Nvidia garantiert 250 Mrd. Euro für OpenAIs Mega-Rechenzentrum in Ohio

Nvidia verhandelt über eine Finanzierungsgarantie für OpenAIs geplantes 10-Gigawatt-Rechenzentrum in Ohio. Kritiker warnen vor zirkulären Finanzierungsrisiken.

Der Chipkonzern Nvidia verhandelt über eine Finanzierungsgarantie für das größte KI-Rechenzentrum der Welt – in Ohio.

Der Bau des Projekts in Pike County, Ohio, soll bis zu 500 Milliarden Euro verschlingen. Nvidia würde demnach für 250 Milliarden Euro als Bürge einspringen, um die Bau- und Leasingkosten für den 10-Gigawatt-Campus abzusichern. Branchenkenner bezeichnen das Vorhaben als eines der größten Infrastrukturprojekte der Geschichte.

Ein Atomstandort wird zum KI-Hotspot

Das Gelände in Piketon umfasst rund 15.000 Quadratkilometer – eine Fläche, die früher der Urananreicherung diente. Entwickler des Campus ist SoftBanks SB Energy. Die erste Ausbaustufe mit 800 Megawatt soll bereits 2028 ans Netz gehen. OpenAIs ambitioniertes Ziel: Die volle Kapazität von 10 Gigawatt bis 2029.

Zum Vergleich: Diese Leistung würde ausreichen, um acht Millionen Haushalte mit Strom zu versorgen. Möglich wird das durch ein Abkommen zwischen den USA und Japan im Wert von 33 Milliarden Euro, das den Bau eines Gaskraftwerks mit japanischen Investitionen vorsieht.

Die Gesamtkosten dürften jedoch weit höher liegen. Insidern zufolge laufen separate Verhandlungen über weitere 350 Milliarden Euro – speziell für die Halbleiter-Hardware selbst.

Riskantes Finanzkonstrukt

Das Problem: OpenAI schreibt weiterhin Verluste und besitzt kein Investment-Grade-Rating. Herkömmliche Finanzierungen in dieser Größenordnung sind daher kaum möglich. Nvidia, das bereits schätzungsweise 30 Milliarden Euro in OpenAI investiert hat, würde faktisch als Bürge für die Leasingverträge des Ohio-Campus einspringen.

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Dieses Konstrukt ruft Kritiker auf den Plan. Der Investor Michael Burry – bekannt aus der Finanzkrise 2008 – hat seine Short-Position gegen Nvidia ausgebaut. Seine Sorge: zirkuläre Finanzierung, bei der ein Hardware-Hersteller die Fähigkeit seines eigenen Kunden finanziert, dessen Produkte zu kaufen oder unterzubringen.

Die Märkte reagierten verhalten. Nvidia-Aktien verloren in den vergangenen Handelstagen knapp fünf Prozent. Auch die Kreditausfallversicherungen für mehrere große KI-Firmen sind gestiegen – ein Zeichen wachsender Skepsis gegenüber den immensen Investitionen in dem Sektor.

Wettrüsten um KI-Infrastruktur

Der Ohio-Campus steht sinnbildlich für einen globalen Trend. Branchenforscher schätzen, dass die weltweiten Ausgaben für KI-Infrastruktur 2026 die Marke von 700 Milliarden Euro überschreiten werden. Bis 2028 könnten sich die Investitionen auf drei Billionen Euro summieren.

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OpenAI ist nicht allein mit seinen Ambitionen. Auch Microsoft, Google und Anthropic haben sich dem Vernehmen nach an das US-Handelsministerium gewandt – mit ähnlich großen Projekten. Sollte der Deal mit Nvidia zustande kommen, wäre das ein Präzedenzfall: Noch nie hat ein Chip-Hersteller in diesem Umfang für die Infrastruktur eines Kunden gebürgt.