Nvidia-Kurs: Billionen-Verlust in zwei Monaten, KGV auf Tiefstand

Nvidias Börsenwert schrumpft um eine Billion Dollar, während Umsatz und Gewinn neue Höhen erreichen. Die Aktie ist nun günstiger bewertet als der breite Markt.

Damit sind die Bewertungskennzahlen des Konzerns auf den tiefsten Stand seit Anfang 2019 gefallen – und das bei Rekordzahlen.

Seit dem Allzeithoch am 14. Mai 2026 verlor die Aktie rund 16 bis 18 Prozent an Wert. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) auf Basis der Gewinnerwartungen ist auf das 18-fache eingebrochen. Damit liegt Nvidia unter dem breiten Markt: Der S&P 500 notiert beim 20-fachen, der Nasdaq 100 beim 23-fachen der erwarteten Gewinne. Trotz des Kursrutsches bleibt die Marktkapitalisierung mit knapp 4,9 Billionen Euro immens – der Abstand zum Rivalen Apple beträgt nur noch rund 200 Milliarden Euro.

Bewertungskompression trotz Rekordzahlen

Die jüngste Volatilität hat eine bemerkewehrte Kluft geschaffen: Während die Aktie mit einem Jahresplus von 5,6 Prozent hinter dem S&P 500 (plus 9,6 Prozent) zurückbleibt, haben Analysten ihre Gewinn- und Umsatzprognosen immer weiter nach oben geschraubt.

Für das Geschäftsjahr 2026 meldete Nvidia einen Umsatz von 215,9 Milliarden Euro – ein Plus von 65 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Prognosen für 2027 deuten auf eine weitere Beschleunigung hin: Erwartet werden rund 393 Milliarden Euro Umsatz und Gewinne von etwa 228 Milliarden Euro.

Zum Vergleich: Mit einem KGV von 18 ist Nvidia inzwischen günstiger bewertet als die Hälfte der Unternehmen im S&P 500 – darunter defensive Werte aus den Bereichen Versorger und Konsumgüter. Die Konkurrenz notiert dagegen zu deutlich höheren Multiplikatoren: AMD kommt auf ein KGV von 73,5, Intel sogar auf 137.

Marktdominanz und Milliarden-Investitionen

Nvidia hält eine beherrschende Stellung im Hardware-Sektor für Künstliche Intelligenz. Ende 2025 lag der Marktanteil bei Server-GPUs bei 97 Prozent. Gestützt wird diese Dominanz durch massive Investitionen der großen Cloud-Anbieter.

Branchendaten zufolge planen die Tech-Giganten für 2026 Investitionen von 650 Milliarden Euro – für 2027 wird sogar die Billionen-Marke erwartet. Zwar gibt es Berichte über eine Verzögerung von Nvidias nächster Architektur „Kyber“ um mehr als zwölf Monate bis 2028. Doch die Nachfrage nach aktuellen GPUs bleibt bei den Rechenzentrumsbetreibern ungebrochen hoch.

Kapitalrotation und Analysten-Vertrauen

Der jüngste Kursrutsch fällt mit einer breiteren Umschichtung innerhalb der Halbleiterbranche zusammen. Investoren verlagern Kapital zunehmend in Speicher- und Storage-Anbieter. Micron etwa legte 2026 um 229 Prozent zu – und in den letzten zwölf Monaten um mehr als 600 Prozent.

Trotz der Verkaufswelle bleibt die Wall Street Nvidia gegenüber überwiegend positiv gestimmt. Von 82 Analysten, die die Aktie beobachten, raten 78 zum Kauf, drei zu Halten und nur einer zum Verkauf. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 302 Euro – ein Potenzial von rund 50 Prozent gegenüber dem aktuellen Niveau von etwa 204 Euro.

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Die Anleger blicken nun auf die anstehenden Quartalszahlen wichtiger Branchenpartner wie TSMC und Microsoft im Juli. Nvidia selbst wird Ende August seine Ergebnisse vorlegen.