Nvidia-GB300-Racks: Amazon kann KI-Hardware im Wert von 5 Milliarden nicht nutzen

AWS meldet starkes Umsatzwachstum, während Stromengpässe den Einsatz gelieferter KI-Hardware verzögern und hohe Investitionen den Cashflow belasten.

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Am 19. Oktober 2026 wurde bekannt, dass Amazon Milliarden in Nvidia-KI-GPU-Racks der Generation GB300 investiert hat, diese jedoch aufgrund fehlender Stromkapazitäten in den Rechenzentren derzeit nicht ans Netz nehmen kann.

Laut interner Prognosen bezifferte sich der Wert der gelieferten GB300-Racks im August 2026 auf rund 5 Milliarden US-Dollar. Auf absehbare Zeit rechnet das Unternehmen mit weiteren Lieferungen im Umfang von monatlich rund 3 Milliarden US-Dollar, die nicht sofort in Betrieb gehen können.

Zwischenlagerung als gängige Praxis bei Amazon Web Services

Um den kontinuierlichen Zufluss an Hochleistungshardware zu bewältigen, nutzt der Cloud-Konzern ein Verfahren namens „Early Rack Receipt“. Dabei übernimmt Amazon die Racks früher von den Herstellern und bezahlt sie vorzeitig, lagert die Hardware anschließend jedoch zunächst zwischen. Am 19. Oktober 2026 bestätigte Amazon dieses Vorgehen als reguläre Geschäftspraxis und wies Vorwürfe einer mangelhaften Infrastrukturplanung zurück.

Die massiven Investitionen belasten die Liquidität des Cloud-Marktführers deutlich. AWS-Finanzchef Felton bezeichnete das KI-Geschäft als stark negativ für den freien Cashflow. AWS-Infrastrukturchef Kalyanaraman erklärte, dass diese Phase noch einige Jahre anhalten könne. Zudem betonte Kalyanaraman am 19. Oktober 2026, dass die Nachfrage nach KI-Rechenleistung das vorhandene Angebot auch im Jahr 2027 weiterhin übersteigen werde.

Im zweiten Quartal 2026 überstiegen Amazons Investitionsausgaben mit 53,1 Milliarden US-Dollar den operativen Cashflow von 45,4 Milliarden US-Dollar. Für das gesamte erste Halbjahr 2026 summierten sich die Ausgaben auf 96,3 Milliarden US-Dollar bei einem operativen Cashflow von 71,4 Milliarden US-Dollar.

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Gleichzeitig verzeichnete AWS im zweiten Quartal ein Umsatzwachstum von 37 Prozent und einen Auftragsbestand von 496 Milliarden US-Dollar. Für das Gesamtjahr 2026 plant Amazon Investitionen von rund 220 Milliarden US-Dollar. Nach Angaben des Branchendienstes Cleanview umfasst die Strom-Pipeline des Konzerns 44 Gigawatt verteilt über 16 US-Bundesstaaten.

Weltweite Netzengpässe treffen auch die Konkurrenz

Die Verzögerungen bei der Bereitstellung von Stromkapazitäten belasten die gesamte Branche. Microsoft kündigte unlängst einen Vertrag mit dem Betreiber Nscale über ein KI-Rechenzentrum im britischen Loughton in der Grafschaft Essex, da der Netzbetreiber UK Power Networks den benötigten Anschluss womöglich erst Anfang bis Mitte der 2030er-Jahre liefern kann.

Geplant waren 50 Megawatt – skalierbar auf 90 Megawatt – für 23.040 Nvidia-GB300-GPUs, die bis Anfang 2027 für die Cloud-Plattform Azure hätten bereitstehen sollen. Das Vorhaben war Teil eines im September 2026 von Donald Trump und Keir Starmer vorgestellten Investitionspakets im Umfang von 22 Milliarden Pfund.

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Analysten von Goldman Sachs prognostizieren, dass die weltweite Stromnachfrage von Rechenzentren zwischen 2025 und 2030 um 170 Prozent steigen wird, wobei mehr als 60 Prozent dieses Wachstums auf die USA entfallen.

Die Investmentbank warnt davor, dass die Energieversorgung zu einem dauerhaften Engpass für KI-Systeme werden könnte, und schätzt die weltweiten Ausgaben für Rechentechnik, Rechenzentren und Strominfrastruktur zwischen 2026 und 2031 auf rund 7,6 Billionen US-Dollar.

Projektstopps häufen sich in den USA

Nach Erhebungen von RegLayer vom 18. Oktober 2026 wurden im Jahr 2026 bereits mindestens 47 große US-Rechenzentrumsprojekte verzögert oder komplett zurückgezogen. Die Vermögensverwaltung AllianceBernstein geht davon aus, dass lediglich rund 35 Prozent der in den USA geplanten oder im Bau befindlichen Anlagen tatsächlich fertiggestellt werden.

Jones Lang LaSalle stellte fest, dass sich 57 Prozent aller weltweiten Rechenzentrumsprojekte um mindestens drei Monate verzögert. Bis 2028 droht US-Rechenzentren laut TokenPost eine Netto-Stromlücke von 32 Gigawatt, die bis 2029 auf rund 72 Gigawatt anwachsen könnte.

Als Reaktion auf die Engpässe stellte Nvidia am 15. Oktober 2026 das Software-System DSX MaxLPS vor. Die Anwendung verteilt elektrische Energie in Echtzeit bedarfsgerecht zwischen den Server-Racks und soll ermöglichen, bis zu 40 Prozent mehr Grafikprozessoren unter einem bestehenden Stromanschlusslimit stabil zu betreiben.

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