Nvidia-Chef Jensen Huang dementiert Spekulationen über eine abgekühlte Partnerschaft mit OpenAI. Der Chipriese wird sich mit einer großen Summe an der aktuellen Finanzierungsrunde des KI-Vorreiters beteiligen.
Die Klarstellung erfolgte als Reaktion auf Medienberichte vom vergangenen Freitag, wonach das im September angekündigte Milliarden-Deal „auf Eis“ liege. Angeblich hatten interne Zweifel bei Nvidia an OpenAIs Geschäftsstrategie und wachsender Wettbewerb die Verhandlungen ins Stocken gebracht. Vor Journalisten in Taipeh wies Huang diese Darstellung entschieden zurück. Die Behauptung von Unstimmigkeiten sei „völliger Unsinn“. Stattdessen bekräftigte er die zentrale Rolle seines Unternehmens für die Zukunft des KI-Pioniers.
Vom Megadeal zur flexiblen Partnerschaft
Die ursprüngliche Ankündigung im September hatte eine gewaltige Zusammenarbeit skizziert: Nvidia wollte bis zu 100 Milliarden Euro investieren und rund 10 Gigawatt an Recheninfrastruktur für OpenAIs nächste Modell-Generation aufbauen. Später hieß es, die Vereinbarung sei nicht bindend und die Gespräche bewegten sich hin zu einer kleineren Beteiligung im zweistelligen Milliardenbereich.
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Huang lieferte nun wichtige Details. Die 100-Milliarden-Zahl sei nie eine feste Zusage gewesen, sondern eine Einladung OpenAIs, in dieser Größenordnung einzusteigen. Nvidia verfolge einen schrittweisen Ansatz und werde jede Finanzierungsrunde individuell bewerten. Diese Einordnung verändert die Erzählung: Nicht ein gescheiterter Megadeal, sondern eine flexible, fortlaufende Partnerschaft ist das Ziel. Die Kernbotschaft bleibt eindeutig: Nvidia wird sich „absolut“ an der von OpenAI-CEO Sam Altman vorangetriebenen Finanzierungsrunde beteiligen.
Strategische Allianz für die KI-Ära
Die Logik der Partnerschaft ist zwingend. Nvidia ist der dominante Anbieter der Grafikprozessoren (GPUs), ohne die das Training großer Sprachmodelle wie die von OpenAI undenkbar ist. Huang bezeichnete OpenAI als „eines der bedeutendsten Unternehmen unserer Zeit“. Durch die direkte Investition und Infrastruktur-Zusammenarbeit stellt Nvidia sicher, dass seine Hardware das Fundament der fortschrittlichsten KI-Entwicklung bleibt. Das sichert die Nachfrage und beeinflusst die Architektur der nächsten KI-Generation.
Der Erfolg von Plattformen wie ChatGPT hat den Umsatz von Nvidias Rechenzentrenssparte befeuert. Diese Partnerschaft ist somit ein kritischer Wachstumstreiber. Sie hilft Nvidia, einen Wettbewerbsvorteil zu zementieren, während Hardware- und Software-Entwicklung mit einem führenden Innovator abgestimmt werden.
Breitere Strategie: Nvidia als KI-Grundversorger
Die Allianz mit OpenAI ist nur ein Teil einer umfassenderen Strategie. Nvidia will zur unverzichtbaren Triebkraft der gesamten KI-Branche werden. Das Unternehmen verfolgt einen dualen Ansatz und investiert auch in Wettbewerber. So soll es eine Zusage über bis zu 10 Milliarden Euro für das KI-Unternehmen Anthropic geben. Nvidia positioniert sich nicht als Königsmacher für ein einzelnes Unternehmen, sondern als Grundlagentechnologie-Anbieter für ein boomendes Ökosystem.
Ein weiterer Beleg für diese expansive Strategie ist eine kürzliche Investition von 2 Milliarden Euro in den KI-Cloud-Anbieter CoreWeave. Damit soll der Aufbau von KI-Rechenzentrumskapazitäten vorangetrieben werden, um Unternehmenskunden den Zugang zu Nvidias Infrastruktur über verschiedene Cloud-Partner zu ermöglichen. Diese Taktik diversifiziert die Vertriebskanäle und verringert die Abhängigkeit von einzelnen KI-Entwicklern.
Die Zukunft der KI-Infrastruktur
Branchenbeobachter deuten Huangs Äußerungen als strategisches Erwartungsmanagement. Indem er öffentlich Gerüchte über einen Bruch dementiert und gleichzeitig die flexible Natur der finanziellen Verpflichtung erklärt, beruhigt Nvidia die Märkte, ohne sich in eine starr vorgegebene Investitionsstruktur zu zwängen.
Huang sieht KI künftig als eine Form essenzieller nationaler Infrastruktur, ähnlich wie Strom oder Straßen. Seine Vision erfordert einen beispiellosen Ausbau von Rechenzentren – ein Prozess, den Nvidia anführen will. Die nächste Chip-Generation Blackwell soll das Training riesiger KI-Modelle wirtschaftlicher und energieeffizienter machen. Neue Initiativen wie die Earth-2-Plattform für KI-gestützte Wetter- und Klimamodelle zeigen zudem die expandierenden Anwendungsfelder.
Der unmittelbare Fokus liegt nun auf OpenAIs aktueller Finanzierungsrunde. Die endgültige Höhe und die Konditionen von Nvidias Beteiligung werden die finanziellen Konturen der Partnerschaft klarer zeichnen. Auch wenn die spektakuläre 100-Milliarden-Marke wohl neu justiert wurde, ist Nvidias strategische Richtung klar: Das Unternehmen will die KI-Industrielle Revolution antreiben, indem es die globale Infrastruktur finanziert, entwirft und ausstattet.
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