Der Markt für Grafikkarten steckt in einer schweren Krise. Nvidias beliebte GeForce-RTX-Modelle sind kaum noch lieferbar, die Preise explodieren. Schuld ist ein globaler Engpass bei Hochgeschwindigkeits-Speicherchips, der vor allem durch die unersättliche Nachfrage der Künstlichen Intelligenz (KI)-Branche verursacht wird. Für PC-Bastler und Gamer bedeutet das: Sie müssen für die neueste Technik deutlich tiefer in die Tasche greifen.
Der Speicher-Engpass: Wie die KI-Giganten Gamer verdrängen
Im Kern der Krise steckt eine weltweite Knappheit an DRAM- und GDDR-Speichermodulen. Seit Ende 2025 sichern sich führende Tech-Konzerne aggressiv die verfügbaren Kapazitäten, um ihre KI- und Rechenzentren-Infrastrukturen auszubauen. Diese Großkunden zahlen hohe Aufschläge und verdrängen damit den vergleichsweise preissensiblen GPU-Markt.
Unternehmen wie Nvidia konkurrieren nun um eine schrumpfende Menge an GDDR6- und GDDR7-Chips für ihre Gaming-Grafikkarten. Anders als bei den temporären Crypto-Booms der Vergangenheit deutet dies auf eine langfristige Neuausrichtung der Lieferketten hin. Die Produktion von Consumer-GPUs, besonders Modelle mit viel Video-RAM (VRAM), leidet direkt.
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Nvidias Reaktion: Weniger Lieferungen, Fokus auf Profit
Als Reaktion auf die Knappheit hat Nvidia die GPU-Lieferungen an Partner wie ASUS laut Berichten um 15 bis 20 Prozent gekürzt. Marktbeobachter sehen darin eine Strategie, die Lieferkette bei knappen Komponenten zu stabilisieren. Das Unternehmen konzentriert sich zunehmend auf hochprofitabele KI-Produkte – möglicherweise auf Kosten der Gaming-Sparte.
Besonders betroffen sind Karten mit 16 GB VRAM, wie die GeForce RTX 5070 Ti und RTX 5060 Ti. Gerüchte über eine Einstellung dieser Modelle wiesen Nvidia und ASUS zwar zurück. Beide bestätigten jedoch, dass Speicher-Engpässe zu vorübergehenden Produktions- und Lagerproblemen führen.
Die Folge: Exorbitante Preise für die RTX-50-Serie
Für Verbraucher schlagen sich die Lieferprobleme in drastisch gestiegenen Preisen nieder. Das Flaggschiff RTX 5090 wird häufig für über 3.000 Euro gehandelt, teils sogar nahe 4.000 Euro – ein massiver Aufschlag auf den UVP. Die beliebte RTX 5080 kostet mittlerweile regelmäßig über 1.300 Euro.
Es entsteht ein zweigeteilter Markt: Während High-End-Karten für viele unerschwinglich werden, fallen die Preise für die Vorgänger-Generation RTX 30. Der Gebrauchtmarkt gewinnt an Attraktivität. Unbestätigten Gerüchten zufolge könnte Nvidia sogar das alte Modell RTX 3060 wiederbeleben, um die Lücke zu füllen. Auffällig ist auch, dass Nvidia aktuell Karten mit weniger VRAM, wie die 8-GB-Version der RTX 5060, aktiv rabattiert.
Ausblick: Keine schnelle Besserung in Sicht
Die aktuelle Instabilität wirkt nachhaltiger als eine vorübergehende Störung. Die lukrative KI-Nachfrage verändert die Prioritäten von Komponentenherstellern und Nvidia grundlegend. Die fragile Preisstabilität nach dem Crypto-Boom ist damit wohl endgültig Geschichte.
Eine Entspannung im Jahr 2026 erscheint unwahrscheinlich. Die anhaltenden Speicherknappheiten machen den Launch einer überarbeiteten „Super“-Serie der RTX 50 in diesem Jahr höchst unwahrscheinlich. Gamer müssen sich auf weiterhin hohe Preise und limitierte Verfügbarkeit einstellen, besonders bei High-End-Modellen. Der Markt passt sich einer neuen Realität an, in der Consumer-Hardware nicht mehr der primäre Innovationstreiber ist.
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