NVIDIA: Jährliche KI-Chip-Zyklen und verdoppelte Absatzziele

NVIDIA strebt jährliche Chipneuheiten und doppelte Verkäufe an, doch Lieferengpässe bei CoWoS und Speicher begrenzen die Skalierung.

Die Dynamik im Markt für Halbleiter und Künstliche Intelligenz (KI) unterliegt einer zunehmenden Beschleunigung. Im Rahmen eines AI-Gipfels in Schottland Mitte September 2026 erläuterte Jensen Huang, CEO von NVIDIA, die strategische Ausrichtung des Unternehmens.

Ein zentraler Bestandteil dieser Planung ist der Übergang zu einem jährlichen Veröffentlichungszyklus für neue KI-Chips. Diese Taktung soll sicherstellen, dass das Unternehmen im intensiven Wettbewerb seine führende Position behauptet und die steigende globale Nachfrage bedient.

Strategische Neuausrichtung und Absatzprognosen

Die Umstellung auf jährliche Produktzyklen wird durch technologische Erweiterungen flankiert. So integriert NVIDIA neue Funktionen in TensorRT, die eine verteilte Inferenz über mehrere Grafikprozessoren (GPUs) hinweg ermöglichen. Huang betonte in diesem Zusammenhang, dass fast jedes Land Bestrebungen zeige, in eigene KI-Kapazitäten zu investieren, was die Relevanz der Technologie für verschiedene Volkswirtschaften unterstreiche.

Für das kommende Jahr wird eine signifikante Steigerung der Absatzzahlen erwartet. Laut Angaben der Unternehmensführung wird angestrebt, die Stückzahl der verkauften Chips im Vergleich zum aktuellen Jahr zu verdoppeln.

CFO Colette Kress ordnete diese Erwartung jedoch als ein Szenario ein, das von uneingeschränkten Lieferkapazitäten ausgeht. Tatsächlich bleibe die Verfügbarkeit durch bestehende Limitationen in der Lieferkette weiterhin ein begrenzender Faktor.

Finanzielle Kennzahlen und Marktbewertung

Die wirtschaftliche Entwicklung des Unternehmens unterstreicht das hohe Wachstumstempo. In den Berichten zum zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2027, die Ende August 2026 veröffentlicht wurden, wies NVIDIA einen Umsatz von 96,2 Mrd. USD aus. Dies entspricht einer Steigerung von 106 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Das Nettoeinkommen belief sich auf 59,7 Mrd. USD, was einem Zuwachs von 126 % entspricht. Besonders hervorzuheben ist der Bereich Data Center, der mit 89,0 Mrd. USD rund 92,5 % des Gesamtumsatzes generierte.

Für das dritte Quartal gab das Unternehmen eine Umsatzprognose von 108 Mrd. USD (±2 %) ab. Die Bruttomarge soll sich in den kommenden Quartalen stabil zwischen 71 % und 74 % bewegen.

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Die offizielle Guidance für das bis Januar 2028 laufende Geschäftsjahr sieht ein Umsatzwachstum von rund 70 % vor, was etwa 673 Mrd. USD entspräche. Die Marktkapitalisierung des Unternehmens überschritt im September 2026 die Marke von 5,3 Billionen USD bei einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von zirka 28.

Engpässe in der globalen Lieferkette

Trotz der positiven Prognosen steht die Skalierung vor erheblichen logistischen Herausforderungen. Insbesondere bei fortschrittlichen Speichertechnologien (Advanced Memory) sowie in der Fertigung und im Packaging verzeichnet NVIDIA Engpässe.

Ein kritischer Faktor ist die CoWoS-Kapazität (Chip on Wafer on Substrate) des Partners TSMC. Für das Jahr 2026 wird die Nachfrage auf etwa 1 Million 12-Zoll-Wafer-Äquivalente geschätzt, was das Dreifache des Volumens von 2024 darstellt. NVIDIA beansprucht dabei etwa 60 % der verfügbaren CoWoS-Kapazitäten für 2026.

Auch bei den Speicherkomponenten bleibt die Lage angespannt. Der Zulieferer SK Hynix gab bekannt, dass die gesamte Produktion für HBM, DRAM und NAND für das Jahr 2026 bereits ausverkauft sei. Experten gehen davon aus, dass diese Engpässe bis in das Jahr 2027 hinein bestehen bleiben könnten.

Technologische Innovationen bei der Inferenz

NVIDIA setzt verstärkt auf Softwarelösungen, um die Hardwareeffizienz zu steigern. Mit TensorRT 11.0 wurde die Multi-Device-Inferenz vollständig implementiert. Diese ermöglicht es, ein einzelnes Netzwerk über mehrere GPUs via NCCL-Collectives zu betreiben, um den steigenden Speicher- und Rechenanforderungen generativer KI gerecht zu werden.

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In einer Demonstration der Video-Generierung mit dem Modell Cosmos 3 Nano konnte die End-to-End-Latenz durch den Einsatz von acht GPUs von 156,595 Sekunden auf 34,183 Sekunden gesenkt werden. Dieser technologische Fortschritt ist insbesondere für rechenintensive Anwendungen wie die Erstellung hochauflösender Videos mit 189 Frames bei 24 FPS von Bedeutung.

Analysten beobachten zudem, dass die Mietpreise in der Cloud für ältere H100-Chips innerhalb eines Monats um 20 % gestiegen sind, was den anhaltenden Bedarf an Rechenleistung verdeutlicht.