Nach Rekordzahlen im ersten Quartal 2026 kündigt das Unternehmen den Einstieg in den CPU-Markt an – und setzt damit die gesamte Branche unter Druck.
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Rekordquartal mit 81,6 Milliarden Dollar
NVIDIA hat die Erwartungen einmal mehr übertroffen. Mit 81,6 Milliarden Dollar Umsatz im ersten Geschäftsquartal legte der Konzern um 85 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu. Allein die Datacenter-Sparte steuerte 75,2 Milliarden Dollar bei – ein Plus von 92 Prozent. Analysten hatten lediglich mit rund 78,9 Milliarden Dollar gerechnet.
Doch die Zahlen sind nur die eine Seite. Entscheidender ist die strategische Neuausrichtung: NVIDIA integriert seine Gaming-Sparte künftig in den Bereich „Edge Computing“. Die GeForce-Grafikkarten verschwinden damit als eigenständige Kategorie aus der Berichterstattung. Der neue Bereich, der auch Automotive, Netzwerktechnik und Software umfasst, erzielte 6,4 Milliarden Dollar – ein Plus von 29 Prozent.
„Vera“-CPU: Angriff auf Intel und AMD
Der eigentliche Paukenschlag aber ist der Einstieg in den CPU-Markt. Mit dem neuen „Vera“-Prozessor will NVIDIA ein Marktvolumen von umgerechnet rund 185 Milliarden Euro erschließen. Das interne Umsatzziel für die Vera-Serie liegt bei 20 Milliarden Dollar. Erste Auslieferungen sind bereits erfolgt – unter anderem an OpenAI, Anthropic, SpaceXAI und Oracle Cloud.
„Vera“ ist als Ergänzung zu NVIDIAs KI-Beschleunigern konzipiert. Das Ziel: ein einheitliches Ökosystem, das die Abhängigkeit von Prozessoren anderer Hersteller reduziert. Damit tritt NVIDIA direkt gegen Intel und AMD an – zu einem Zeitpunkt, an dem lokale KI-Verarbeitung für Unternehmen immer wichtiger wird.
Die Konkurrenz schläft nicht. AMD bereitet eigenen Berichten zufolge die Ryzen AI Max 400-Serie vor – mit 16 Zen-5-Kernen und bis zu 192 GB Arbeitsspeicher. Die ersten Modelle sollen im dritten Quartal 2026 bei den Herstellern eintreffen. AMD verspricht, dass die Chips selbst Modelle mit 300 Milliarden Parametern lokal ausführen können.
China-Geschäft unter Druck
Trotz der Rekordzahlen: Der chinesische Markt bereitet NVIDIA zunehmend Sorgen. Der Umsatz in der Volksrepublik fiel auf 4,6 Milliarden Dollar – ein Rückgang von 16,4 Prozent. Grund sind die sich verschärfenden Handelskonflikte zwischen Washington und Peking.
Am 15. Mai 2026 verhängten die chinesischen Behörden ein Importverbot für die GeForce RTX 5090D V2. Diese Karte war eine speziell für den chinesischen Markt entwickelte, exportkonforme Version der Blackwell-Architektur. Während die RTX 5080 weiterhin importiert werden darf, soll das Verbot der Flaggschiff-Karte offenbar heimische Anbieter wie Huawei schützen.
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Apple wächst – und zeigt den Trend
Dass der Markt in Richtung integrierter Chip-Lösungen tendiert, zeigt auch Apples Erfolg. Die Mac-Verkäufe stiegen im ersten Quartal 2026 um 9 Prozent auf 6,2 Millionen Einheiten – und damit deutlich stärker als der Gesamtmarkt (plus 2,5 Prozent). Die M4-Max-Chips mit ihrer einheitlichen Speicherarchitektur sind genau das, was NVIDIA mit Vera und AMD mit Ryzen AI Max adressieren wollen.
Lieferketten und Display-Innovationen
Während die Chip-Hersteller um die Vorherrschaft kämpfen, verändert sich auch die Zulieferkette. Samsung Display soll eine Produktionsausbeute von über 90 Prozent bei High-End-OLED-Panels für professionelle Laptops erreicht haben. Die Massenproduktion beginnt im Juni 2026 mit zunächst rund zwei Millionen Einheiten. Die sogenannte „Tandem-OLED“-Technologie verspricht höhere Helligkeit und Langlebigkeit – ein wichtiger Faktor für 3D-Medizinanwendungen und Echtzeit-Raytracing, die NVIDIA mit seinen Software-Frameworks vorantreibt.
Ausblick: 91 Milliarden Dollar im nächsten Quartal
Für das zweite Quartal 2026 gibt sich NVIDIA optimistisch. Das Unternehmen erwartet einen Umsatz von rund 91 Milliarden Dollar – getrieben durch die anhaltende KI-Nachfrage und den Start der Vera-Serie.
Doch eine globale Speicherkrise trübt den Ausblick. Hochleistungs-DRAM und NAND-Flash werden zunehmend von großen KI-Rechenzentren absorbiert. Das könnte zu Verzögerungen im Consumer- und Workstation-Bereich bis Ende 2026 führen. Ob NVIDIA seine ehrgeizigen Ziele erreicht, hängt maßgeblich davon ab, ob es diese Engpässe umschiffen kann – und die Handelskonflikte mit China nicht weiter eskalieren.

