Nvidia in Deutschland: 10.000 Blackwell-GPUs für eine KI-Cloud

Der Konzern plant neue Europa-Investitionen, Beteiligungen an vier französischen Start-ups und zusätzliche KI-Rechenkapazitäten in mehreren Ländern.

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Der US-Halbleiterkonzern Nvidia baut seine Präsenz in Europa weiter aus. Am 13. Oktober 2026 kündigte Nvidia-Chef Jensen Huang in Paris neue Investitionen in Höhe von 2 Mrd. USD (1,8 Mrd. EUR) an, die in der kommenden Woche offiziell vorgestellt werden sollen. Zusammen mit den rund 8 Mrd. USD, die das Unternehmen im vergangenen Jahr in Europa investiert hat, steigt das europäische Gesamtengagement damit auf fast 10 Mrd. USD.

Die Ankündigung erfolgte bei einem Empfang am Place Vendôme im Beisein des französischen Wirtschaftsministers Roland Lescure. Paris war die erste Station einer Europatournee, die Huang im weiteren Verlauf auch nach London und Berlin führen wird. Huang betonte, Europa müsse im Technologiewettlauf aufholen; das Ziel der neuen Initiativen sei es, die europäische KI-Entwicklung maßgeblich zu beschleunigen.

Beteiligungen an französischen Start-ups

Im Rahmen der Initiative sicherte sich Nvidia Minderheitsbeteiligungen an vier französischen Technologieunternehmen: dem Healthtech-Anbieter Doctolib, dem auf KI und Chemie spezialisierten Entwickler Entalpic, dem Robotik-Unternehmen Genesis AI sowie dem Softwareanbieter Pigment. Finanzielle Details und die genaue Höhe der einzelnen Transaktionen wurden nicht veröffentlicht.

Doctolib, dessen Plattform 50 Mio. Nutzer verzeichnet, hatte im August 2026 ein eigenes KI-Forschungsprogramm gestartet. Das Unternehmen beabsichtigt, Nvidia-Hardware für eigene Modelle zu nutzen, um die Datenkontrolle zu wahren und die Abhängigkeit von Anbietern wie OpenAI oder Anthropic zu reduzieren.

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Doctolib-CEO Stanislas Niox-Chateau zufolge sollen die bereitgestellten Mittel zusätzliche Neueinstellungen finanzieren und interne KI-Assistenten für medizinisches Personal, Verwaltung und Patienten unterstützen. In Frankreich hatte Nvidia zuvor bereits Anteile an Alice&Bob, Gradium und Scintil Photonics erworben.

Ausbau von Rechenkapazitäten in vier europäischen Ländern

Nvidia plant zudem eine Erweiterung der KI-Infrastruktur in Frankreich, Großbritannien, Deutschland und Italien mit einer Blackwell-Rechenkapazität von insgesamt über 3.000 Exaflops.

In Frankreich sollen 18.000 Nvidia Grace Blackwell Systeme für die Cloud-Plattform des KI-Unternehmens Mistral AI bereitgestellt werden, das sein Modell Large 4 auf 4.000 Grace Blackwell GPUs trainiert hat und die Veröffentlichung der Modellgewichte für den 27. Oktober plant.

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In Deutschland werden 10.000 Blackwell GPUs für den Aufbau einer industriellen KI-Cloud bereitgestellt, die für Aufgaben in Fertigung, Simulation, digitalen Zwillingen und Robotik vorgesehen ist. Für Großbritannien kündigte das Unternehmen die Installation von 14.000 Blackwell GPUs in neuen Rechenzentren an.

Ein dortiges Programm umfasst zudem Pläne für bis zu 120.000 Blackwell Ultra GPUs bei einem Gesamtvolumen von bis zu 11 Mrd. GBP. Darüber hinaus spendet Nvidia über fünf Jahre Rechenkapazitäten im Wert von 250 Mio. USD – mit einem jährlichen Zugang von 50 Mio. USD – an britische Forschungseinrichtungen wie die University of Oxford, das University College London und das Imperial College London.

Die Expansion fügt sich in die umfassenden Pläne des Halbleiterkonzerns auf dem Kontinent ein. Nvidia hat bereits Absichtserklärungen für die EU-Ausschreibung zu KI-Gigafactories eingereicht, die mit 10 Mrd. EUR an öffentlichen Fördermitteln für bis zu sieben Einrichtungen dotiert ist. Am 21. Oktober 2026 wird Huang im Berliner Tempodrom die Keynote der hauseigenen GTC-Konferenz halten.