech.news legten die DRAM-Vertragspreise im Quartalsvergleich um 55 bis 60 Prozent zu, NAND-Preise um 33 bis 38 Prozent.
Ein 64-GB-RDIMM-Modul verteuerte sich demnach von 450 US-Dollar auf über 900 US-Dollar. noah-news.com beziffert den Anstieg der DRAM-Preise im ersten Quartal 2026 sogar auf 80 bis 90 Prozent, während HBM4 um 80 Prozent teurer geworden sei – eine Zahl, die auch pomegra.io für die HBM4-Kosten bestätigt.
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Laut pomegra.io haben SK Hynix und Micron ihr HBM-Angebot für 2026 bereits vollständig verkauft. financebuzz.com ordnet ein, dass Speicherchips inzwischen etwa 29 Prozent der gesamten Systemkosten ausmachen, bei einem Preisanstieg von 70 Prozent.
Um sich Versorgungssicherheit zu verschaffen, hat sich Nvidia laut financebuzz.com DRAM- und HBM-Lieferungen für 2026 und 2027 durch Kaufverpflichtungen in Höhe von 124 Milliarden US-Dollar gesichert. Wedbush-Analysten sprechen laut financebuzz.com von einer Blackwell-Knappheit, wie es sie seit den früheren chipgenerationen Ampere und Hopper nicht mehr gegeben habe.
Profiteure unter den Speicherherstellern
Von der Preisdynamik profitieren laut thehindubusinessline.com vor allem die Speicherhersteller: SK Hynix erzielte demnach im ersten Quartal 58 Prozent seines Umsatzes mit HBM-Produkten, Samsung im zweiten Quartal 39 Prozent mit DRAM.
Hana Securities sieht laut derselben Quelle Samsung und SK Hynix als Hauptprofiteure der Preiserhöhungen. Der Marktforscher TrendForce meldete zudem, dass die Vertragspreise für Server-DRAM im dritten Quartal um 13 bis 18 Prozent gestiegen seien.
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Yorkville-CEO Steve Neamtz nannte laut scanx.trade neben Speicherchips auch kritische Mineralien und Arbeitskräfte als aktuelle Engpassfaktoren der Branche.
Der Branchenbeobachter Tomasz Tunguz beschrieb laut aiinsiders.net einen sogenannten Bullwhip-Effekt in der Lieferkette: HBM benötige das Dreifache an Silizium gegenüber herkömmlichem Speicher, SSD-Verträge seien innerhalb eines Quartals um 80 Prozent gestiegen, DRAM im Quartalsvergleich um 60 Prozent, und Server-CPU-Preise von Intel um 27 Prozent.
Quartalszahlen im Blick
Die Preiserhöhung fällt in eine Phase erhöhter Aufmerksamkeit für Nvidia: Das Unternehmen legte seine Quartalszahlen am 26. August 2026 vor, wobei die Wall Street laut noah-news.com und scanx.trade einen Umsatz von etwa 92,2 Milliarden US-Dollar erwartet hatte.
Nvidia selbst hatte im Mai 2026 für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2027 eine Umsatzguidance von 91 Milliarden US-Dollar plus/minus 2 Prozent ausgegeben, nachdem im ersten Quartal 81,6 Milliarden US-Dollar erzielt worden waren, wie financebuzz.com berichtet.
Die Nvidia-Aktie schloss am 22. August 2026 bei 217 US-Dollar, mit einem Kursziel von 330 US-Dollar und einem Analystenkonsens von 304,73 US-Dollar, so financebuzz.com. Am 21. August notierte das Papier laut pomegra.io bei 214,72 US-Dollar, bei einer Konsensbewertung von „Strong Buy“.

