NVIDIA in Japan: 140-Megawatt-Fabrik für KI-Agenten geplant

NVIDIA baut in Japan eine riesige KI-Fabrik und schmiedet breite Allianzen für Robotik und smarte Städte.

Tokio – NVIDIA baut sein Engagement in Japan massiv aus. Der US-Chipkonzern kündigte heute eine Reihe von Partnerschaften an, die Künstliche Intelligenz in die japanische Industrie bringen sollen.

Im Zentrum der Pläne steht eine gigantische KI-Fabrik. Gemeinsam mit dem Unternehmen Noetra Corp. entsteht eine Anlage mit einer Leistung von 140 Megawatt. Ausgestattet wird sie mit 13.750 NVIDIA Vera CPUs und 27.500 Rubin GPUs. Die Fabrik soll multimodale Basismodelle für autonome Agenten, digitale Zwillinge und Robotik entwickeln.

Das Projekt ist Teil des FRONTia-Programms des japanischen Wirtschaftsministeriums (METI). Die Regierung in Tokio hat dafür bis zum Fiskaljahr 2030 umgerechnet rund sechs Milliarden Euro bereitgestellt. Eine erste Tranche von etwa 2,3 Milliarden Euro wird über sogenannte Green-Transformation-Anleihen finanziert. Der Baubeginn ist für April 2027 geplant, der Betrieb soll im Juni 2028 anlaufen.

„Cosmos Coalition“: 22 Unternehmen für die Robotik-Revolution

NVIDIA stellte zudem das Modell „Cosmos 3 Edge“ vor. Es handelt sich um ein Weltmodell mit vier Milliarden Parametern, das auf Edge-Geräten wie dem Jetson Thor läuft und visuelle Wahrnehmung ermöglicht. Für den Einsatz dieser Technologie hat sich ein Bündnis aus 22 japanischen Firmen zusammengeschlossen – die „Cosmos Coalition“.

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Zu den Mitgliedern zählen Schwergewichte wie Fujitsu, FANUC, Yaskawa Electric, Hitachi, Kawasaki Heavy Industries, Mitsubishi Electric und Sony. Fujitsu treibt dabei gemeinsam mit FANUC, Yaskawa und Kawasaki eine Steuerungsplattform für kollaborative Roboter voran. Ziel ist es, Japans Arbeitskräftemangel zu bekämpfen, indem Roboter flexibler und einfacher einsetzbar werden – in Fabriken, Haushalten und Krankenhäusern.

Ein konkretes Beispiel liefert Kawasaki Heavy Industries: Der Industriekonzern rüstet gemeinsam mit NVIDIA eine Werft mit KI aus. Digitale Zwillinge und autonome Roboter sollen Schweißarbeiten automatisieren und die Produktivität steigern.

Smarte Städte und Medizintechnik

Die Zusammenarbeit geht weit über die Schwerindustrie hinaus. NVIDIA und Toyota bauen ihre Partnerschaft aus: KI-Hardware und -Software sollen in Toyotas „Woven City“ in der Präfektur Shizuoka zum Einsatz kommen – für Verkehrssteuerung und als Grundlage für physische KI.

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Auch im Gesundheitssektor tut sich etwas. Das Arzneimittelforschungs-Konsortium Tokyo-1 hat Zuwachs bekommen: Der Pharmakonzern Eisai ist neu an Bord. Astellas setzt auf NVIDIAs BioNeMo-Plattform für die Forschung. Kawasaki nutzt die Holoscan IGX-Plattform für Chirurgieroboter. Fujifilm bringt einen CT-Scanner auf Basis der Blackwell-Architektur auf den Markt. Canon hat ein Photon-Counting-CT-System vorgestellt.

Japans ehrgeizige Ziele bis 2040

Die aktuellen Ankündigungen sind Teil einer langfristigen Strategie. Die japanische Regierung will bis 2040 mehr als 2,3 Billionen Euro in Zukunftstechnologien investieren. Bis dahin soll Japan einen Anteil von über 30 Prozent am globalen KI-Robotik-Markt erobern – ein Segment, das auf umgerechnet rund 120 Milliarden Euro geschätzt wird. Schon bis 2029 könnte der japanische KI-Markt auf rund 25 Milliarden Euro wachsen.