Der Markt für PC-Gaming-Hardware steckt in der schwersten Krise seit Jahren. Bestätigte Berichte über den Abbruch der geplanten RTX-50-„Super“-Serie haben zu einer beispiellosen Preisexplosion geführt. Flaggschiff-Modelle wie die RTX 5090 kosten plötzlich über 5.000 Euro. Die Lage wird durch die überraschende Absage von NVIDIA-Chef Jensen Huang bei einem wichtigen AI-Gipfel zusätzlich dramatisiert.
Super-Refresh abgesagt – GDDR7-Mangel als Ursache
Im Kern der Krise steht die offenbar endgültige Absage der GeForce RTX-50-„Super“-Serie. Branchenkenner bestätigen, dass NVIDIA sein „Kicker“-Projekt gestoppt hat. Diese aufgefrischten Blackwell-GPUs sollten eigentlich Anfang 2026 mit mehr Arbeitsspeicher auf den Markt kommen.
Doch ein schwerer globaler Engpass bei GDDR7-Speicherchips und High-Bandwidth-Memory (HBM) hat die Pläne durchkreuzt. NVIDIA lenkt seine knappen Speicherressourcen offenbar prioritär in das lukrative KI-Datengeschäft um. Für die Gaming-Sparte bleibt kaum etwas übrig.
Die Konsequenz ist gravierend: Die im Januar 2025 eingeführten Modelle RTX 5090, 5080 und 5070 müssen den Markt nun viel länger bedienen als geplant. Analysten rechnen damit, dass die aktuelle Serie bis mindestens 2028 das Top-Angebot bleibt – auch weil die Nachfolge-Architektur RTX 60 „Rubin“ selbst Verzögerungen hat.
Preisexplosion: RTX 5090 bei 5.090 Euro
Die Bestätigung der Verzögerungen hat den Einzelhandel in den letzten 72 Stunden in einen Preistaumel versetzt. Ohne die erhoffte Super-Serie als Preisdämpfer schießen die Kurse in die Höhe.
Daten vom 13. Februar zeigen: Der Preis für die RTX 5090 hat sich vom UVP von 1.999 US-Dollar komplett abgekoppelt. Premium-Modelle wie die MSI GeForce RTX 5090 Lightning Z erreichen bei Händlern bereits Preise von 5.090 US-Dollar. Das ist eine Wertsteigerung von über 150 Prozent binnen eines Jahres.
Doch nicht nur die Top-Modelle sind betroffen. Auch die Mittelklasse wird unerschwinglich. Die RTX 5060 Ti (16 GB) wird mittlerweile zu Preisen gehandelt, die früher der RTX 5070 vorbehalten waren. Die „DRAM-Krise“ zwingt Hersteller, die gestiegenen Komponentenkosten direkt an die Kunden weiterzugeben – und schafft so die teuerste GPU-Marktlage aller Zeiten.
NVIDIA reagiert mit Game-Bundle – doch die Community ist verärgert
In einem Versuch, die verärgerten Kunden bei Laune zu halten, startete NVIDIA am 11. Februar eine neue Promotion. Der „Resident Evil Requiem“-Bundle bietet eine digitale Kopie des kommenden Horror-Titels von Capcom zum Kauf höherwertiger Grafikkarten.
Die Aktion läuft bis Mitte März und hebt die Integration von DLSS 4 und Path-Tracing hervor. Doch in der Community stößt das Angebot auf gemischte Reaktionen. Viele Spieler kritisieren, dass ein 70-Euro-Spiel kaum einen Aufschlag von hunderten oder tausenden Euro auf die Hardware ausgleichen kann.
Parallel setzen Laptop-Hersteller weiterhin auf die verfügbaren Chips. Colorful Technology brachte am 12. Februar seine EVOL P15-Gaming-Laptops mit mobilen RTX-5060- und 5050-Varianten auf den Markt. Während die Desktop-Neuheiten stocken, muss die mobile Sparte also mit der ersten Blackwell-Generation das Geschäftsjahr 2026 bestreiten.
Huang sagt Indien-Reise ab – Spekulationen über Krisenmanagement
Die angespannte Lage bekommt eine weitere corporate Dimension: NVIDIA bestätigte am 14. Februar, dass CEO Jensen Huang nicht wie geplant am India AI Impact Summit nächste Woche teilnehmen wird.
Laut Unternehmensstatement führt „unvorhergesehene Umstände“ zur Absage. Eine Delegation unter EVP Jay Puri wird ihn vertreten. Das Unternehmen verknüpft die Absage zwar nicht direkt mit der GPU-Marktkrise, doch das Timing nährt Spekulationen. Huang steht unter immensem Druck, die knappen Speicherchips zwischen dem boomenden KI-Geschäft und der angeschlagenen Gaming-Sparte zu verteilen.
Düstere Aussicht: Drei Jahre Wartezeit auf neue Architektur
Die Entwicklung zeichnet ein düsteres Bild für PC-Spieler. Mit der abgesagten Super-Serie und der verzögerten RTX-60-Generation beginnt eine lange Phase der Stagnation bei neuen Grafikkarten-Architekturen.
Die RTX-50-Serie könnte die langlebigste Flaggschiff-Reihe der modernen NVIDIA-Geschichte werden – mit einer geplanten Lebensdauer von über drei Jahren. Für Verbraucher bedeutet das: Die horrenden Preise werden wohl auf absehbare Zeit der neue Normalzustand bleiben. Eine Entspannung der Lieferengpässe ist vor 2027 nicht in Sicht.
Während der Markt die Realität eines „erfrischungsfreien“ Jahres 2026 verdaut, richten sich alle Blicke auf den nächsten NVIDIA-Earnings-Call und die GTC-Konferenz. Bis dahin bleiben Knappheit und KI-Priorisierung die bestimmenden Themen.





